Saturday, February 25, 2012

MASSIVE ASSAULT - Death Strike - Cd / FDA Rekotz


Der Mensch in seiner Unrast ist über Zeitalter immer der Suchende gewesen. Das ist der Grundstein, der uns von all dem was sonst so kreucht und fleucht unterscheidet, das ist eine Gabe und ein Fluch zugleich. Wir suchen nach wahrer Bestimmung, dem Sinn des Lebens, dem Weltenkleber, der das große Ganze zusammen hält, nach Gott und häufig nach passendem Kleingeld im viel zu leeren Portemonnaie. Jeder einzelne ist bewusst oder unbewusst ein Suchender nach der eigenen Bestimmung. Und so verhält es sich natürlich auch mit der niederländischen Abrissfirma MASSIVE ASSAULT. Die suchen in erster Linie den Punk im schwedischen Death Metal. Es gibt nicht unbedingt viele Bands die eine Musik mit so vielen Möglichkeiten auf so wenig reduzieren und trotzdem richtig gutes Material produzieren. Das Gitarrengewitter verinnerlicht dieses typische Entombed / Dismember Ding, mit locker gespannten Därmen die wie besoffen auf´s Klampfenholz knallen. Der Basssound ist das Zentrum der Macht. Aber wenn ihr auf die Stimme des Sängers achtet und euch zum Grundprinzip der Songs durchhört, dann entdeckt ihr eine Crust – Band mit Elchbleisound. Das ist etwas, das vor Coolness und Abgebrühtheit strotzt, dabei wenig liebebedürftig erscheint und sinnbildlich mit hässlicher, eiskalter Fratze um die Ecke der Seitengasse lunscht, um auf den Bordstein kommerzieller Bestrebungen zu spucken. Mit dieser vermuteten Einstellung stampfen 9 Songs staubtrocken und massiv räudig mit maximaler Schwere über das Antlitz des geweihten Metal Ackers. Was auffällig erscheint, sind die kurzen Gitarrensoli, die viel mehr von klassischen Rock Bands haben, als sich die meisten Genrebands zutrauen würden. Auch der melodische Aspekt wird nicht ausgeklammert, wenn er auch nicht unbedingt der Fokus der Musiker sein dürfte, ohne jedoch steht das Gesamtbauwerk rein statisch auf Treibsand. Bezüglich des Tempos der Musik und der Gewichtigkeit des Sound haben wir es ein weiteres mal, mit dem Prinzip Güterbahnhof zu tun, wenn Wagen zusammen krachen und Hemmschuhe quer über die Gleisanlage fliegen, wenn sich ganze Wagenverbände anfangs zähflüssig in Verbindung setzen und andere am Limit einfach durchrasen. Wer mal neben einem Verschiebebahnhof genächtigt hat, wird diese Geräuschkulisse noch in den Ohren haben. MASSIVE ASSAULT machen alles richtig, verehren die alten Helden und überlassen gedankenloses, zu ehrerbietiges Kopieren anderen. So gelingt ein herrlich unangepasstes Album mit einigen Highlights und dem lobenswerten Spaß am Lärm machen. „Death Strike“ ist ein absolut straff geschnürtes Paket aus bollernden Bässen, wild rammelnden Trommeln, grölenden Vokalereiferungen und verflixt tief hängenden 6 Saiten mit dem Mut das 3 Akkorde Prinzip in den Death Metal zu transportieren und transformieren. Genau genommen erfindet sich hier nichts neu, die Holländer packen ihre Lieblingsmusik lediglich an der Wurzel und züchten daraus eben ihren eigenen Sprössling. So was nennt man Rock´n Roll, jawoll!
8/10

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