Wednesday, February 1, 2012

MORDAX - Violence Fraud Treachery - Cd / Ultimhate Records


MORDAX aus Kopenhagen spielen offensichtlich gern mit düsterer Symbolik. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das Vanitas Motiv des Covers, ein beliebtes Synonym für Vergänglichkeit. Vielleicht bezieht sich das auch auf die Band selbst. Das scheint sogar ganz sicher, aber verlassen wir uns mal drauf, dass das noch etwas dauert. Denn die Musik auf diesem Debütalbum hat genug Fleisch auf den Rippen, um nicht gleich wieder als bleiche, abgenagte Leiche in einem Armengrab verscharrt zu werden. MORDAX spielen ziemlich direkten Thrash Metal, ohne moderne lila Kiddie - Tapete dafür aber mit einem satten Death Metal Sound. Gut, der stammt von Dan Swanö, wenn da was schieflaufen sollte, müsste schon jemand an den Grundfesten des guten Glaubens rütteln. Der 5er setzt fast durchweg auf schickes Bangertempo, immer mit straffen Zügeln, aber nie außer Kontrolle. Die Basis sind recht gewöhnliche, deswegen auch wirkungsvolle Riffs, deren Elemente sich nicht allzu oft wiederholen, dafür aber eine ansprechend melodische Note in das Gerüst aus trockenem Schlagzeug und meist heiseren, aber durchaus auch variablen Growls einflechten. Die Solis sind dann eher vom klassischen Metal Bands beeinflusst und nehmen etwas Druck und Härte aus dem Album, schmälert den Gesamteindruck aber nicht zwingend. Dieser Fakt zeigt wohl noch was anderes. Es ist nicht unbedingt gewöhnlich, dass Bands, die solch knochentrockenes Geschredder anbieten, mittendrin immer wieder beinahe liebreizende Lichtblicke haben. So betrachtet, spricht das für den musikalischen Mut und ja, auch von strammen Eiern. Die schneller, härter, tiefer, brutaler Gleisanlage ist nicht der Schienenstrang, auf den die Dänen ihren Zug gesetzt haben. Ganz anschaulich macht das das balladeske Instrumental „Contrapasso“, bei dem sich die beiden Gitarristen hemmungslos austoben dürfen und ihren deutlichen Hang zum Power Metal leben. Das es auch wesentlich schwergewichtiger geht, zeigt „Monarch Of All“, ein Stück dass dann doch größtenteils unter dem angestrebten Temporadar fliegt, und allerhöchstens im Mittelteil mal aufbegehrt und mit tiefen brutalen Vocals überrascht. Generell regiert aber der Thrash Hammer mit, wie erwähnt betont simplen und effizienten Riffs und den richtigen Tempovariationen an den richtigen Stellen. Death/Thrash 6 Saiter Attacken und virtuoses Klampfenspiel, stellen mehr als interessante Gegenpole dar, die so nicht alltäglich sein dürften. Das alles vereint den Spirit der 80er Jahre Metal Welt, die damals im Keimen und Suchen war, die sich wie eine junge Weide in alle Richtungen gewunden hat und ihre Wurzeln manchmal auch vergaß. Also ist vielleicht doch nicht alles so vergänglich, wie eben noch geglaubt. MORDAX jedenfalls verkaufen sich über ihre Musik ganz gut, schlagen vielleicht den Nagel etwas tiefer ins Holz, um ein Weilchen länger hängen zu bleiben.
7/10

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