Friday, February 17, 2012

EMPATIC - Gods Of Thousand Souls - Cd / Terrasound Records


Bereits 2010 erschienen, erhält das Debütalbum der osteuropäischen Nach – Westen – Gucker heuer via Terrasound Records ein paar zusätzliche Stromstöße, um den Kadaver nicht allzu schnell dem Vergessen todmetallischer Friedhofserde zu überantworten, und die Gliedmaßen in melodischem Stakkato eines anständigen Bleiregens noch einmal tanzen zu lassen. Und tanzen sollen sie, denn die Musik ist nach 2 – 3 Durchläufen doch besser, als der erste oberflächlich bis ignorante Eindruck vermuten ließ. EMPATIC sind wie Kinder auf einer Geburtstagsfeier, die beobachten sich gegenseitig und lernen schnell, was den anderen schmeckt, was am buntesten ist und wonach es lohnt, möglichst noch vor den lästigen Mitkonkurrenten - Blagen zu grapschen, um so größtmögliches Interesse zu wecken. Das Ergebnis sind dann 5 Erwachsene mit pubertärem Enthusiasmus und einer unglaublichen Armspannweite in übertragenem Sinne, mit der sie sich aus dem tödlichen Potpourri gleich mehrerer Kontinente bedienen. So steht in Bezug auf den melodischen Faktor wohl eher der skandinavische Norden Pate, das schwerere Riffgeschütz fußt hingegen auf dem Boden des neuen Kontinents. Gelungen ist beides und gipfelt in eine handfeste Melodeath – Bollerscheibe mit angenehmen Old School Verweisen. Schön auch, dass die dramatischeren Parts jeglichen modernen Schmusekurs vermeiden, die Songs immer in ihrer prinzipiellen Grundhärte bestätigt bleiben. Vielleicht hätte der Sänger sich bei seinen Growls etwas mehr zurück nehmen sollen, denn sein harter Dialekt stößt ab und zu doch mal auf, aber eigentlich passt das alles ganz gut zusammen. „Gods Of Thousand Souls“ ist prima kaubar und verdaubar, bleibt nur selten im Prozess stecken und verlangt vom Konsumenten nicht allzu viel Überwindung beim abbeißen. Mid – Tempo geht fast immer, da soll sich niemand beschweren. Was mich dann doch einigermaßen überrascht hat, ist OMDs´ Coverversion von „Enola Gay“. Wer bitte kommt den auf so was. Wenn das Cover beinahe noch fröhlicher und unbeschwerter klingt als das Synthie Pop Original, wird es einigermaßen befremdlich und stellt den voran gegangenen Verlauf des Albums etwas auf den Kopf. Zumal das Thema des Songs alles andere als Ringelreihen – Besamung ist. Na ja, wer weiß was so eine Horde polnischer Mitbürger nachzuholen hat, wir sollten sie lassen, bevor wir uns in philosophische Konflikte stürzen. Uns sollte es erst mal reichen, mit einer ausgewogenen Symbiose aus Verspieltheit und kalkulierten Nackenbrechern in den Sonnenuntergang zu reiten. Und da ansonsten keine wirklichen Ausfälle in den Staub getreten werden müssen, ist der Galopp ins Abendrot auch als bedenkenloser Wiederholungsakt empfehlenswert.
7/10

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