Thursday, March 29, 2012

DEADBORN - Mayhem Maniac Machine - Cd / Apostasy Records


Teutastischer Fanatismus ist von Nöten um eine ausgeschriebene Totgeburt nicht als solche im Sinne eines übereifrigen Medizinstudenten auf der Chromplatte zu zerschnippeln, und die Überreste als Hundefutter an einen osteuropäischen Köterekampfzirkus zu verhökern. Eine teutonische Totgeburt sollte etwas ganz spezielles sein, und seinem Namen nur in einer Beziehung Geltung verschaffen, mit brutaler Überzeugungskraft und technischem Antrieb Nacken knacken lassen. Um das wiederrum zu erreichen, haben die Väter der Bestie aus dem beschaulichen Badischen Land eine Maschinerie in Gang gesetzt, die die Gier nach Blast, tricky stuff, heftigen Lautstürmern, vielleicht sogar catchy Stahlbiegern befriedigt. Beinahe hätte ich geglaubt, der Band hätte das Gebiss der Zeit die Eier abgekaut, nachdem sie irgendwann nach 2007 den Erfassungsbereich meines zerebralen Zwischenspeichers verlassen haben. Aber nun stehen sie wieder frisch abgeschmiert und in allen biomechanischen Gelenken beweglich mit neuen Stücken an der Pforte und klopfen mit bleierner Beharrlichkeit Beulen in das Türblatt. Ich hab sie ein Weilchen an der Klingel warten lassen um zu sehen ob mir gefällt, was da auf uns zu kommt und ich muss sagen, dass nicht alles sofort eingeschlagen hat und mir, ganz subjektiv, die schnelleren Stücke besser gefallen, da allein die Riffe so ihre Haken ins Trommelfell schlagen, und einfach andocken um ein bissel zu bleiben (Bionic Abomination) Doch je mehr Tiefe jeder bereit ist zuzulassen, umso interessanter und vor allem variabler gestaltet sich das komplette Album. Ich picke mal „Insane Motor Cortex“ heraus. Das heizt zu Beginn ohne Bremskraftverstärker im Geschwindigkeitsrausch über totmetallische Schnellstraßen und hinterlässt einigen Abrieb, in Folge vorgetäuschter Atemlosigkeit, vielleicht auch Benzinknappheit, rein metaphorisch, geht irgendwann der Fuß vom Gas, etwas Schwere kommt hinzu und plötzlich bekommt das Stück einen Anflug von Groove. Gut, hält vielleicht nicht lange, hat aber verhindert, dass irgendjemand in blastender Monotonie in den Gegenverkehr brettert. Die ganz große Überraschungsparty dürft ihr vielleicht nicht erwarten, Deadborn haben aber immer deutlich zu viel unter der Haube, um in der Provinz nur die Tenne zum wackeln zu bringen. Das ist technisch fit, in Punkto Songwriting geschickt und mit Leichtigkeit an den Stromschnellen namens „Zu Viel“ und Zu Wenig“ vorbei gesteuert und aus orthopädischer bis chirurgischer Sicht ungemein riskant für den anatomisch dafür nicht ausgelegten Bewegungsapparat. Also bitte, Stecker rein, Sprit aufgekippt, Menschenmaterial ins Tretrad, stark anblasen und freie Fahrt für eine perfide geölte Death Metal Maschine mit beutelgermanischer Präzision. Reibungsloses Warmlaufen ist angesagt, ohne starren Tunnelblick, sondern mit der Fähigkeit ausgestattet, Blut in alle Himmelsrichtungen fließen zu lassen. Push the button, start your engines!
8/10

Tuesday, March 27, 2012

WEREGOAT - Unholy Exaltation Of Fullmoon Perversity - Cd / Dark Decent Records


WEREGOAT prostituiert sich wie eine in die Jahre gekommene Straßenhure, die schon alles gesehen hat und von jedem Penner bestiegen wurde. Ihre schlaffen Titten sind Synonyme für die 2 Eckpfeiler der Band. Extreme morbide Ausstrahlung, beinahe jenseits des lebendigen Nichts und total beschissener Sound. Diese verdammte Leiche ist wohl 2 Dekaden unter schimmliger Friedhofserde mäandert bis die Erosion den Grabstein über ihr einstürzen ließ und jemand unbedarftes sie aus dem Schlamm gezogen hat. Mit dem Nachhall des letzten Atemzuges tausender Verstorbener quält sich nun ein Musikkadaver über das Antlitz eines für so etwas viel zu sonnigen Planeten, der aus innovativer Sicht das Grauen schlechthin ist. So wenig Inhalt in einer so zerfledderten Tüte ist beinahe tragisch. WEREGOAT ist tiefschwarzer Old School Tod aus einer Dekade, als auf Produktion und Technik so viel Wert gelegt wurde, wie auf die Erstattung von Müllpfand oder saubere Dixis auf Festivals. Das grässliche Ding hat dermaßen viel Hall auf seiner Unproduktion, dass es mir die Eiseskälte in den Schritt bläst, der Sound ist stumpfer als ungeputzte Zähne nach 5 Tagen saufen und die Bässe bollern so unterirdisch, dass wir kurz vor einer Erdbebenwarnung stehen. Ständige Rückkopplungen und brummige Intros nerven zudem. Der nostalgische Schrott muss irgendwo in einer Tropfsteinhöhle entstanden sein, und bei all dem Gebretter in der 1 Bassliga sind den verfehlten Protagonisten so einige Stalagtiten auf die hohle Birne gefallen und Stalagmiten haben denen das Gehänge gepierct. Wie sonst lässt es sicherklären, dass so viel zielloser Lärm zusammengekarrt und in plastisches Silber gequetscht wurde. Und wenn ich von der zwecklosen Suche nach Einfallsreichtum sprechen, dann meine ich das Nichtvorhandensein von eigenen Ideen und das schlechte Kopieren von alten Herren von der juvenilen Geburtsstunde des anfänglich orientierungsfreien Todesbleis (zum Beispiel Bolt Thrower) bis hin zu üblem sehr frühem Bathory Kultismus. Das damals einige Werke auf den Weg geschickt wurden, die heute Kult sind, weil sie eben die ersten waren aber musikalisch Scheiße sind, ist allgemeinhin bekannt. Diesen zweifelhaften Erfolg wiederholen zu können, scheint mir aber noch idiotischer, wer so wenig kann sollte lieber aufs Amt und dringend Hilfe beantragen, als mit so einem toten Gespinst über den Winter kommen zu wollen. WEREGOAT wird nur bei jenen punkten können, die selbst im Regen stehen, denen die Knochen bereits durch die wachsgleiche Haut schimmern, bei den Gestrandeten und im gestern Verlorenen. Oder aber ihr seid so anspruchslos, dass ihr alles schluckt, was die Retrokiste in ihrem fetten Leib ausbrütet. Dann genügen Doom, Tod, die Erkenntnis, dass eine Gitarre bereits Geräusche macht, wenn sie die Kellertreppe runter segelt und gruselige Akustik. Bäh. Und was ist überhaupt eine Werziege? … ein Fluchttier aus Satans´ Streichelzoo? Kriegt er dann keine Milch mehr zu seinen Cornflakes … da wir der bestimmt stinkig. 3/10

Monday, March 26, 2012

FISTHAMMER - Devour All You See - Cd / HPGD Prod.


