Sunday, December 11, 2011

DETRIMENTUM - Inhuman Disgrace - Cd / Deepsend Records


Einigermaßen erstaunt bin ich, was mit DETRIMENTUM nach ihrer letzten Scheibe passiert ist, habe ich mich doch auf rapide scheppernden Death Grind eingestellt, wollte mir wohlig das Fell gerben lassen. Aber bei dem Brittenpanzer sind in letzter Zeit scheinbar die Ketten gerissen und zudem ist das Rohr verstopft, was eine Generalüberholung nötig zu machen schien. Infolge dessen sind sie zum Dreier geschrumpft, haben nach „Embracing This Deformity“ ebenfalls 3 Leute vor den Zug geschmissen und mit Steve Paul die Drums „neu“ besetzt. Das alles hat offensichtlich Auswirkungen auf das aktuelle Album! Plötzlich sind vermehrt Melodien und sogar Akustikparts möglich, der größte Teil des brutalen Spiels und Blendwerks für falsch vorbereitete Geister ist Mid Tempo Geschepper mit viel Abwechslung und dadurch durchaus technischem Anspruch. Da braucht es schon mehrere Durchläufe, die wie Einläufe wirken mögen, um den Kern des ganzen zu greifen. Tatsächlich und trotz allem spielerischen Breitwandformats, hat die Band ganz schön Biss verloren und wirkt auf den ersten Hieb etwas bieder. Geblieben ist der gut gestaffelte Doppelvokalterror (zumindest an den entscheidenden Stellen). Das ist aber auch beinahe alles. DETRIMENTUM erproben sich an einem klassischen Death Metal Album, das sie selbst sicher als gelungen betrachten, an den Vorgänger aber nicht anzuknüpfen vermag, es sicher auch gar nicht soll. Gruseligerweise gibt es sogar chorale Gesänge „ The Journeymen´s Lament“ mit pseudomystischem Schnick Schnack. Um nicht einen komplett falschen Eindruck zu vermitteln, sei an dieser Stelle aber auch betont, dass sie es keinesfalls verlernt haben, richtig auf die Tube zu drücken, auch diese Stellen werdet hier wiederfinden. Insgesamt ist „Inhuman Disgrace“ aber schon zurückhaltender oder irgendwie einfach anders, vielleicht vielschichtiger bis anspruchsvoller, vielleicht aber auch nicht mehr so gierig und blutdurstig wie ehemals. Wofür auch immer die Tempobremse und das wesentlich atmosphärerische (gibt es so ein Wort?) Spiel des Trios steht, mit Sicherheit wollten sie mehr heraus kitzeln, als das bisher der Fall war. DETRIMENTUM haben sich neu aufgestellt, bestimmt nicht grundlegend die Ufer gewechselt, aber scheinbar Bock gehabt ihr altes Gebretter zu variieren. Ob das nun als gelungen zu bezeichnen ist, bleibt an euch hängen, wer das Debüt Album wegen seiner kompromisslosen Härte und seiner scharfen Klingen (metaphorisch) mochte, wird nun erst mal etwas umdenken müssen. Wer aber auf straighten und fett inszenierten Death Metal in ansprechender Verpackung und ohne modischen Tinnef steht, der bekommt einen mehr als brauchbaren, gut verdaubaren und nur wenig ranzig riechenden Leichenschmaus vorgesetzt.
6/10

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