Monday, December 5, 2011

DISCREATE - Contingent Development of Inanimate Modification - Demo


DISCREATE klingen wie eine lokale Tsunamiwarnung, ungestüm, schmerzverliebt und verdammich laut. Das sind schon beinahe zu viele Adjektive für ein kurzes Vergnügen, eines das fast schon wieder vorbei ist, bevor man noch den Ep Titel ausgesprochen hat. Wahrscheinlich holt die Zeit den Kostenfaktor zu schnell ein, auch auf den Phillipinen. Das was uns DISCREATE bereit sind zu geben, sind 3 schnittige Blastbrocken mit strak progressivem Potential und dadurch ein ganzes Stück jenseits des blutigen Pfades brutalisierter Götter. Um keine Missverständnisse liegen zu lassen, die sind durchweg heftig, growlen und knüppeln das Innerste nach außen, gleichzeitig scheuen sie sich aber nicht, auch gewagtere Wege einzuschlagen und die Gitarre mal eher tricky Sachen zupfen zu lassen. Natürlich täuscht der Fakt nicht darüber hinweg, dass das hier noch lange nicht die Messlatte für Frickelweltmeister ist, bei weitem nicht. So klingen einige Übergänge recht holprig und Riffs ermüden schon mal in Wiederholungen. Der Drummer gibt sich redlich Mühe, das manchmal etwas gewagte Konstrukt zusammen zu halten, und ich denke er zieht sich passabel aus der Affäre. Jedenfalls dürfte er der Typ in dem Trio sein, der rein physisch am meisten rackern muss, mhm gut, das tun die Brüder an dieser Position immer, aber der Junge hat sich eine Blume im Knopfloch verdient. Arbeitsleistung in Sichtweite der Hennecke Norm, das gibt von mir eine metaphorische Plakette ans Revers. Und der Kerl, der sein Organ opfert, ha, na der erst, klingt doch tatsächlich so, als hätte er auf seinem anatomischen Atlas Norden und Süden verwechselt, weil der Schlagzeuger direkt auf ihn eindrischt und die straff gespannte Pauke mit Hämatomen aus seiner Bassdrum übersät. Dabei werden die Innereien zu Mus gequirlt und erzeugen so ungewollt die abwegigsten Töne! Das ist selbstredend eine rein hypothetische Annahme, kenne mich mit den kulturellen Gepflogenheiten unserer philippinischen Mitbürger natürlich nicht aus. Was der Band dann tatsächlich zu passe kommen würde, wäre wohl eine 2. Gitarre, dieserart ließe sich spielerischer Leerraum bei so manchem progressiveren Alleingang des einzigen Sechsaiters vermeiden. Unter Umständen würden entsprechende Passagen auch nicht Gefahr laufen banal zu klingen, was sie leider tun. Laut Website haben die sogar eine, aber nur irgendwie nicht auf diesen Aufnahmen. Der Bass ist leider auch vom Lkw gefallen und keiner hat ihn je wiedergehört, schade. Aber der technische Anspruch wird auch ohne relativ hoch gehalten, das sogar unter Ausklammerung des „Auf Die Nerven Gehen“ Quotienten, so fit und selbstverliebt sind sie dann doch nicht. Wer auf brutales US Gerödel steht und dabei nicht auf vertrackte Spielereien an der Peripherie verzichten mag, der bekommt 3 gute Songs vor die Füße gekotzt, und darf sich nach noch nicht mal 10 Minuten wieder entspannen! Hier könnt ihr mal rein hören: KLICKIKLICKI
6/10

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