FISTHAMMER versuchen ihrem Death Metal einen modernen Anstrich zu verpassen, indem sie Melodien mit wechselnden Vokalhöhen und einer aufgepeppten Nähmaschine als Schlagzeug verwenden und diverse Core – Elemente dazu dichten. Handwerklich stabil, na sicher, aber genau betrachtet auch nicht mehr als ein durchaus stimmiger Ableger von Arch Enemy und späten Carcass. Wer´s denn mag und vor allem mit beinahe schöngeistigen Harmonien und etwas zu grellen Riffs auf medialen Schmusekurs gehen möchte, für den schlüpft die Band aus Philadelphia mit Geschmeidigkeit in die richtige Spalte. Timing scheint das Zauberwort zu sein, denn das Album hört sich nicht so an, als wäre irgendetwas leichtfertig übersehen worden. Das flitzen zackige Solis im Wettstreit miteinander über die blank geputzte Piste, verlieren bei aller technischer Spielerei aber nie den Kontakt zum Bestreben die Übersicht zu behalten. Perfekt dazu nadelt die erwähnte Nähmaschine ihren Takt in den Background und sorgt für durchgehenden und vor allem rhythmisch gelichmäßigen Schwung. Progressiv darf es gern werden, in hemmungslose Frickelei verliert sich die Musik aber niemals. Lieber geht „ Devour All You See“ auch mal epische Wege und nimmt das Geplänkel, sollte es doch zu überzogen werden, wieder zurück. Die tiefen Vokale sind wohl das einzige, was unauffällig bleibt, denn dafür und bei allen Versuchen Variablen einzubauen, bleiben sie doch zu gewöhnlich. Denn selbst der Bass hat etwas über normal zu bieten, treibt er doch hintergründig ein etwas frei – stilistisches Eigenleben, mit leicht verstörenden Jazzanleihen. Also haben sich FISTHAMMER auf den zweiten Blick doch nicht nur als trendy wirken wollende Kopie aufgestellt. Sondern mithilfe der eigenen Fähigkeiten ein anständiges und leicht überladenes Album eingetrommelt. Und ganz bestimmt war es auch hilfreich, den Songs Tiefgang und Vielschichtigkeit überzuwerfen. Allein der Opener „Razorwaves“ dreht und windet sich wie der Wurm am Haken, in der absoluten Gewissheit doch von einem fetten Fisch geschluckt zu werden. Aggressives, sich immer wieder anders darstellendes Riffing, Tempowechsel und Melodien die sich übereinander legen wie paarungsbereite Wanderkröten. Bei all der Wehrhaftigkeit, ist das oberste Ziel trotzdem, dass der auf Interesse gepolte Fisch (also ihr) anbeißt. Dieses Gebaren zieht sich über die ganze Rille, wird aufgrund des immensen Ideenüberschusses, hier und da etwas zu fett um den Speckäquator, generell betrachtet sollte die technische und musikalische Absicht aber belohnt werden. Was wahrscheinlich fehlt, ist etwas Hemmungslosigkeit und die Fähigkeit von selbstgerechter Perfektion wenigstens etwas abzulassen. Denn „Devour all You see“ ist schon beinahe zu clean, zu steril. Aber trotzdem, gut geangelt da hinterm Teich. Für Melodicdrosseln mit Todestrieb!
7/10

Saturday, March 24, 2012

DeathCult - Demo 2011


Das antikverliebte Dreiergespann (in relativer Beziehung zur Existenz des Subgenres Death Metal), fühlt sich in der eigenen, etwas unterkühlten Heimat Chicago nur bedingt wohl. Deren Musik tendiert eher gen Florida und seiner wegweisenden Todesanzeige, da geht es ausschließlich um Effizienz ohne Lametta. Gitarren runter, darauf simple Riffs gehackt, die wie lästige Kletten in den Klamotten hängen bleiben, vielleicht noch einen Hauch schwarzer Morbidität dazu und wir haben das komplette Konzept von Death Cult im Ohr. Im Zuge der erdrückenden Old School Schwemme machen die einen ganz annehmlichen Eindruck, selbst wenn das Demo nur 2 Songs enthält. Der erste „Born To Lose“ mag noch pessimistisch den eigenen Erfolg in Frage stellen. Dem nicht zwingend hausgemachten Fabrikat können sie ohne Selbstzweifel Vertrauen schenken. Nur zu gern lass ich mich von der immensen Schwere primitiver Akkorde beeindrucken. Welche von der Sorte, bei der der Musiker nicht schwitzen muss, nicht aus der Puste kommt, die einfach so nebenbei herauszukullern scheinen. Dass auch hinter den einfachen Dingen viel Arbeit stecken mag, sei unbezweifelt, lässt sich auf den ersten Ruck nur nicht vermurten. Das darauf folgende „ Mutant Generation“ punktet noch wesentlich intensiver mit einem absoluten 6 - Saiten Ohrgranaten Thrash Angriff, dem zu entweichen nur schwerlich möglich sein dürfte. Das einmal gehört und der Mist (löblich und positiv zu verstehen) hängt mir am Arsch wie Zecken beim Pilze sammeln und dem begleitenden Zwang, dem Ruf der Natur folgen zu müssen. Im Prinzip wiederholt sich das Basisthema ständig, inklusive Chorus, den mitzugrölen ab einem gewissen Partypegel ebenfalls unausweichlich wird. Das ist aber in keinster Weise als negativer Anheftung verfehlter Kritiksucht zu verstehen. Also, Death Cult ist was für eingefleischte Schlachtenbummler von frühen Obituary, technikfreien Cannibal Corpse und Asphyx mit etwas beschleunigter Reisegeschwindigkeit. Zwei Songs reichen selbstredend nicht, um ein befriedigendes Sättigungsgefühl zu erlangen, da gilt es wohl Wartezeit zu überbrücken, bis ein komplettes Album erscheint. Damit ist es im Sommer via Razorback so weit. Bleibt abzuwarten und auszusitzen, ob sich das Bandgerüst breitbeinig aufstellen wird, treu zu seinen Wurzeln steht und sich vor allem im bleiernen Todesstadtdschungel behaupten kann. Das Fundament ist felsenfest und vor Äonen (in postmoderner Zeitrechnung) von Anderen gegossen worden. Das Haus mit dem kilischeebeladenen Namen Death Cult, haben die Brüder in Eigenarbeit errichtet, und bei der Mühe, die so was kosten mag, würde ich mich freuen, wenn sie dem Wertverfall auf dem metallischen Immobilienmarkt die Stirn bieten. Hier geht’s direkt zur Hörprobe: http://www.reverbnation.com/deathcultchicago
7/10

