Thursday, December 29, 2011

LVCIFYRE - The Calling Depths - Cd / Pulverised Records


Der Leibhaftige muss sein Feuer unter Großmutters Suppenkessel schon mächtig geschürt haben, wenn daraus so etwas wie LVCIFYRE entspringt. Und dabei stelle zumindest ich mir unter britischer Stahlschmelze etwas gänzlich anderes vor, als rasendes Chaos mit Zickenklaue. Der Blastalarm erinnert etwas an Krisiun, aber auch an Behemoth oder den ostmärkischen Pedant und Rüpelklan Belphegor. Offensichtlich hat das Trio aus London mit solchen Untönen in der Kindernahrung zueinander gefunden und hängt sich ganz geschickt an ebenjenes Subgenre satanischer Unzucht und dämonischer Kakophonie an. Geboren in einer Selbsthilfegruppe für verschüttete Legastheniker, haben sie sich ohne Skrupel zu einem Bandnamen durchgerungen, dessen schreibtechnische Albernheit die Inselhirnis in keinster Weise tangiert. „He, wir wollen keinen Scheiß Euro, dann brauchen wir auch nicht unbedingt gerade aus schreiben oder lesen.“ Der künstlerische, intellektuelle oder sonstige Wert des Banners unter das sich die 3 stellen, ist auch aus größt möglicher Nähe nicht auszumachen. Aber dafür hämmern sie ihren schwärzlich tönenden Pesthauch über das Schlachtfeld hominiden Freiheitswahns und verbreiten ganz im Sinne ihrer Vorbilder Tod und Pein mit Leder und Militariaequipment…, zumindest polierte Patronengurte darf man sich denken. Growls, schnelle Riffs und martialisches Schlagzeug brennen eine Schneise in den Forst und sind ursächlich dafür verantwortlich, dass dem Hörer eine blutrote Wand vor die 12 knallt. Wenn sie könnten, würden sie den Gehörnten aus seiner brenzligen Sauna befreien und über das Antlitz der Erde toben lassen, rein musikalisch treffen sie mit dieser Debüt – Scheibe alle Vorbereitungen für die große Party. Endlose 6 Saiter - Gewaltausbrüche von der Wucht getunter Abraumbagger, gepaart mit klassischen Solis und unter Ablehnung von eigentlich nötigen Atempausen, ebenen die Bahn für diabolische Growls, die wiederrum vom Drummer auf Korn genommen werden. Der treibt den ganzen Terror ohne Unterlass vor sich her. Was sich anhört wie der letzte Feldzug gegen alles und jeden, ist aber eigentlich nicht mehr als ein etwas größeres Strohfeuer in der Spartenabteilung für Ewigböse, denn der Zug für Teufelsanbeter hat schon ganz andere Passagiere an Bord und hält nicht an jeder Blockstelle um naive Mitstreiter aufzulesen. Denn trotz aller Qualitäten machen die gehörnten Briten nichts anderes als ihre umso erfolgreicheren Schattenspender. Was bleibt ist ein angenehm hohes Niveau in Punkto Können und Sound (mhm… etwas mehr Bass wäre auch nicht störend gewesen), und unverbesserliche Gutgläubigkeit an die Kraft des Bösen in diversen elektrisch betriebenen Instrumenten. Wenn euch das allerdings reichen sollte, dann ruft schon mal den Kutscher und lasst Einspannen!
6/10

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