Friday, February 10, 2012

GADGET - The Funeral March - Lp - Version / 7 Degrees Records


Vor einer halben Dekade gelang den Schweden mit Unterstützung von Relapse der Schritt ins Licht, und die Öffentlichkeit wurde der Kreativität eines beinahe außergewöhnlichen Quartetts gewahr. „The Funeral March“, die zweite Scheibe der Chaosbatterie schlug ziemlich gut ein, wurde in einem Atemzug mit den Nachbarn von NASUM und der bis dato Einzigartigkeit von PIG DESTROYER genannt. Dass der etwas chaotische, schwedische Punk auch mit pogen wollte, war an der Crustfärbung einzelner Stücke durchaus nachzuvollziehen. Jedoch zementierte das Album bis auf wenige Ausnahmen in scheinbar völliger Hektik den Gedanken von ständiger Flucht und Verfolgung, in Bezug auf das musikalische Tempo und die Dichte der guten Ideen. Haase, und Igel in einem Stück quasi, immer drauf los geprescht und mit Köpfchen ans Ziel. Denn wenn es bei Grindcore eigentlich um nur um primitive Effektivität geht, bauten GADGET ihre Songs sehr variabel aus, und gerade die einzelnen Geschwindigkeitsbremsen machten das bewusst, rissen den Hörer aus der vermeintlichen Dauerbeschallung einer endlosen “Schneller, Höher, Weiter“ Soundkulisse, und setzten einige interessante Hooks. Seitdem hat sich der Vorhang aber auch wieder langsam aber stetig gesenkt, mit Ausnahme der Split mit ihren Geistesbrüdern PHOBIA von 2010 und diverser Bühnenaktivitäten. Für dieses Jahr ist endlich wieder ein neues Album angekündigt, das dritte mittlerweile, und wir werden sehen, ob die recht lange Schaffenspause der Band auch gutgetan hat. Denn Geradlinigkeit und Kontinuität sind wohl nicht deren stärkste Eigenschaften, wahrscheinlich haben sie es auch nur auf diese Weise geschafft, ihren hauseigenen Grindcore so intelligent zu gestalten. Da lassen wir uns einfach überraschen und sehen, ob sie auf den Vorgänger aufbauen, und uns immer noch mit verqueren Einfällen aus der Ecke treiben können. Ich bin sicher, dass Multitalent William Blackmon noch einiges aus dem Nähkästchen zaubern kann. Nun bekommt „The Funeral March“ aber erst mal seine lange überfällige Reanimation auf Vinyl. Zwar ohne Bonussongs, dafür remastert, und in verschiedenfarbigen Versionen mit schickem Klappcover. Dass das bisher noch nicht passiert ist, wundert im Nachhinein, aber die Freunde wahren schwarzen Goldes werden es danken. Insgesamt wird es glaube ich nur 1000 Stück geben, regulär auf rotem Vinyl, die auf 100 Stück limitierte Fassung auf schwarz, die Katze am Schwanz gepackt, sozusagen. Eher ungewöhnlich zwar, aber auch das hat wohl was von Kreativität. Weiß gibt es auch noch, für alle Unentschlossenen. Am Ende ist es egal, denn an den irrwitzigen Riffs, messerscharfen Lyrics und präzise platzierten Bombenteppichen, mit denen uns GADGET einst überzogen haben, ändert das nichts. Ein Vinyl von solcher Qualität, gehört einfach ins Regal!

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