Friday, March 23, 2012

INTESTINAL - The Rottening - Cd / Hellthrasher Productions


Noch eine schwedische Unverfrorenheit mit immer dem gleichen Sound, den gleichen Ideen, der gleichen Musik, dem gleichen Old School Gebaren, schon wieder ein Klone aus hauseigener Schmiede. So mancher mag sich mittlerweile dran hoch ziehen, und ich bemühe mich das auch zu verstehen. Aber stört`s mich persönlich? … nicht im Geringsten. An das Debüt von Intestinal habe ich keine wirkliche Erinnerung, das aktuelle und zutiefst blutrote Werk, steht jedoch kaum dem knappen und effektiven Treiben von Landsmannschaften wie Facebreaker oder Paganizer nach. Da wird die eigene Widerstandsfähigkeit mit sonorem Drumarbeit und freundlich schnarrendem Bass niedergerungen, die Leads versuchen sich, ebenfalls von allzu großer Umstellungsabsicht frei, mit unterschwellig melodischer Botschaft. Und eigentlich stampfen alle Songs von Anfang bis zum unausweichlichen Ende mit demselben Tempo und der gleichen Absicht durch den Staub. Vernichtungsarbeit in bewährter und deshalb legitimierter Form. Abweichungen in irgendeine fremdgesteuerte kompositorische Schlingerbahn, die die Authentizität des eigenen Schaffens in Frage stellen könnte, sind absolut verpönt. Bei Intestinal geht es nur in eine Richtung, und zwar mit dem passenden Sound und der vollkommen vertretbaren musikalischen Gewalt, alle medialen Hindernisse niederreißend, stumpf und ungebremst nach vorn. Intestinal ist deutlich rhythmusbetont, einem sofort nachvollziehbaren und leicht erlernbarem. Der Drummer gibt halt den Takt vor und hat kaum die Absicht etwas an seinem effektiven Zerstörungswerk zu variieren. Das wird dem einen irgendwann langweilig und reißt den anderen mit. Bei der Individualität des biersaufenden, langzottligen und pöbelnden Halbintellektuellen ist Objektivität ein vergebener Schuss ins Blaue. Ich denke, wer sich in der spartanischen, schwedischen Schule ein Plätzchen vor dem Katheter gesichert hat, der kann auch bei Intestinal sitzen bleiben, selbst wenn es kaum was Neues zu erfahren gibt. Außer vielleicht, dass Leidenschaft auch in abgestecktem Terrain ursächlich für immer noch gute Musik sein kann. Rein optisch, und das mag dann doch überraschen, orientieren sich die skandinavischen Schlachtmesserbieger an amerikanischen Kollegen aus der brutalen Liga. Da wird dann in optischer und feinlyrischer Hinsicht dem Feminismus mit Haken, Ketten und lüsternem Kannibalismus das Unwesen ausgetrieben. „The Rottening“ ist rein musikalisch aussagekräftig genug um keine allzu große Kritik an einem Album aufkommen zu lassen, das über weite Strecken vielleicht zu viel Vertrautes anpreist. Es ist nämlich ganz leicht möglich, das aufgrund dessen und der gesparten Eingewöhnungszeit der morbide Spaßfaktor sofort andockt. Somit erhaltet ihr ein brutales, tief gelegtes und kompromissfreies Stück Senkblei um die eigene Geschmacksresistenz auszuloten.
7/10

Thursday, March 22, 2012

Trifarious Assault - 3 Way Split - TFR


Das einzige was mir auf Anhieb positiv erscheint, ist die Tatsache, dass der Quatsch auf TFR für umme zu laden ist. Denn Geld für blanken Radau mit schlechter Produktion auszugeben, erscheint genau so verschwenderisch und sinnfrei, wie einem ranzigen Brückenpenner einen 5er in die dreckige Kralle zu drücken, mit der blauäugigen Auflage, aber nur was zu essen zu kaufen. Den Anfang macht das pseudokünstlerische Ein Mann Unding WHAT MAKES A TIME BOMB TIC. Der Schöpfer des Kellertreppenabsturzlärms hat es wohl selbst nicht heraus gefunden, denn die Bombe ist laut krachend explodiert. So wenigstens hört sich das Chaos an, mit einem großen Knall fliegt das Inventar einer mittleren Kleinstadt in die Luft, und irgendein Depp hält einfach ein Mikro dazwischen um es hinterher als künstlerisch wertvoll unter das Volk zu mogeln. Ein roter Faden oder irgendwelche spürbaren Strukturen sind nicht auszumachen, allerhöchstens die Ahnung von sich weit aus dem Fenster lehnendem Freejazz mit verkehrter Instrumentierung dürfte eine entfernte Vorstellung von dem Mist geben. Es wird einfach gekloppt, ohne Belag quietschend gebremst und wild improvisiert, in den mentalen Ausguss gekotzt und jede denkbare, geistige Kurve auf der Gegenfahrbahn geschnitten. Was für ein Müll. DOG SNOT im Anschluss sind wenigstens eine Band mit greifbarer grindingem Wahnsinn und viel ungebremster Leidenschaft unter einem riesigen Scherbenhaufen. Ein Scherbenhaufen aus zerdepperten Basslautsprechern, rostigen Kehlen, einstürzenden Schlagzeugkonstruktionen und pfeifenden Gitarren mit bis zum zerreißen gespannten Seiten. Vorrangig setzen sie auf offensiv punkig und kommen mit wenigen Akkorden und räudigem Charme doch nicht immer ans Ziel. Denen nehme ich ihre Asselattitüde voll und ganz ab, die klingen so Schieße wie sie aussehen und das ist schon wieder liebenswert authentisch. Also Nummer 2 kann man sich als Keller-, und Dunkelkammerbewohner durchaus reintun, wenn ein bekackter Sound nicht zwingend als Störfaktor empfunden wird. Hinten dran als letzter Zipfel hängt dann noch ein weiterer Soloblödsinn namens SKULL INCISION, dessen musikalischer Wackeltanz eine Mischung aus schräg hektischen Grind bis Noiseverrenkungen mit elektronischen Schmerzlauten und pseudoprogressiven Absichten ist. Das hat vielleicht was von GIGANTIC BRAIN, wer es denn kennt, aber auch viel von schlechtem Radioempfang auf Kurzwelle. Ist also wieder was ganz spezielles und hat kaum was mit dem Musikverständnis zu tun, das von den meisten scheinbar überbewertet wird. Wie sonst kommt so was ans Licht. Ich meine, da setzt sich einer vor seinen Rechner, schiebt virtuelle Regler durch die Bits und Bytes Landschaft, schneckert irgendwas ins Mikro und vergisst zu erwähnen, dass er selbst keinen Plan hat, was das werden soll. Und plötzlich nennt sich das Musik und soll auch noch konsumiert werden? Von wem denn und vor allem warum? Hab selten so viel Grütze in einer Schüssel gehabt und mir tun die DOG SNOT Punx irgendwie leid, wo sie doch von solchem Quatsch flankiert werden. 3/10

