Wednesday, February 15, 2012

CARNALATION - Deathmask - Cd / Spinefarm Records


CARNALATION aus Finnland ist ein noch recht junges Death Metal Schaustück, haben letztes Jahr ihre erste Ep veröffentlicht, und damit scheinbar einen ganzen Beutel mit guten Kritiken nach Hause geschleppt. Jedenfalls hat es für einen Vertrag mit Spinefarm Records gereicht, und dafür, sich mit Peter Tägtgren wegzuschließen, und ihr erstes komplettes Album einzuhämmern. Was dann dabei heraus gekommen ist, dürfte für mehr als anerkennendes Kopfnicken reichen. „Deathmask“ ist vollgepackt wie die Geburtstagstorte der Königin von England. Schicht für Schicht ergibt sich ein immer komplexer werdender Eindruck, der nur mit geübter Hand und scharfem Messer angegangen werden darf. Und so ist dann auch der Sound, den der Meister aus den Stücken heraus geholt hat, messerscharf, fast schon zu clean. Musikalisch dürft ihr euch auf eine massive Vollbedienung anspruchsvolleren Death Metals´ freuen, denn es gibt zwanglose Härte, technische beeindruckende Songs, progressive Ausschläge auf dem Messgerät künstlerischer Transparenz, und eine betont dezente Portion Groove. CARENALATION stehen auf Bands wie DECAPIATED, KATAKLYSM, ABORTED, SUFFOCATION bis hin zu MESHUGGHA und REVOCATION. Die haben im kalten Norden ganz offensichtlich keine Probleme mit Unterkühlung, feuern ein überhitztes Geschoß nach dem anderen aus ihren Rohren. Schon allein der Drummer hat enorm zu tun, so dass es mich wirklich mal interessieren würde, ob der das live auch so hinbekommt, wenn Studiotricks nicht mehr greifen. Bis auf den letzten Song, offenbart das Album eine permanente Vollbedienung in Sachen Geschwindigkeit, ab und an unterbrochen durch HC - lastige Grooves oder sekundär melodiöse, eher hektische Gitarrenriffs. Obwohl sie ein ziemlich brutales Regiment auf „Deathmask“ anstreben, ist das Album nicht weniger variabel, was auf Instrumentierung und Gesang zutrifft. Das Ende wird dann durch eine etwas längere Nummer mit epischen Ansätzen gekennzeichnet. Das passt wohl auch konzeptionell zur vermuteten Kernaussage der Platte. Die soll wohl heißen, die Menschheit ist im Arsch und selber schuld. Gut, das ist kaum prophetisch, aber was passt besser zu einer Death Metal Band mit gesteigerten, persönlichen Ansprüchen. Inhaltlich dürfte die Mehrheit der Leute eh an der Musik interessiert sein, und die klingt trotz der recht kurzen Bandvita sehr erwachsen und weit ab von belanglosen Spielereien aus der Mottenkiste der Selbstkopien. CARNALATION haben erstaunlich viel Energie, die sie in ihre wohl strukturierten und nie fade werdenden Songs fließen lassen, und es bleibt zu hoffen, dass die nicht so schnell den Faden verlieren! Wem kompakter Death Metal mit Core – Elementen nicht fremd ist, wird Spaß an der Scheibe haben!
8/10

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