Saturday, February 18, 2012

FUNERAL WHORE - Step Into Damnation - Cd / Chaos Records


Stumpf ist Trumpf, dieses Konzept praktizieren die Holländer FUNERAL WHORE nach diversen Demos und Kleinvieh nun auch auf ihrem Debüt. Dass sie dabei ihre eigenen Produkte in den Wind einer Band wie Asphyx stellen, um das Aroma in die vorgesehene Richtung wirbeln zu lassen, ist durchaus legitim. Und dass der Boden, über den das komplette Album stampft, bei jedem Schritt vertraute Eindrücke hinterlässt, erhält eher nostalgische Präferenz vor dem Vorwurf innovativer als das Original zu sein, als dass es irgendwie negative bekleckert wäre. Was dann selbstreden genau so vermessen durchdrückt, sind Grave und ihre beinahe primitive Beharrlichkeit, das Umland mit möglichst rohen Tönen zu verwüsten. Funeral Whore wissen also bei wem es lohnt, etwas von der Flaggschiffbonität abzukratzen, und es wie eine Hommage mit den Knien im Staub aussehen zu lassen. Ergötzt euch an 11 echten Mid – Tempo Abrissbirnen, mit nahezu morbider Transparenz, doomiger Tränendrüsendruckwahrscheinlichkeit, vielen simplen und deswegen markanten Hooks und dem unbedingten Willen, den Göttern zu dienen. So manches Riff hat was von der Präsenz einer Band wie Bolt Thrower, vielleicht sogar Slayer, zweitere natürlich vollkommen anders intoniert. Das alles erweckt den Eindruck, die Band will sich in Zukunft keinesfalls mehr mit Krümeln abgeben, geschweige denn an halbgarer Selbstüberschätzung zugrunde gehen. Die löffeln direkt aus der Mitte der Schale und nehmen den Mund richtig voll. Somit lassen sie das alte Europa des todeszeitlichen Musikfrühlings wieder aus der Asche der kommerziellen Resteverwertung auferstehen, und belohnen uns, ähnlich wie die genialen Undergang oder Mordbrand mit konzentrierten Nackenschlägen ohne Spielerei, ohne polierte Fassade, ohne überzogene Staffage. Die Söhne (und Schwester) der Tulpe wirken in jeglicher Hinsicht authentisch, bestimmt nicht nur wegen des blutigen Raubzuges durch die jüngere Musiklandschaft, von dem sie hoffentlich auch nicht so schnell zurück sein werden. Sollte allerdings irgendwer so langsam den Kanal von all diesen sogenannten Retro Bands voll haben, hilft auch bei Funeral Whore nur umstellen. Denn die stehen breitbeinig und mit festem Stand zu dem was sie da mit ihren Instrumenten verzapfen. Die lassen es lieber rumpeln wie 10 geplatzte Säcke Kohle auf dem Weg die Kellertreppe hinunter, als sich dem technisierten Zeitgeist moderner Vermarktungsstrategien zu opfern. Schönfärberei hilft da kaum, „Step Into Damnation“ ist purer Friedhofssound mit rauen, monotonen Growls und tiefer gelegter räudiger Gitarre, höllischen Bässen und holprigem Schlagzeug. Somit steht fest, dass das Ding nur einen Zweck erfüllt, seine bereitwilligen bis überraschten Opfer in die Steinzeit der Szene zurück zu prügeln. Auch wenn das gemessen am Erdalter nicht mal die Idee eines Wimpernschlages ist.
9/10

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