Wednesday, March 21, 2012

LOATHSOME - Lepers of the Loathsome - Demo


Loathsome ist ein Konglomerat aus diversen amerikanischen Undergroundbolzacts wie Kaju, Wooden Stake, Sinworm oder Decrepitaph. Mindestens letzteres dürfte nahelegen, dass der berüchtigte Elektrokutioner auch hier wieder seine Griffel im Spiel hat. Da der ja überall rumpoltert, wo Gitarre auf Schlagzeug trifft, auch wenn der kaum noch den Überblick behalten dürfte, gehört er eben auch zu Loathsome. Umtriebiger als der gute Schweden – Rogga, ohne Scheiß und das bedeutet was. Ob es sich immer um Qualität handelt, wenn einer ständig an sich erinnern muss, steht dabei auf einem anderen Papyrus. Da das Demo aber bereits nahezu ausverkauft ist, ist der angerichtete Schaden vielleicht nicht ganz so groß. Ausverkauft?, warum labert der denn noch darüber, mag sich mancher fragen. Weil über Razorback in naher Zukunft ein komplettes Album erscheinen wird, und ihr solltet vorgewarnt sein. Also, Loathsome ist extrem primitiver Urschleim mit musikalischen Querverbindungen zu Impetigo, Autopsy und vergleichbaren gorigen Gründervätern. Ist also eher nostalgisch als bahnbrechend und für ewig Gestrige in einem positiven Sinne richtig unterhaltsam. Mir geht aber das Gitarrenfeedback auf die Nerven, ich weiß das ist Absicht, aber dieser Rückkopplungsscheiß sprengt meine Zahnfüllungen. Als würde Hendrix auf der Bühne seine verkehrt herum bespannte Gitarre noch mal gegen die Boxen vögeln wollen. Aber wer wird sich denn schon bei offensichtlich Durchgeknallten beschweren wollen, ich drehe an bestimmten Stellen leiser, dafür an anderen mehr auf. „Into The Sanatorium“ zum Beispiel, da bleibe ich an einem simplen Gitarrenriff hängen, an einem Hauch von Melodie, die ich jetzt wahrscheinlich noch auf dem Totenbett im Ohr haben werde. Das nachfolgende „Alone In The Woods“ hat etwas vergleichbares zu bieten und peppt seine poplige Handvoll Akkorde damit auf. Dafür ist das kurze Solo am Ende zum fürchten, ich habe im ganzen Haus die Fenster aufgerissen um das kreischende Miststück aus der Hütte zu kriegen. Loathsome sind glaub ich absichtlich etwas kontrovers und spielen schlechter als sie es tatsächlich drauf haben. Könnte auch gut möglich sein, dass die uns nur rollen wollen. Aufwendig ist natürlich was anderes und die Möglichkeiten die der Metal heute bietet, sind den 4 Protagonisten gänzlich unbekannt. Das weiß man auch, wenn man Herrn Elektrokutioners andere Ausflüge in die Welt des akustischen Terrors kennt. Der Mainstream Konsument wird zweifelsohne das Weite suchen, wenn er mit solch auf schäbig getrimmtes Geknatter konfrontiert wird, der Nostalgiker hat da eher seinen Spaß und den soll er auch behalten. Eine wirklich objektive Bewertung ist mir leider nicht möglich, da das was hier als Musik angepriesen wird, genau genommen verdammt unterirdisch ist und es mir trotzdem gefällt. Das ist wohl so ein 2 Seelen Scheiß. Also macht euch selbst ein Bild, wenn ihr es schräg und künstlerische bescheiden mögt, gern zweistimmigen Gurgerl/Keif Darbietungen zum Kaffe lauscht und auf schrammligen Proberaumsound steht. https://www.facebook.com/Loathsome666666

Tuesday, March 20, 2012

CHAPEL OF DISEASE - Death Evoked - Tape / FDA Rekotz



Chapel Of Disease versprühen alten Van Drunen Spirit und klingen ziemlich authentisch in Bezug auf die Kindertage des Death Metal. Musikalisch finde ich sie jetzt noch nicht so umwerfend, klingt für verwöhnte Lauschapparate noch unfertig und immens schrammlig. Aber auch das erscheint mir irgendwie passend, genau wie die Tatsache, dass das 4 Song Demo auf nostalgischer Kassette vertickert wird. Schrecklicher Sound, hakelige Musik mit unglaublich morbider Ausstrahlung, vollkommen entwicklungsresistent und stur, primitiv und stumpf. All das passt zu einem Medium, das in der guten alten Zeit neben dem Vinyl das einzig Vorstellbare war. Und dass ein Demo auch mal Scheiße klingen darf ohne tatsächlich schlecht zu sein, wissen wir wohl alle. Das Kölner Gespann rumpelt mit ihrer morschen Karre ziemlich ungestüm und flott, aber gern auch mal ansatzweise doomig über eine einst vielbefahrene Buckelpiste. Sanierte Fahrbahnen und Schnellstraßen wissen sie geflissentlich zu umgehen. Dass das zur heute auch viele andere tun, sollte nicht unbedingt ein Problem darstellen, es sein denn die Band lechzt lediglich einem Trend hinterher. Aber da sich damit nicht wirklich was anfangen lässt, außer mit einem Ständer rumzulaufen, den ohne weiteres keiner mehr runterholt, nehme ich den Jungs ihre ernstgemeinte Leidenschaft gerne ab. Aus dieser sprießen 4 Stücke, die auch in den ausgehenden 80ern in irgendeinem Keller unter Zuhilfenahme jugendlichen Eifers und massiver Blauäugigkeit entstanden sein können. Musik mit verzeihbar billigem Anfängercharme und dem unbedingten Willen ein Wörtchen im Kreis der Alten mitreden zu wollen. Viele Riffs sind noch mit typischen Hooks aus dem Sarg diverser Thrash bis Heavy Äonen behaftet. Das verdammte Cover mit seinem hässlichen lila Farbton reicht vielleicht noch weiter zurück. Mit seiner psychedelischen Friedhofsatmosphäre hätte das wohl sogar zu Iommi und Gefolge gepasst. Na ja und genau genommen, haben Chapel Of Disease auch einiges aus der Black Sabbath Ära übernommen, musikalisch ( „The Loved Dead“) wie vielleicht auch ideologisch. So gesehen ist das Quartett ein Schmelztiegel in dem alles zu flüssigem Blei wird. Und wenn der eigene Musikgeschmack von Iron Man bis zu den Pits Of Utumno reicht, kann das wohl auch nicht das Schlechteste sein. Da braucht es keine Technik und überzogene Instrumentenanbetung. Da heißt es nur zuhören, kreativ sein und umsetzen. Und dass da sicher noch einiges mehr geht, werden sie noch beweisen können, wenn das erste Album kommt. Chapel Of Disease haben zweifelsfrei alles, was mich jemals zu einem Death Metal Fan gemacht hat, und Perfektion gehört nicht dazu! Holpriger und kantiger Anfang, das lässt auf einiges hoffen!
6/10

Monday, March 19, 2012

IMPIETY - Ravage & Conquer - Cd / Pulverised Records


22 Jahre dem Teufel den Schwanz lutschen und dabei 8 Alben abfordern, das hat schon beinahe satanische Beharrlichkeit. Der Erguss des Leibhaftigen verspritzt immer noch mehr als genug Samen um einer Band wie Impiety einen weiteren höllisch kreativen Frühling an die bleiche Backe zu pinnen. Bei Impiety handelt es sich aber genau genommen um einen Alleingang von Gründerpapa Shyaithan, der in all den Jahren unzählige Werggefährten den Feuern seines Protegé überlassen hat, um konsequent, stur und rücksichtslos schwarzen Hass von den Philippinen über die Welt zu verbreiten. Welchen anderen Ort könnte man sich besser als Quelle allen diabolischen Übels vorstellen. Und das ausgemachte Ziel ist auch, zumindest partiell, erreicht, Impiety ist bekannt wie der Zerberus. Und bei all den blasphemischen Botschaften, die von den interkontinentalen Bühnen der vergangenen 2 Jahrzehnte schallten, konnten sicher nicht wenige Ungläubige bekehrt werden. Bekehrt dazu, dass man sich bei der Musik gut und gern noch ein paar Pülken Hopfensprudel mehr anvertrauen kann. Aber ich will das nun gar nicht verballhornen, denn was auf dem aktuellen Album auf uns losgelassen wird, sind auch 22 Jahre Erfahrung und Zielstrebigkeit. Anfänglich habe ich aufgrund des dominanten, sonoren und irgendwie zu schnellem Schlagzeug noch gestutzt. Aber das war wohl mehr Introplänkelei, denn die Symbiose aus allem was eben zu aggressiver Feuerspuckerei dazu gehört, klingt, ich trau es mich kaum zu sagen, angenehm. Die Riffs heften manchem Stück einige Hooks an und die Solis weisen klassische Konsistenz auf, ideenreich, kurz und überraschend gut Natürlich steht Impiety immer unter der Flagge von Bands wie Celtic Frost, Venom oder ganz frühen Bathory, aber das ist auch Absicht. Dafür ist der Sound viel dicker als die großen Alten das seinerzeit hätten stemmen können. Und vor allem angstfreier Bleifuß, gepaart mit kreativem Songwriting, machen immer noch den Reiz einer im Kern unkaputtbaren Band aus. Einer Band die für orientierungslose Neueinsteiger genau so taugt wie für jene, die ohnehin schon alle Alben und diverse andere Releases ordentlich im Spind stapeln. „Ravage & Conquer“ leistet sich keine Ausfälle, das ist die pure Essenz thrashigen, tiefschwarzen, Death Metals´. Der Audioangriff staubt die Kutte ab, wirkt schweißtreibend unter langen Loden, saugt den Sauerstoff aus verqualmten Clubs und wirkt wegen seiner schier endlosen Raserei wenig freundlich. Das komplette Album lässt bis zum abschließenden Bathory – Cover kaum Nuancen zu, die einzige Regel lautet ordentlich durchblasen und lästige Hindernisse im weitesten musikalischen Sinne wegspülen wie die heimischen Tsunamis. Hier und da werden zwar mal etwas angegraute Effekte benutzt, so wie das Wah Wah beim Titeltrack, aber das bleibt doch die Ausnahme, die man mit der Lupe suchen muss wie den Dreck unter den Fingernägeln des Chirurgen. Denn sogar der erwähnte Rausschmeißer „Sacrifice“ von Bathory wird wesentlich druckvoller oder einfach unterhaltsamer in den Bierschwamm gedrückt als es dem Herrn Quorton damals wohl überhaupt in den Sinn gekommen wäre. Was bleibt mir da noch zu sagen, außer: dreckig und souverän das Ding! Für Traditionalisten empfehlenswert.
8/10

