Sunday, February 12, 2012

AXT / BLUTHUF - Split / 7 - 7 Degrees Records


Axt und Bluthuf, der eine klingt simpel, der andere irgendwie gaga. Die Simplen machen es der A Seite leicht, die Töne in der Rille zu behalten. Axt ist schnelles und intensives Hardcorepunk Vergnügen, schrill, hektisch und in 3 Akkorden abgetan. Genau die richtige Pöbelei, mit der sich ein halbwegs organisierter Punk gern schmückt, um sein sozial derangiertes Umfeld in einer geschätzten Spielzeit um eine Minute, zu zertrümmern. Der künstlerische Nährwert der Stücke liegt ungefähr bei dem Kaloriengehalt eines halben Bechers Magerquark. Das spielt bei den Neubrandenburgern aber wohl keine tragende Rolle, denn innerhalb dessen was das Genre hergibt, loten sie ihre Möglichkeiten immer noch ganz passabel aus. Und deswegen hat die A – Seite noch genug Speck auf den dürren Rippen, um den Hörer wiederholt dazu zu bewegen, den Plattenspielerarm noch mal auf Anfang zu knallen. Ist irgendwie auch geschickt. Gaga geht’s auf Seite B weiter. Bluthuf schippern beinahe im gleichen abgefischten Dorfanger, mit zwei wesentlichen Unterschieden. Sie bedienen sich für ihre lyrischen Ausbrüche der deutschen Sprache, die Texte werden angenehm verständlich. Und sie brauchen ungefähr doppelt so lange, bis sie sich entschließen können, ein Stück zu Ende zu bringen, was das Geschmetter auch etwas variabler macht. Der Sound ist zudem auch nicht ganz so grell, aber das bleibt eher nebensächlich. Die Musiker an sich rödeln schon geraume Zeit in der Szene rum, gehören doch Autoritär und Egal zur Vergangenheit von Bluthuf. Die 3 gefühlsmäßig grauen und blutenden Nummern sind auf anarchische Weise tanzbar, musikalisch primitiv und zweckerfüllend. Ein Wunder, dass irgendjemand bei solch negativer Ausstrahlung, lyrisch wie musikalisch noch Spaß daran empfinden kann. Bluthuf gehören zu der Sorte Bands, die ohne Maulkorb und Scheuklappen durch die Republik stürmen, wahrscheinlich auch was zu sagen haben, und trotzdem auf üblen Radau reduziert werden. So Gaga ist das was die Brüder anbieten, dann gar nicht mehr. Generell würde ich sagen, für eine 7er wie diese darf gern etwas Kleingeld ausgegeben werden. Abstriche irgendwelcher Art könnt ihr euch ersparen, wenn ihr nicht erwartet, dass die Bands im Wettkampf um die Goldene Stimmgabel konkurrieren. Lasst euch lieber mit Schutt und Dreck bewerfen und stellt euch dem wirklichen Leben. Gut, ob die euch dabei jetzt in psychologischer Weise tatkräftig unterstützen können, sei dahin gestellt. Tristesse und Monotonie, denen einst schon Ton Steine Scherben mit Verachtung begegnet sind, lassen sich mit dieser Mucke jedoch prima in die hässliche Fratze brüllen! Ziel erfüllt, denke ich.
6/10

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