Thursday, January 5, 2012

MAJESTIC DOWNFALL - The Blood Dance - Cd / Chaos Records



Ach ich weiß nicht, bei so einem Namen denke ich an bombastisches Geschmetter, dicke Eier, an jemanden der musikalisch was zu sagen hat. Tatsächlich ist diese Ein – Mann – Show aus dem Land der Tortillas und Sombreros wenig von Sonne und Ruhm verbrannt. Die Band? hält sich lieber im doomigen Schatten auf und kann ihn doch nicht zum Vorteil nutzen. Das ganze leidvolle Geheule und Gequengel reicht allenfalls zu gnadenvollem Mittelmaß. Und ganz ehrlich, so viel mitleiderregendes Weichspülen erhöht nicht den Taschentuchumsatz, sondern nervt ganz fix. Verzweifelte Eintönigkeit macht sich breit wie der sonntägliche Familienbesuch des ganzen Packs, das sich als Verwandtschaft ausgibt und den Kühlschrank leer frisst. Der Nachteil bei denen ist sogar, dass man die nicht einfach ausstellen kann, wie das überlange Album unseres mexikanischen Todessehnsüchtlers. Wer nicht ein ausgesprochenes Faible für entsetzlich langweiligem Death / Doom hat, dem rate ich dringend ab, sich in diesen Strudel aus Gähnen, Zellstoffknüllen und grauer Tristesse auszusetzen. Aber was bleibt einem Musiker vorzuwerfen, der gern leidet und das musikalisch mit allen Mitteln an den Mann bringen will. Der Plot ist bei weitem ja auch nicht unmusikalisch, besonders die Solis auf der verstimmten Klampfe machen etwas her und haben einen nicht zu verachtenden klassischen Bezug. Und doch hämmert irgendwann der Kopf in die Tastatur, weil sich unabänderliche Müdigkeit breit macht und die Rübe mit bleierner Schwere der Erdanziehungskraft nachgeben muss. Es passiert einfach zu wenig auf diesem Album, die 7 Songs sind nur kaschierter Nonsens um das Backcover mit irgendwas zu füllen, denn die über eine Stunde Spielzeit wird mit nur einem nicht enden wollenden Stück zum Schafott geführt. Jedenfalls fühlt es sich so an, oder es liegt daran, dass meine subjektive Aufmerksamkeit trotz angestrebter objektiver Professionalität mit anderen Dingen beschäftigt war. Wohntempel vollqualmen, Auto in den Gegenverkehr lenken, Job kündigen, Unterwäsche von der Leine klauen, all die essentiellen Dinge des Lebens eben. Das dann das letzte Körnchen Fairness fehlt um mich diesem Album noch öfter und intensiver auszusetzen, ist doch unbestritten. Dafür entschuldige ich mich auch ausdrücklich nicht! Über den wirklichen musikalischen Inhalt bleibt kaum was konstruktives zu sagen, die Cd ist vollgestopft mit den verschiedensten Ideen die das Genre hergibt, Akkustikpassagen, banale Riffs, verschiedene Gesangslagen, melodische Ausfälle, wenig bedeutsame Riffs und eben jenen doch recht interessanten Gitarrensolis, die das ganze Paket so eben noch retten. Na ja, und Melancholie tropft aus jeder schlecht abgedichteten Ritze, dick und klebrig wie eine Melasse aus Selbstmitleid und albernem Hormonchaos. Wer nicht ausdrücklich und in vollem Bewusstsein das Rasiermesser am Unterarm schärft, der braucht so etwas nicht wirklich. Ich plädiere dafür, dass der verantwortliche Noteninquisitor mit Namen Jacobo sich lieber auf seine andere Band Zombiefication kümmert, denn die ist um Längen besser!
4/10

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