Sunday, March 18, 2012

AVGRUNN - Promo 2012


AVGRUNN passen prima ins Raster all der vor Brutalität überschäumenden, gurgelnden und stampfenden, rücksichtslosen Death Metal Bands, die ihre Wurzeln jenseits der großen See bei meinem anerzogenen Klassenfeind suchen. Der Wortstamm des Bandnamens mag verwirren, denn die 4 kommen aus dem warmen, armen Spanien. Auch klingt er nicht zwangsläufig nach dem was sie da tatsächlich machen, Erwartungshaltung, was ist das? Find ich auch gut so… wenigstens dieses mal. Und musikalisch an sich?... isses auch ok. Es ist nun zwar nicht so, dass sie an die Großtaten ihrer Vorfahren anknüpfen, als die noch eine Weltmacht begründeten und zu zahlreichen Eroberungen aufbrachen. Aber der Samen, den sie einst in geschändete Erde säten und mit Blut gossen, ist aufgegangen und die Erben mähen sich nun ihren Teil. AVGRUNN steht für gut verdaulichen, brutalen Death Metal mit gewöhnlichen aber überzeugenden Growls, die mögen es die Pace recht hoch zu halten und in dem recht überschaubaren Riffgebretter auch mal leichte technische Nuancen zu verstecken. Da muss man dann aber schon ganz genau aufpassen. Denn generell wird wie auf dem Straßenstrich im Akkord durchgeblasen. Auf ein fantasievolles Spiel mit Nuancen und bahnbrechenden Innovationen solltet ihr generell verzichten, dafür liegen die Audiokunstwerke rein stilistisch viel zu dicht zusammen. Ich hab nicht mal gemerkt, dass die in Schleife laufen und war erst mal überrascht, wie lange so eine Promo sein kann. Aber egal, die spanische Quadriga drischt offensichtlich aus vollster Überzeugung Trommelfelle in Fetzen, und da sind ihnen die Mittel reichlich egal. Für Freunde ebenjenes Gedärm und Chicks Death Metals´ kommen die genau richtig. Und um wirklich brutal zu klingen, brauchen die keine Slam Einlagen, deren Gefährt hat glaube ich auch gar keine Bremse. Das funktioniert alles ganz gut und überzeugend, wenn ihr euch darauf einlasst Musik von Bekloppten für Bekloppte zu hören. Oder anders gesagt, das sollte bei Fans von Disgorge (US) und deren Klonen tadellos in den mentalen Verdauungstrakt rutschen, und das gierige Gefühl hinterlassen, noch lange nicht satt zu sein. An diese schartigen Messlatte Disgorge trauen sich AVGRUNN ziemlich nah heran und verlieren dabei auch nicht das Gesicht, denn bei allem Spaß, den die Musik zu verbreiten in der Lage ist, glaube ich, dass die ihr Unterfangen mit allergrößter Ernsthaftigkeit angehen. Die 3 Promosongs dienen als Geschmacksverstärker für die in Bälde erscheinende Mcd auf Nice To Eat You Records. Und da passt Krempel wie dieser auch perfekt hin. Hier könnt ihr euch selbst ein paar Kellen einfangen: http://www.facebook.com/avgrunnbcn
7/10

Saturday, March 17, 2012

UNSU - The Filthy - Mcd / Kaotoxin Records


Das französische Grindquartett steht einer Band näher als der eigenen Unterhose, Nasum. So wird das hektische Treiben auf dieser Mini anspruchsvoller, … irgendwie. In erster Linie wird so was von auf die Tube gedrückt, dass man glauben mag, die Apokalypse käme tatsächlich und es bliebe keine Zeit mehr, die zu verschwenden wir uns erlauben könnten. Leider ist der uneingeschränkte Spaß am musikalischen Gewaltakt von recht kurzer Dauer, denn nach 5 Songs ist erst mal Sense mit Akt eins. Akt zwei folgt sogleich, der konstruiert sich aus über einer ¼ Stunde Livekrach, mit bedauerlichen Abstrichen in Sound und Überzeugungskraft. Es mag richtig gewesen sein, die 5 voran gegangenen, exzellenten Brutalonummern nicht versauern zu lassen, bis der rostige Sägezahn des Vergessens die Band womöglich auseinander genommen, oder der Weltuntergang den Faden wirklich abgeschnitten hat. Aber dann hätte es mehr Sinn gemacht, die eigenen knappen 10 guten Minuten mit einem potenten Splitpartner zu teilen, als sie mit Ausschnitten aus einer Liveshow zu strecken. Wer will denn das schon noch hören, das geht nur bei puristischen Fans, die an dem Abend mit dem Musikern in irgend einem rauchfreien Keller Blut vergossen haben. Auf die vorliegende Weise aber bleibt die Cd ein Wagnis, das vielleicht nicht ganz durchdacht ist, oder aber aus welchen Gründen auch immer, genau so konzipiert ist. Wenigstens der Anfang überzeugt mit grindiger Allmacht und klugem Songwriting. Aufgrund der zumeist höllischen Viehtreiberei, bei der nicht mal Zeit zum Schwitzen bleibt, sind die Stücke verhältnismäßig kurz. Aber natürlich lassen sie es sich auch nicht nehmen, zwischendrin immer mal mit Groves zu arbeiten und den Hörer mit präsenten Bässen zu überrollen. Da ist es irgendwie aufbauend, wenn der Morgen mit einer Portion Napalm beginnt, ein komplettes Album, das wäre was gewesen. So muss ich mich und ihr euch mit einem etwas halbgaren Werk zufrieden geben, das über mehr als nur nette Musik verfügt, aber mit dem Livemist zu viel Boden verschenkt. Es ist ja nicht so, dass die folgenden Stücke irgendwie schlechter wären, beileibe nicht, die schaffen es einfach akustisch nicht, an das anzuknüpfen, was uns anfänglich schmackhaft auf den Latz gekleckert wird. Das ist wie ein Hodenbruch, wenn der Sack plötzlich die Größe eines Basketballs annimmt und das plötzliche Opfer nicht weiß wie es sich verhalten soll. Das ist meist nicht mit einem unverfänglichen „Hoppla“ abgetan. Das ist fies und schmutzig! Schlussendlich würde ich mich trotzdem gern dazu hinreißen lassen, Unsu weiter zu empfehlen, da die 4 Brüder es wirklich verstehen, gute und harsche Musik mit gewisser Traditionsverbundenheit zu schreiben. Es gilt, einen überaus agilen und engagierten Vierer im Holzauge zu behalten. Grindcore ist und bleibt eine Macht! Deshalb ->
7/10

