Thursday, February 9, 2012

TREPAN'DEAD - Instinct - Cd / Eigenproduktion


6 Jahre nach dem letzten Album zündeln die Franzosen wieder, wissen damit ernsthaft Spaß zu verbreiten, obwohl sie sicher auch nichts anderes als Kohorten von Grindchaoten vor oder um sie herum machen. ROTTEN SOUND, FUBAR, INHUME, von REPULSION bis TERRORIZER. Sicher, alles hat seine Variationen, aber das Grundprinzip stimmt, und das heißt nun mal zertrümmern. Mit Unterstützung von 2 recht unterschiedlich gearteten Sängern, alles andere würde auch kaum Sinn machen, reißen die vom Schuppen am Bahngleis bis zum Sozialbaublock alles nieder, was sich in einer knappen halben Stunde pulverisieren lässt. Primitiver, grundsolider Hochgeschwindigkeitsgrind mit viel gewollter Hektik und auch einigen Hooks um das Geschepper nicht komplett eingleisig zu fahren. So bekommen auch einzelne Riffs Oberwasser, die etwas grooviger sein dürfen und somit aus der Rolle des Dauergasgebens fallen. Aber das sind eigentlich nur Marginalien, denn wie bei einem Großbrand, ist auch bei Trepan Dead molekularer Sauerstoff, zwingend notwendig aber bald Mangelware, da die den in ihrer Raserei zu schnell verbrauchen oder in unzähligen Litern Körperschweiß binden. Ich denke, daran sind vor allem die 2 Frontschweine schuld, die mit hervortretenden Halsvenen und hochroten Köpfen brüllen, kreischen oder einfach nur pöbeln wie Punks an der Straßensperre. Und der Drummer natürlich, der muss auch ganz schön trommeln, um mit Windmühlenflügeln frische Luft von hinten nachzuschieben. Einem Saiteninstrument hingegen sind kakophonische Laute viel einfacher, oder wenigstens unter geringerem Körpereinsatz zu entlocken. „Instinkt“ ist kontrolliertes Durchdrehen, auch wenn das mit der Kontrolle eigentlich schwer zu glauben ist. Aber auf ebenjenen Instinkt hat sich die Truppe aus Valenciennes voll verlassen, und gut daran getan. Mit jeder Minute des Albums sinkt der Stressfaktor und hebt am anderen Ende der Stange den Unterhaltungswert nach oben, wenn zwanglos und ungezügelt Randale propagiert wird, punkige 3 Akkorde vielerorts reichen, um das Feuer am lodern zu halten, aber auch und vor allem mit vollem Blast abgeräumt wird. Schade nur, dass sie das Album allein stemmen müssen, oder auch wollen, denn damit sind sie für ein größeres Publikum bereit, als sie wohl mit noch so viel Eigeninitiative erreichen können. Ihr könnt euch eine handfeste Kopie ordern, oder digital laden, da fehlt dann aber ein Song. Wenigstens das Release der Vinylversion ist quasi ausgelagert, das übernehmen Douchebag Records. Für Grindpuristen sind Trepan Dead, wenn nicht ohnehin seit langem bekannt, mehr als nur ein Geheimtipp. HIER KLICKEN
7/10

No comments:

Post a Comment