Monday, February 6, 2012

NO ONE GETS OUT ALIVE - Like A Lamb To The Slaughter - Cd / Rotten Roll Rex


Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, niemand kommt hier lebend raus. Beängstigend realistische Philosophie angesichts einer immer unkontrollierbarer tickenden Weltenuhr, oder? NO ONE GETS OUT ALIVE starten das Album mit einem Instrumentalintro, ebenjenem Omega. Das soll dann wohl heißen, dass es besser ist, gleich mit dem Ende anzufangen und niemanden mit der Vorgeschichte zu langweilen. Ob das prophetische Herumorakeln an Bandnamen und Songtitel irgendeinen Sinn macht, wird sich zeigen. Im Verlaufe der Cd selbst, wird im Zuge verstreuter Samples 1. vornehmlich mit allen möglichen Kalibern und aus vielerlei Mündungen gefeuert, und 2. hat der feminine Teil der Bevölkerung das übliche Leiden zu tragen und darf angstvoll kreischen, schön, wenn Erwartungshaltungen erfüllt werden. Na und Musik gibt es selbstredend auch noch. Einmal mehr wird das Prinzip DEVOURMENT gnadenlos auf die Spitze getrieben, und warum auch nicht. Soll schließlich eine brutale Rinde werden, und isses ja wohl auch. Der musikalische Anspruch erschließt sich nur für Fans von Kreistanz und flatternden Armbewegungen, für Leute, die progressiv für Autolack halten und bei Old School an die Volkshochschule denken, von der der Nachbar schon mal erzählt hat, was auch immer das ist. „Like A Lamb To The Slaughter“ verfolgt einen ganz einfachen Plan, und zwar mit möglichst wenig Aufwand, möglichst direkt und heftig alle abgegebenen Schläge mittig im Ziel zu platzieren. Und so geschieht das, was wir von einer Brutal - Slam – Band gern hinnehmen, wir lassen uns auf das Wechselspiel aus hemmungslosem Geprügel und Marschtempo in Schrittgeschwindigkeit ein, und erfreuen uns an der immensen Schwere und Dichte des Spektakels. Dabei wissen wir, dass auch diese Band lediglich eine weitere im Genre sein wird, und wenn wir noch 10 Alben von „Guttural weiß der Geier“ konsumiert haben, können wir die Songs kaum noch den Bands zuordnen, so stumpfsinnig ist das eigentlich. Aber für den Moment interessiert das nicht, da darf es gern mal anspruchslos sein, Hauptsache der Unterhaltungswert stimmt und der eigene Kadaver liebt den Rhythmus. Das ist alles so eingängig und berechenbar, dass niemand 5 Durchläufe braucht, um sich rein zu finden, entweder geht das gleich in einen Extremitätenchaos über oder niemals. Dickes Gitarrenbrett, simple Riffs, ohrengefällige Kost, Vocals irgendwo zwischen eingerosteten Gartentoren und verstopften Waschbecken, mehr verlangt ja keiner. Und trotzdem, wundersamer weise habe ich das Haus lebend verlassen, auf allzu große Versprechungen und lahme Gäule solltet ihr nicht setzen. Zumindest zweiteres war bislang nicht auszumachen, also von mir aus Daumen hoch!
7/10

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