Friday, March 16, 2012

HAMMER OF GORE - Uglified - Cd / Eigenproduktion


Plakativ und primitive, da stehe ich drauf. Wenn ich einen Bandnamen lese, der aufgrund seines puren Klanges offensichtliche Absichten an Karl´s Litfaßsäule hämmert, ihn in Blei und Blut manifestiert, dann werden bestimmte Erwartungshaltungen provoziert. Und wenn dann die Schlichtheit schon des ersten Riffs mit nichts weiter als Effektivität protzt, dann fällt es überhaupt nicht schwer mit einzusteigen. Hammer Of Gore ist so ein „straight to the point“ Ding, ohne Schnickschnack, aus voller Brust ab in den Grabenkampf quasi. Dazu muss man zwar tapfer zu Bands wie Jungle Rot, SFU oder Torture Killer stehen, aber wer den Schritt einmal gewagt, und Nörglern mit der Bierpulle den Scheitel missioniert hat, der steigt auch bei dem teutonischen Ableger guten alten Schwerlast – Death –Metals´ ohne langes Zögern ein. Oberste Maxime ist, nur keine Hektik verbreiten und die Leute nicht mit Chaos und zu viel Selbstverliebtheit in die Flucht schlagen. Lieber eine Sprache sprechen, die jeder auf Anhieb versteht, und wer dann nicht will, kann immer noch einen Fremdsprachenkurs belegen. Um dieses Ziel angemessen im Fokus der angepeilten Zielgruppe zu platzieren, ist das Songwriting überschaubar, das Tempo mehr als nackentauglich und die Riffs bombenbunkerdick. Dazu kommen angenehm unaufgeregte und rollende Vocals, die als Zement die künstlerische Statik garantieren. Mid – Tempo wie aus dem ungeschriebenen Lehrbuch eben, von ganz tief unten mit dem Schleppanker durch den Schlick bis hin zu flotteren Parts. Die sind dann so was wie das metaphorische Ebenbild einer erfolgversprechenden Panzerattacke ohne Flankenschutz und allzu große Taktik, einfach nur drauf los, mit den entsetzten Gesichtern der Feinde vor den Rohren. Ohne Flankenschutz und Rücksicht auf Feuer aus den Schatten. Das könnte es durchaus geben, wenn wieder einer daher kommt, der wegen persönlichem Fantasieverlust Plagiatsvorwürfe in Richtung der voran genannten Bands macht und Mister Rasta Barnes über alles stellt. Gewiss kann man es sich so einfach machen, aber solange eine Band, die aus solch einem versuchten Born schöpft und gar kein Frischwasser sucht, ihren Spaß am metzeln hat und es uns sogar noch spüren lässt, ist doch alles in Ordnung. Wer könnte schon was gegen einen zähen und hässlichen Bastard haben, der sich in seinem Revier auskennt, einen immens schwereren Sound die Treppe hochschleppt und dabei nicht einen Tropfen Schweiß verloren hat. Hammer Of Gore machen jedenfalls einen coolen Eindruck, haben ein Gespür für das Wirkungsvolle innerhalb Simplen. So entstehen recht anspruchslose Songs ohne negative Anhaftung. Ich glaube nicht, dass die Band auf der Suche ist, irgendein Novum zu finden oder ein Tabu zu brechen, und wer sich damit arrangieren kann, dem sei „Uglified“ dringend empfohlen. http://www.facebook.com/hammerofgore
8/10

Wednesday, March 14, 2012

CENTURION - Serve No One - Cd / Psycho Records


CENTURION verfügen über einen omnipotenten Schlagwerker, der das Heft dermaßen selbstbewusst an sich reißt, dass der Rest der Band nur noch die Splitter zusammen fegen darf, die er bei seinem Zerstörungswerk fallen lässt. Der Kerl ist für Dauerblast geboren und hat wahrscheinlich schon im Kindergarten allein am Tisch sitzen müssen, da die anderen Knirpse Angst vor seinem Radius während vieler unkontrollierter Ausbrüche hatten. Und auch heute hat der das nicht wirklich im Griff. Eine Band sollte homogen funktionieren, wenn ein Part dermaßen dominant ist, leidet die gesamte Familie. Das hat natürlich auch soundtechnische Ursachen, da gehören einfach mehr Druck und ein viel sensibleres Mastering dazu. Weniger verwunderlich erscheint das Problem durch den Fakt, dass der Mixer selbst Drummer. Betriebsblindheit! Aber gut, krallen wir uns mal an der Musik selbst fest. Wie schon erwähnt, Blast! Atemloses Geschredder .mit diabolischen Vocals, manchmal zweistimmig und wenig abwechslungsreichen, blechernen Gitarren. Dafür aber mit hohem Aggressionspotential, das durch die wenigen mit Geschwindigkeit zurück gefahrenen Momente zusätzlich Masse zu gewinnen weiß. CENTURION orientieren sich durchaus angemessen an Bands wie Nile und Angel Corpse. Dumm nur, dass bei dieser blinden Raserei, selbst mit vielleicht ambitionierter (wenn auch nicht durchweg hörbar) Gitarrenarbeit, auch Langeweile das Licht verdunkeln kann wie ein hämorrhoidenverseuchter Sitzsack den Sonnenschein in der keramischen Abteilung. Irgendwann ist einfach mal Aufnahmestopp! So wird dieses Polenungetüm nur bei ausgesprochenen Lichtgeschwindigkeitsjunkies fruchten. Und dafür dass die so auf die Tube drücken, haben die ein Produktionstempo wie ein übergewichtiger Pilgerzug gen Canossa! 2 verdammte Jahre hat es gedauert bis die Band uns mit „Sacrilege“, „Total Terror“ und ihren anderen Schmuckstücken bewerfen konnten. Irgendwie konträr das Ganze, oder? Lange Schwangerschaften müssen anstrengend sein! Mit all der Qual und Freude in einem Ritt ist „Serve No One“ sicher nett aber kaum ein Aufreger. Und welche Band will schön hören, sie hätte nette Arbeit geleistet. Nett ist schließlich der kleine Bruder von Scheiße! So weit gehe ich natürlich nicht, Timing und all die Sachen stimmen schon, die haben einfach vergessen richtige Knaller zu komponieren und das Denken dem Bleifuß überlassen, der dann mit verkrampftem Huf in den Sonnenuntergang gerast ist. Ganz ohne Romantik. Na ja und die erwähnte Produktion, die ist dann doch zu schmalbrüstig. CENTURION verteilen auf der ganzen Länge Geschenke, die sie mal lieber für sich einbehalten hätten. Mit mehr Bums in allen Belangen hätte das wirklich was werden können. So dreht sich das Album in Endlosschleife und leicht abgegriffen um die wahren Blastkapellen, denen CENTURION leider etwas hinterher hechelt. Da bleiben nur der Querdaumen und die Hoffnung.
6/10

