Wednesday, December 28, 2011

MASS MURDER PHENOMENA - Necrotrophic - Ep


Bei diesem Quartett aus Ohio handelt es sich ganz offenbar wirklich um ein Phänomen. Sie behaupten von sich selbst zu alt zu sein um in irgendeine Schublade zu passen, dabei ist die Band noch jung, nur die Musik alt. Aber vielleicht sind die Musiker selbst schon grau, nur das Projekt grün an Jahren und eigentlich ist die Musik selbst ganz frisch, klingt nur nicht so, Auch möglich, dass die Idee des Massenmordphänomens älter ist, als alle 4 zusammen. Das Prinzip des instrumentalen Todesterrors ist auf jeden Fall alt, gemessen an dem was die schnelllebige Zeit heute alles an künstlerischen Verwachsungen an uns vorbei schleust. Eines ist jedoch klar wie eine Mondfinsternis in der Mittagsstunde, die Norm der Heavy Metal Folter ist dann wirklich von gestern, damit hat man schon Drogenbarone in die Verzweiflung getrieben. Das was MASS MURDER PHENOMENA unter dieser Flagge verbreiten, sollte zumindest für solche Aktionen tauglich sein, selbst wenn Amnesty International Bedenken anmelden sollte. Und deshalb muss ich für die Band auch keine Schublade erfinden, ich portioniere die einfach in verschiedene Exemplare aus den frühen 90ern, als da wären Tod, Gedresche und vielleicht auch etwas verdammte Verderbnis. Fest steht, dass die Handvoll Songs der Ep mit primitiven und bleischweren Riffs weiter kommen, als mit allem Geblaste der Welt, gegen das sie sich erfolgreich wehren. Was dann am Ende des musikalischen Verdauungstraktes hinten wieder ans Sonnenlicht purzelt, ist funktional, effektiv, wenig spektakulär und massiv altbacken. Ich mag den schweren Gitarrensound trotzdem, unter Aussparung technischen Anspruchs schreddert so manch klebriges Riff am äußeren Cortex entlang und hinterlässt wenigstens periphere Riefen und blutige Schrammen. Genau genommen erweist sich das simple Songwriting äußerst passend zu Old School Proll mit Bierbauch und dem Verlangen, das schüttere Haar noch mal in den Propeller zu drehen. Alte Säcke Musik eben, stumpf, ungemein heavy aber eben auch nicht bahnbrechend oder gar besonders innovativ. Ein Mid Tempo Stück folgt dem anderen, zwischendrin wird immer mal gut durchgeschüttelt um nach plötzlich einsetzender Atemnot wieder an ein gemütlicheres Tempo zu ermahnen. Abwechslung und intellektuelle Höhenflüge sind nicht das Ziel der Amis, die wohl gern Speckmann zugehört haben, aber auch poltrigen Teutonenthrash unter den Dielen ihres Proberaums beerdigt haben, gemeinsam mit alten Black Sabbath Alben. Alles in allem gibt es sicher schlechtere Mischungen und wer keine Angst vor frühzeitigem Einnicken oder gar drohender Langeweile hat, der darf sich gern mal eine Portion für unterwegs absäbeln. Hier geht´s zur WEBSITE
6/10

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