Wednesday, January 25, 2012

WYKKED WYTCH - The Ultimate Deception - Cd / Goomba Music


WYKKED WYTCH liefern ein neues, in wahrscheinlich allen Belangen spezielles Album ab. Vielleicht ist es sogar zu dick aufgetragen, wenn man Brutalität, progressives Songwriting mit Black/Death/Power/Core – Elementen und episches Bestreben aus einem Hut zaubern will. Kann sein, aber WYKKED WYTCH gelingt das trotzdem. Der melodische Aspekt ist dabei auch nicht zu vernachlässigen, selbst wenn den Frontfrau Ipek häufig lediglich mit ihrer Stimme erzeugt. Ein Organ übrigens, das irre variabel durch diverse tiefe, hohe und eben cleane Tonlagen geistert und nie überfordert klingt. Die Songs sind in der Regel rasend schnell und schon ziemlich chaotisch, quasi Dauerblast und Geschrubbe bis zur Herzattacke. Das dann die Band mit Dame, wie ein androgynes Kunstobjekt erscheint und irgendwie nicht die geliebte Räudigkeit einer versoffenen Metalkapelle hat, mag verstören, musikalisch bleiben sie trotzdem nichts schuldig. Die beherrschen ihren Job in jeglicher Hinsicht. Schreiben, performen, präsentieren, vermarkten. Das wirklich unheimliche ist die Frau selbst, Mann, die sieht aus wie Dee Snyder in seinen besten Jahren, so auftoupiert und Fratzen schneidend, als gelte es der feministischen Weltherrschaft mit allen greifbaren Mitteln unter die behaarten Arme zu greifen. Irres Weib, dem ich nicht begegnen muss, deren musikalisches Rückgrat ich aber bewundere. Und so kann ich mir gut vorstellen, dass sie „The Ultimate Deception“ ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt hat und das Konglomerat aus diversen Stilelementen als eine höchsteigene, moderne Version ihrer Schädelinnenseite verstanden wissen will. Die Cd ist tatsächlich dermaßen vielschichtig und komplex, aber auch völlig verquer, dass so was nur im Kopf einer durchgebrannten Rothaarigen ihren Ursprung genommen haben kann. Nicht unangenehm wäre es hingegen gewesen, hätte sie sich mit ihren Panzerglassprengenden Screams an manchen Stellen etwas zurück gehalten, das kann auf Dauer schon übel schmerzen. Das aber nur am Rande, denn sie weiß ihre Stimmbänder in vollster Eigenverantwortung facettenreicher zu zerstören als alle anderen Strumpfhosenkonsumentinnen, denen ich bisher, an ihre Mikroständern gekettet, lauschen musste. Begleitet von Warpgeschwindigkeitssalven aus 4 – 6 Saiten und einem Oktopus unter Starkstrom hinterm Drumkit gestaltet sich der aktuelle Longplayer zu einer, wer´s vorher kannte, nicht überraschendem, für alle anderen jedoch beeindruckenden Erfahrung. Hinlänglich der kompromisslosen Verstrickung aller denkbaren Schubladen, ist etwas gelungen, das viele andere sicher maßlos überfordert hätte. Denn trotz der immensen Verquickung ist das Ergebnis ziemlich authentisch und homogen. Zudem professionell bis in den hinterletzten Zipfel, also wahrscheinlich nicht unbedingt was für den Old School -, oder gar puristischen Underground - Bus. Aber ansonsten spricht wohl nichts dagegen.
8/10

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