Tuesday, March 13, 2012

EMBRIONAL - Absolutely Anti Human Behaviors - Cd / Old Temple


EMBRIONAL beherrschen das Death Metal Fach hörbar aus dem FF, sollten sie auch nach 10 Jahren und diversen Veröffentlichungen. Die polnischen Nachbarn drehen die Regler beim Sender Gleiwitz wieder auf, provozieren dabei aber niemanden mehr, noch lassen sie sich als Fake zum Sündenbock für unlautere Absichten machen. Selbst das lokale Stigmata (die kommen da nun mal wirklich her) ist bei den postmodernen Geschichtskenntnissen einer neuen Generation keines mehr. So können sie sich auf das konzentrieren, was Death Metal Bands jenseits der Oder nun mal am besten können, mit Niveau drauflos prügeln. Dabei pellt sich das musikalische Frühstück mit akustischer Wildheit aus seiner Schale wie ein frisches, weich gekochtes Ei. Es entfacht nicht unbedingt sofort Freude beim Konsumenten, da es erst mal in Fetzen auf den Teller fällt, weil es regional geschürte Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Oder aber die Band hat alles was Landsgenossen in den letzten 20 Jahren fabriziert haben, zum Anlass genommen, nicht länger im Trüben zu fischen und sich dem frühzeitigem Erbe noch längst nicht verblichener Spießgesellen anzunehmen. Und so geht es recht bunt zu, Blast und Midtempo, Düstersound und melodiöse Solos, mal zu schwarz tendierend, mal blutrot brutal auftretend, mal direkt aber auch gern tricky. Auf generelle Nachvollziehbarkeit legen die Knäblein nicht viel Wert, wohl aber auf einen gehobenen Anspruch an das eigene Können. So klingen sie auch mal ansatzweise modern, oft nach Old School, eigentlich aber nach Technik und kompromissbereiter Härte. Dann geht das Tempo eben auch öfters so weit runter, dass aus seiner Eiseskälte ein melancholisches Instrumental kalbt, oder Solis einen unbedingten Willen zu harmonischer Beliebtheit versprühen. Generell sind die Songs zu voll gepackt um alles auf einmal zu verdauen und wirken damit häufig unnötig überfrachtet. Aber das bleibt die Entscheidung der Musiker. Die Sache mit der primitiven Frontalattacke geht ihnen nicht so von der Hand, daran würden die bestimmt nie einen Gedanken verschwenden, die bleiben eher die nicht immer durchschaubaren Taktiker. Ob das Album ankommt oder an der momentanen Vorliebe für verführerischen primitiven Stumpfsinn abprallt, wird sich zeigen, mit dem was die EU - Osterweiterten da im Handgepäck durch den Zoll tricksen, hätten sie sich aber schon ein paar zusätzliche Lorbeeren verdient. Wer ein Repertoire von Hass versprühend wie eine Jaucheschleuder auf ausgemergeltem Ackerland bis hin zu harmoniebedürftiger Selbstkasteiung besitzt, sollte nicht unbeachtet durch Ruinen schlurfen müssen, der darf laut nach Aufmerksamkeit schreien und so manchen Musikzombie aus der Totenstarre erwecken. Zumindest jene, die hungrig auf abgehangenes, leicht ranziges Fleisch sind und nicht gegen das dezente herum manipulieren an der Marinade haben. EMBRIONAL machen schließlich nichts anders, als das was die Szene vorgegeben hat. Sie packen halt nur 2 oder 3 Ziegel mehr auf die Mauer und verputzen etwas dicker. Und wer die Metaphern nicht verstanden hat, der kauft das Album und beschwert sich hinterher woanders!
7/10

Friday, March 9, 2012

DARKNESS BY OATH - Near Death Experience - Cd / Cyclone Empire


Darkness By Oath präsentieren auch ihr 3.Album in schönster Göteborgtradition und bombardieren uns mit Melodien und häufig zu cleanen Sounds. Auch dieses mal gibt es Rückendeckung von bekannten „Szeneveteranen“. Ob es wirklich viel genutzt hat, wage ich so ein bisschen zu bezweifeln. Denn trotz recht versierter Beherrschung des Fachs, wirken einige Songs nur bedingt homogen, eher als wären sie beliebig zusammen geflickt. Das Aufstoßen einer romantischen bis epischen Tür, macht dabei gar keinen so schlechten, wenn auch gewöhnlichen Eindruck, der Versuch passagenweise cleanen Gesang einzubauen (beim letzten Song der Scheibe), ist dann aber doch mächtig aufgesetzt und schwülstig. Ansonsten quält sich der Sänger mit sehr anstrengenden, gepresst klingenden Vocals, die den Eindruck hinterlassen, er leide an echt schlimmen Kopfschmerzen oder übler Verstopfung. Eigentlich ganz in der Tradition dessen, was moderne Metalcore Bands so anbieten. Das bevorzugte Repertoire liegt aber eher bei artverwandten In Flames bis hin zu kultigen At The Gartes. Wobei beide Bands halt die Originale sind und dementsprechend mehr Fleisch auf den Rippen haben. Darkness By Oath bereichern die Szene nicht gerade mit innovativen Schüben, beglücken uns eher mit einem zufriedenstellenden und stimmigen Melodic – Album, ohne allzu große Ansprüche auf einen vorderen Startplatz, nahe der Poleposition zu erwerben. Generell reagiert die Presse aber scheinbar positiv auf die spanischen „Schweden im Geiste“, und so werden sie sich schon irgendwie durchwursteln. Mir persönlich und ganz subjektiv gesprochen, fehlen echte Hooks, die die Lauschlappen in die vertikale strecken. Mir fehlen markante und fette Riffs und satte Bässe. Die Produktion ist einfach zu sauber, eher vegan denn karnivor. So ist es zwar schön, dass endlose Melodien und flitzende Finger mit musikalischen Aggressionen in wechselnden Tempi Hand in Hand gehen, wenn der abgeschossene Pfeil aber sein Ziel ständig, vielleicht sogar nur knapp verfehlt, dann ist trotzdem viel Schweiß, Blut und Sauerstoff im Mahlstrom nicht zurückgewinnbarer Zeit verloren. Da kann Dan Swanö von mir aus verbale Schützenhilfe geben, ich vermisse den unbedingten Willen, bei allem unbestreitbaren Können auf „Near Death Experience“, mal richtig einen raus zu hauen. Was wie in Granit gemeißelt scheint, ist halt episches Bestreben verbunden mit der Fähigkeit genretypische Melodien zu kreieren. Kann sein, dass das maßgebend für ein positives Feedback im generellen ist, mir reicht es aber nicht. Da es dem unergründlichen Willen des Schöpfers sei Dank aber kaum auf die konträre Meinung eines einzelnen ankommt, steht euch die Entscheidung selbst zu. Hört rein und lasst euren Bauch entscheiden. Von mir an dieser Stelle nur einen Querdaumen.
5/10

