Wednesday, February 8, 2012

MARCH OF THE HORDES / ESCAPE THE FLESH - Spilt Mcd - Lavadome Prod.


Kurzes Intermezzo, schnell vorbei und wer sich auf die einfachen Dinge des Lebens nicht konzentrieren will, hat es umgehend wieder ausgeblendet. Dass das möglicherweise ein Fehler sein könnte, bemerkt so niemand. Beide Bands sind unbekannte Neustarter aus Tschechien und fabrizieren dort eine Art Musik, die einen verflucht langen Bart hat. Beide gehen das Old School Death Metal Genre an, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. MARCH OF THE HORDES starten mit einem sehr markanten Crust Einschlag und offensiver Trommelei, auf recht hohen Wiedererkennungswert getrimmt. Der zweite Song wird etwas melodischer, verliert aber seinen punkigen Charme nicht wirklich. Im Vordergrund steht natürlich immer noch Death Metal, die Band geht jedoch nicht unbedingt den Weg des geringsten Widerstandes. Ursprünglich war der Einfluss schartigen Totmetalls wohl eher marginal, das Umdenken oder was auch immer es war, dass die Band auf die aktuelle Piste gelenkt hat, wird sich jedenfalls nicht als Fehlentscheidung manifestieren. ESCAPE THE FLESH bevorzugen es da eher traditioneller, primitiv, etwas stumpf und stark verankert in der skandinavischen Szene einer längst vergangenen Zeit. Also müssen sie sich den üblichen Retrovorwurf vielleicht gefallen lassen. Stören werden sie sich daran nicht, denn das was dabei raus gekommen ist, darf ruhig gehört werden. Simpler, immer noch variabler und sehr morbider Neuronenclash im Sinne von Grave bis Autopsy. Und das ist wohl kaum das Schlechteste. Viel Doom, ruhelose Grabesstimmung, tiefer gelegtes Gitarrenbrett, das Holz aus dem die ihre Särge schnitzen, ist gewiss das Richtige, abgelagert, etwas verzogen aber immer noch bedenkenlos witterungsbeständig. Die Idee der 3 Akkorde muss auch hier, zumindest partiell, reichen um die morschen Knochen unter die Friedhofserde zu bringen – im metaphorischen Sinne. Mit anständiger, oder nennen wir es lieber authentischer Produktion rattern hier 2 Bands auf ausgefahrenen Straßen einem lange vergessenen Ziel hinterher, und hinterlassen ein paar neue Spuren auf dem speckigen und brüchigen Asphalt. Da auf diesem Hohlweg nun aber unzählige Pilger unterwegs sind, muss man schon genau hinsehen, respektive hinhören, um deren Auftritt nicht zu verpassen. Da wird wohl, geschuldet der Fluten an Krawallmissionaren, lediglich der lokale Heroenstatus übrig bleiben. Ist eigentlich schade, aber sicher auch nicht das Schlimmste. Ich zumindest werde diese Mcd bedenkenlos allen, im positiven Sinne Ewig Gestrigen, an die schlagende Brust tackern, und einiges an kurzweiligem Unterhaltungswert versprechen. Wie der chinesische Philosoph und Briefmarkenklebererfinder Schick Dat Weg einst sagte“ Wenn du das Maul aufmachst, dann muss es lohnenswerter als dein Schweigen sein.“ Oder so ähnlich. Und, nun ja, dass die beiden Kumpelkombos große Fresse haben, sollte sich doch irgendwie auszahlen.
7/10

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