Friday, December 9, 2011

SPECTRAL MORTUARY - Total Depravity - Cd / Deepsend Records


SPECTRAL MORTUARY jubeln uns klammheimlich ihren 2. Longplayer unter. Und der lässt kaum vermuten, dass er durch Meister Swanös´ Hände und Ohren gegangen ist. Na gut, die bestechende Soundqualität mal ausgenommen. Die Band selbst steht für lupenreinen brutalen bis verhalten progressiven US Death Metal alter Schule. Rasend teuflisch mit all seinen diabolischen Verfehlungen begeben sich die Dänen in düstere Mid Tempo Gefilde und blastendes Unbehagen. Schön zu hören, dass es ihnen gelungen ist, sich von allen neumodischen Verfehlungen einer aufgeweichten Szene fern zu halten. Im Fokus bedrängen uns eingängige Riffs, finstere Growls und ein sich gesund schwitzender Drummer. Wen verwundert es da, dass sich Lichtgeschwindigkeitsriffs wie in „Found In Feces“ in die graue Masse vergesslicher Hirne einbrennen. Das liegt an der Intensität, für deren Basis unverkennbar teutonische Thrash Acts wie Destruction verantwortlich zeichnen. Um dann nicht in vollkommene Tempometzelei zu verfallen, wird der Anker immer an den richtigen Stellen geworfen und es erheben sich ziemlich harte Mid Tempo Wände, die das zu harsche Vorwärtspreschen immer wieder aufhalten. Und zudem für eine angenehme, leicht sinistere Stimmung sorgen. „Defects Of Depravity“ ist da so was wie ein Vorzeigesong, jongliert er doch mit finstern, leicht orientalisch anmutenden Melodien, eingebettet in teuflisches Geschmetter und dickes Gitarrenbrett. So lebt das Album vom Wechselspiel, wäre es mit nur einer Seite der bleiernen Wippe wahrscheinlich viel zu schnell am Ende und ermüdend. Letztendlich ist das Vorhaben unserer nordischen Nachbarn geschickt, hörerfreundlich und relativ risikoarm umgesetzt. Der technische Anspruch geht dabei genau so wenig unter, klassische Solis stehen für echtes Metal Feeling, wie das furiose Soundbollwerk. Euch erwartet ein beinahe klassisches Death Metal Album, bei dem sich Fans von Krisiun genau so wohl fühlen sollten, wie jene, die lieber Malevolent Creation oder von mir aus Vital Remains nachlechzen. Brutales Stakkato, satte Klampfen und schwere Melodien zwischen den Hörnern des Höllenfürsten gezupft, ist alles drin um euch einen Grund zu geben am Montag beim Chirurgen vorstellig zu werden, oder besser gleich beim Chiropraktiker. Mehr als ein paar gute Ideen, das richtige Gespür für fast vollkommenen Metal und ein angemessenes Studio (inklusive Kleingeld) braucht es nicht um sich seine Vorstellungen in Plastik brennen zu lassen. Vorstellungskraft nebst den Willen und die Mittel alles umzusetzen und ruck zuck ist das Fass voll. Hinten raus fällt dann eine der momentan interessantesten Bands aus Dänemark, die mehr wert sein sollte als ein belangloser Download.
8/10

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