Saturday, January 21, 2012

GRIMNESS 69 - The Bridge - Cd / Rising Nemesis Records u.a.


Der Bandname schwebte immer noch im staubigsten Winkel meines Erinnerungsvermögens, seit ich die Band anno 2003 auf dem Obscene Festival gesehen habe. Nachdem ich nun deren nunmehr 3. Album mehrfach gefilzt habe, frage ich mich plötzlich, warum eigentlich. Lag es an dem Namen, der vielleicht verrohten Schweinkram versprach, oder an der überschwänglichen Reaktion der kaputten Tschechen, an die ich mich zu erinnern glaube? GRIMNESS 69 präsentieren nämlich wenig spektakulären und geradlinigen Death Metal, mit so manch guter Idee aber auch sich selbst ergötzend in banalen Wiederholungen. Das Konzept, wenn es denn eines ist, zielt auf einen breiten und atmosphärischen Gitarrenteppich. Und das geht auch ganz passabel auf, dafür schmiert der Sound der Gitarre selbst häufig ab. Zumindest nach meiner subjektiven und intoleranten Einstellung! Da klingt dann „The First Words…“ schon mal etwas holprig, wenn die 6 Saiten einen auf schartig bis primitiv machen. Einen solchen Klampfenbrei gestehe ich nur einer Band zu, und die trägt Wattejacke. Davon mal abgesehen, besteht „The Bridge“ vor dem Hörer trotzdem recht gut, das Songwriting gibt sich alle Mühe, Ankertrossen in Ohrmuscheln zu platzieren und die Band schöpft ihre Stärke aus ziemlich auftragenden Mid – Tempo Stücken, die auf brachial gemästet sind und auch so ankommen sollten. Da der Schlagzeuger gern noch den Grind im Fuß hat und sicher lieber alles abknallen würde, was ihm vor die metaphorische Flinte kommt, muss er vom Rest der Band scheinbar immer wieder gebremst werden. Dieses Wechselspiel, oder eigentlich eher wilde Rauferei um Kompetenz und Vorherrschaft, macht den speziellen Reiz dieses Albums aus. Ich bezweifle, dass das so beabsichtigt war, aber das Ergebnis legitimiert kleinere Grabenkriege. GRIMNESS 69 legen sehr viel Wert auf Wiedererkennung, deshalb sind die Riffs betont transparent, wenn auch nicht immer wirklich gelungen. Im Großen und Ganzen ist „The Bridge“ ein durchwachsenes und ambitioniertes Album, dem der finale Schliff im Gedränge italienischer Hektik sicher vom Olivenlaster gerollt ist. Und der Quark mit der durchnummerierten Pause vor dem letzten Stück, entzieht sich meinem Begriffsvermögen (Backcover beachten). Aber was weiß ich denn schon von Südländern und deren Beitrag zur Progression der menschlichen Rasse, oder wofür das sonst gut sein sollte. Sie dafür zu verdammen wäre ungerechtfertigt. Allein schon deswegen, da sie sicher mit den Jahren und ihren Touren mehr Erfahrungen gesammelt haben, als sie umsetzen konnten. „The Bridge“ hat gerade wegen seiner Mankos eure Aufmerksamkeit verdient, denn Perfektion ist eine Studiosache, gute Musik zu schreiben nicht!
7/10

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