Wednesday, January 11, 2012

DEGRADATION - Juggernaut - Cd / Eigenproduktion


Aha, für unaufhaltsam, alles niederwalzend und ultimativ zerstörerisch hält sich die Band aus Chicago also. Sie verkörpern die roher Ausstrahlung alter Thrash Bands und sind die Wiederauferstehung eben jener, welche sich in den 80ern dazu erkoren fühlten, das Metalgernre umzukrempeln. Aber wieviel ist denn nun wirklich dran? DEGRADATION sind mit jeder Zelle und jedem Tropfen Körperflüssigkeit das Ziehkind eben jener aufregenden Zeit. Aber sie sind auch viel zu nah dran um sich tatsächlich entwickeln zu können. DEGRADATION sind pure Thrash Mucke, wie sie aus den Federn von Bands wie Metallica über Slayer bis hin zu allen Größen der Bay Area Szene entsprungen sein könnten. Da spielt das musikalische Spielvermögen gar nicht so eine große Rolle, über Kritik dahingehend sind die 4 Herren fast erhaben. Nein, der Knackpunkt ist, bei aller Freude am Zocken und der dazugehörenden Spritzigkeit, dass es doch nicht viel mehr als Retroware ist, was uns das Debütalbum unter den Pony zaubern will. Ich halte es jedenfalls nicht für unbedenklich, sich seinen Helden so weit in den Schritt zu beugen. Auf der anderen Seite, stellt sich vielleicht auch die Frage, wie ein Haufen enthusiastischer Musiker ihre Leidenschaft sonst leben soll. Tja, das weiß ich natürlich auch nicht. Aber was nützt es denn, wenn die Musik bei all ihrer Qualität keinen Wiedererkennungswert hat, oder der nicht über den zu erwartenden Satz hinausgehen könnte“ Kenn ich, ist irgendwas aus den 80ern, komm ich gerade nicht drauf.“. Und warum eigentlich dauert es 10 Jahre, bis ein Album kommt, dass mindestens ¼ Jahrhundert alt zu sein scheint? Bei all der Nörgelei darf ich natürlich nicht vergessen, dass die Musik trotzdem mehr als gut ist, kantige Riffs auf´s Sägeblatt feilt, mit einer gehetzten Stimme aufwartet, die ebenfalls alle Kriterien erfüllt um im Zeitstrudel nicht weiter anzuecken. Manchmal kommen aus dem Background tiefe Growls hinzu, was dann nicht mehr ganz so stilecht ist, aber heute auch niemanden zu erschrecken weiß. Also, das Songwriting, wie auch die Produktion sind treu den alten Heroen geschuldet, sind keine Sekunde langweilig aber in jedem Augenblick transparent und vorausschaubar. Wenn’s denn für das Genre einst irgendwelche Regeln gegeben haben sollte, dann haben die Jungs hier mit dem dazugehörigen Gebetbuch unterm Kopfkissen geschlafen, bis sie selbst bereit waren, ihre Ergüsse, viel zu spät, zu vertonen, und dem Zug meilenweit hinterher zu rennen. „Juggernaut“ ist eine Retortengeburt, oder zumindest in der Näher des Thrash – Uni – Labors entstanden und weist alle Eigenschaften auf, die von so einem Bastard erwartet werden. Eigenständigkeit wird da nicht voraus gesetzt. Fazit: Dieses Review sollte keinesfalls als Verriss verstanden werden, sondern als ehrliche Kritik für sich selbst stehen. WEBSITE
6/10

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