Thursday, January 19, 2012

VORE - Gravehammer - Cd / Eigenproduktion


Schwergewicht – ein Schwergewicht ist jemand oder etwas, der/ die/ das in seiner/ihrer Klasse alles in der Schatten stellt. In meiner Schulklasse war das eine gewisse (Namen hier ausdenken), mit ordentlich Schwungmasse und permanenter sexueller Verfügbarkeit. Aber Schwergewichte gibt es in allen Ausführungen, Baureihen, Dimensionen und gewiss auch solche, die am Reißbrett göttlicher Schöpfung aus dem Ruder gelaufen sind.
Der Blauwal zum Beispiel ist in ziemlich allen Beziehungen ein wahrer Gigant, allein sein Pimmel (viel zu niedliches Wort für so was) ist bis zu 3 Meter lang. Da rückt die Floskel von der „ausfüllenden sexuellen Erfahrung“ den Tatbestand des reinen Aktes in ein ganz anderes Licht.
Es geht natürlich auch martialischer. Begeben wir uns an die Front eines tragischen Weltgeschickes und picken uns das „Gustav – Geschütz“ raus. Dieser mächtige Ballermann, dürfte wohl das ultimative Phallussymbol fehlgerichteten germanischen Herrschaftswahnes sein. Das Ding verfügt über ein verdammtes 80 cm Kaliber. Na ja, hat wohl am Ende nur eine Zielgenauigkeit eines besoffenen Schlachters beim pinkeln gehabt, aber Mann, das war schon ein dicker Kamerad.
Wenn wir uns an menschliche Extreme halten, kommt mir das mexikanische Fritten und Chipsgrab in Erinnerung, dieser Haufen anarchischer Zellverbindungen, der ständig den Teleschaukasten gegen Werbung und Gebühren ausgefüllt hat. Weiß den Namen nicht mehr, nannte ihn scherzhaft Specki, der Typ wog bis zu 560 Kilo und hat wohl täglich den Kalorienbedarf einer mittleren deutschen Kleinstadt pulverisiert. Na ja, auch mit dem Herz eines Blauwals, konnte das nicht gutgehen. Aber ein Schwergewicht war er schon, schön drall und knuffig. Und so raumfüllend, dass sein Konterfei im Guinnessbuch auf 14 Seiten verteilt werden musste. Und seit neustem zähle ich das US – amerikanische Zerstörungsunternehmen von VORE ebenfalls zu den Schwergewichten. Die sprengen mit mächtigen Mid – Temposalven alle Dämme, die vermeintliche Musikkenner zum Schutz vor dem Unbekannten in ihren Köpfen errichtet haben. „Gravehammer“ hat die rigorose Zerstörungswut von Godzilla in den Straßen Tokyos, wenn er brüllend und schwanzwedelnd im gummierten Outfit ganze Legoblocks einreißt. VORE kommen einer Naturgewalt gleich, so mächtig bebt das elektronische Arrangement, wenn der Regler gerade mal auf halber Lautstärke verweilt. Musikalisch liegt das irgendwo zwischen Jungle Rot, Vital Remains und Obituary, mit massiven, wenig komplizierten Riffmassakern, satten Growls und recht einfachem und deswegen punktgenauem Songwriting. Warum die nie ein wirklich starkes Label im Rücken hatten, und ihr neues Album sogar im Alleingang stemmen, bleibt mir ein Rätsel, an der Musik kann es nicht liegen. „Gravehammer“ solltet ihr euch unbedingt geben, das Album lässt keine Sekunde seine Zügel schleifen und bietet bestes Headbangerfutter! http://www.vore.org/
9/10

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