Monday, January 23, 2012

OMINOUS CRUCIFIX - The Spell of Damnation - Cd / FDA Rekotz


In der Menge der hervorragenden Releases, die FDA in den letzten Monaten so unter die ungeduldig sabbernde Meute geschmissen hat, fällt das neuste Output vom brandenburgischen Lande etwas aus der Spur. Nicht dass das Debütwerk der Mexikaner OMINOUS CRUCIFIX ein schlechtes wäre, aber deren Reiz offenbart sich erst nach mehrfacher Audienz beim elektrisch verstärkten Rotatorgott aus Japan. Vielleicht liegt es daran, dass das namengebende Kreuz einst Folterinstrument war, bevor sich Millionen von Fehlgeleiteten dazu entschlossen haben, es mit ihrem Speichel einzudecken. Vielleicht waren die Mexikaner selbst, in metaphorischer Hinsicht, zu lange darauf festgenagelt, jedenfalls klingt das Album auf den ersten Ruck zu leidvoll und gequält. Irgendwie so, als würden sie mit genieteten Stiefeln in zähem, schwarzem Teer stecken und nicht recht wissen, wie sie sich daraus befreien sollen. Dass es ihnen doch gelungen ist, wird (zumindest mir) erst nach mehreren Anläufen und nötiger Geduld klar. Klammheimlich schleichen sie sich von hinten an und verdeutlichen souverän, dass ihre vermeintliche Schwerfälligkeit der rote Faden, quasi ihre Zielsuchpeilung ist. Und so wird aus unspektakulärem „Morsche Hosen Tod“ ein morbides Vergnügen mit authentischem, vernebeltem und wenig ausgefeiltem Sound. Schwere Gitarrenschleifen mit effizienten und kaum aufwendig gestalteten Riffs bestimmen das gesamte Konstrukt aus Doom, Death und Black Metal. Letzteres beschränkt sich größtenteils auf eine Bathory – lastige Rhythmusgebung bei den Songs, die überwiegend mit Schleppanker agieren. Genau genommen kommt keiner über gewagtes Mid – Tempo hinaus, was sicher die Schwere der einzelnen Stücke noch betonen kann. Zu ungewollten Begeisterungsstürmen lasse ich mich trotzdem nicht hinreißen, denn eine Legende wie ASPHYX, mit denen OMINOUS CRUCIFIX werbewirksam verglichen werden, ist den Strohhüten um ein deutliches an Erfahrung und Praxis überlegen. Gut, das ist sicher auch nicht anders zu erwarten und den Jungs nicht negativ anzurechnen. Es muss aber klar sein, dass der Vergleich hinkt und das Spiel der Heroen wesentlich flüssiger und lockerer klingt. OMINOUS CRUCIFIX präsentieren ihre eigene Version von Tod und Verderbnis, schielen sicher eine Vielzahl von Jahren auf dem Zeitstrahl zurück und orientieren sich an mittlerweile ergrauten Ikonen, kommen ihnen aber auch niemals zu nahe. Ob aus Berechnung oder Unvermögen sei mal dahingestellt, Fakt ist, dass es so wie es sich gestaltet auch besser ist, denn als bloße Kopie würden sie sich ihrer eigenen Identität berauben. Fakt ist aber auch, dass wegen vieler guter Ideen auf diesem Erstling zukünftig noch einiges mehr gehen sollte. „The Spell of Damnation“ ist ein anständiges Stück Grundblei, momentan noch ohne deutlich erkennbare Ambition einen fetten Fisch an den Haken zu kriegen.
6/10

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