Wednesday, March 7, 2012

BLESSED CURSE - Blessed Curse - Cd / Cyclone Empire



Blessed Curse klingen wie ein Ableger reinster Ruhrpott – Thraserei, wenn sie auch territorial ganz woanders verwurzelt sind. Amis nämlich, solche die aus einem Tiefschlaf aufgewacht zu sein scheinen. Die hatten bestimmt einen schrecklichen Autounfall nach einem Springbreak oder so was in der Art und lagen seither im Koma. Irgendeine unvorsichtige Nachtschwester hat den falschen Tropf angehängt und amerikanisches Dünnbier in ihre Venen tröpfeln lassen, ein unglücklicher Umstand, der die 3 wieder zurück geholt hat. Im Angesicht von 30 verlorenen Jahren haben sie nun die hektische Absicht, alles nachzuholen was in der Kürze der verbliebenen Zeit eben noch möglich ist. Und dazu gehört es, eine Thrash Metal Scheibe aufzunehmen. Die hatten in all der qualvollen Zeit bestimmt genügend Albträume um sich Inspirationen zu besorgen, die sie auf ihrem Debüt verwursten können. Und so gut ihnen das auch gelungen sein mag, reicht es doch nicht wirklich, nur gute Riffs aneinander zu ketten wie eine Strafkolonne beim Steine klopfen. Selbst wenn der Sänger panisch seine Vokale sucht, die Solos mehr als authentisch sind und die ihre Instrumente beherrschen gelernt haben, hat das Album immer noch zu wenig Potential um am Ruhm der alten Klassiker zu kratzen. Lediglich den Staub zu ihren Füßen kehrt die Band passabel beiseite. Der selbstbetitelte Erstling bietet sich als Reminiszenz einer untergegangenen und wieder auferstandenen Epoche an, küsst den Boden über den andere wandelten und vergisst dabei, echte Aggression zu versprühen und die eigenen Eier zu zeigen. Aber vielleicht steckt auch irgendeine Absicht dahinter, dass das komplette Werk so unbeschwert und vergnüglich klingen muss, vielleicht ist das mit dem Spaßfaktor auch nur ein Relikt von einst. So auf diesem Tankard oder Risk Niveau, die aus dem Pott waren schon irgendwie verbissener und realistischer, denke ich. Wenn ich die Bandvita aber richtig verstehe, meinen die das durchaus und nicht erst seit heute ernst, da stellt sich mir die Frage, woher das Gefühl kommt, das Album schon mal gehört zu haben … und dann auch Gefallen daran gefunden zu haben. Also wer in der Hochzeit thrashiger Nieten und Kuttenjunkies nicht schon den Kanal voll hatte, der kann getrost einen großen Hieb von der Spaßbrause der 3 Burschen nehmen, ordentlich rülpsen und sorglos in die offensichtlich andauernde Feier einsteigen. Blessed Curse lassen nichts vermissen, was Kreator und Co musikalisch kreiert haben und wenn ihr euch das Album reintut, dann werdet ihr schnell merken, dass ihr auf vertrautem Boden wandert und vorsichtige Schritte vollkommen überflüssig sind. Von mir Daumen halbhoch für sture Kompromisslosigkeit, hätte aber mehr drin sein können. Wahre Passion kann tatsächlich Segen und Fluch zugleich sein! 6/10

Monday, March 5, 2012

GRAVEYARD - The Altar Of Skulpted Skulls - Ep / Pulverised Records


Unter dem Namen Graveyard pöbeln und rumoren Bands weltweit und ohne einen Blick in die Vita ist da schnell das größte Chaos angerichtet. Hier tritt nun der spanische Senker aus der Deckung und vor die Flinte. Gewachsen in importierter Friedhofserde aus dem guten alten Schweden, reißt er das Maul auf und reckt seine Glieder. Die Erde aus seiner Wiege wurde dort bereits zu Beginn der 90er einem wurmverseuchten und mit Leichengift getränkten Totenacker entnommen und später unter die südliche Sonne gekarrt. Ebendort ausgebracht, bei Vollmond von 2 einbeinigen, zahnlos murmelnden Totengräbern, entfaltete die Krume ihre volle Macht und presste einen Schössling in die stockfinstere Nacht, auf dass er seinem nördlichen Stammbaum viel Ehre machen wird. Das was dort auf dem katalonischen Begräbnishügel lautstark in die Welt explodiert, ist roh, zügellos, immens morbide und in diesem Sinne melodisch. Der Sänger klingt, als hätte ihm der bröcklige Aushub seiner Geburtsstätte die Stimmbänder zerkratzt, oder er müsste noch Rester auskotzen. Tonnenschwere, primitive Leads, klassische Solis, eine Produktion so authentisch wie ein 68er Camaro, präzise Gänsehautmelodien , all das ist zu einem großen Déjà-vu Effekt verschnürt. Kurzum, die absolute Midtempo – Hölle! Jedenfalls ist das alles sehr eingängig und aufgrund seiner unzweifelhaften Absichten und Herkunft verwerflich düster. 6 Stücke lang rumpelt der Leichenzug laut polternd über die ausgespülte Zufahrt zur letzten Ruhestätte und zeigt sich auch bei Bands wie Asphyx, Bolt Thrower und Autopsy dankbar für periphere Geburtshilfe. Sicher ist, dass das spanische Quartett den Gong nicht gehört hat, das Wort zeitgemäß wissentlich negiert und so mancher ihnen für diese Einstellung dankbar sein wird. Passend zur Welle neuer, alter Sounds spielen Graveyard in einer Liga, die ihnen in der alten Zeit größere Chancen eingeräumt hätte irgendwann mal als Kult abgefeiert zu werden. Im Schein der modernen LED Leuchten, die das flackernde Kerzenlicht aus Friedhofslaternen vertrieben haben, genügt die Ep mindestens dem Anspruch eines Achtungserfolges und wird zweifelsohne ihre Anhänger finden. Jene die gute Musik, verbunden mit einer glaubhaften Attitüde erkennen, werden der Band auch 2-mal auf die Schulter klopfen. Wenn man es denn zu akzeptieren weiß, das Technik und allzu großer Individualismus nicht auf der bandeigenen Landkarte stehen, und dass hier nicht noch ein Abendstern aufgeht, dem die Leute ergeben hinter her stolpern müssen. Wer diese Art von akustischen Gewaltexzessen als Reminiszenz an (hier eintragen wem gewidmet) versteht, kommt definitiv auf seine Kosten! Ein echter Pluspunkt ist die Spielzeit mit knapp 25 Minuten, etwas woraus viele andere ein volles Album machen. Erschienen ist der Hörinfarkt meines Wissens letztes Jahr schon mal und bekommt nun durch Pulverised Records einen neuen Anschub, was sicher legitim ist.
7/10

Friday, March 2, 2012

GUTFED - Promo 2012


3, wenn auch kleine Veröffentlichungen innerhalb des ersten Jahres nachdem die Musiker in Istanbul aus dem Gully geschlüpft sind, könnte man als beachtliche Leistung honorieren, oder ad absurdum führen. Wenn dann ganz schnell klar wird, dass es sich um Brutal – Slam - Death Metal handelt, liegt es auf der Hand wie die ihre Ergüsse so schnell raus hauen konnten. Die Genremöglichkeiten sind nun mal stark eingeschränkt, beinahe jedes Kautschukriff ist anderswo schon ein Dutzend Mal strapaziert worden, die gewohnten Beatdowns lassen die Boxen einen Schlaftablettentanz über das Laminat vollführen und der Sänger knurrt wie ein altersschwacher Berglöwe auf Methadon. Der Schlagzeuger macht natürlich auch irgendwas, er scheint aber selbst noch zu überlegen, was es ist. Für Genrefans dürften Gutfed souveräne Kost sein, die auch gut ankommen wird, für alle anderen klingt das eher als wären die Burschen schon tot und wüssten das auch ganz genau, haben nur beschlossen ihren Verwesungsprozess auf Eis zu legen, um die Welt mit der nächsten über die Maßen brutalen und schnell langweiligen Band zu malträtieren. Diverse Tempowechsel mit erbaulicher Geschwindigkeitsanhebung sind nur von kurzer Dauer und schmerzhafte Obertöne pfeifen auch immer mal wieder vom 6 – Saiter. Viel mehr gibt es nicht her, der Kreativität sind genrespezifisch straffe Fußfesseln angelegt. Wer braucht auch Melodie, Technik oder geschickte Finger im Allgemeinen. Hauptsache der Rhythmus kommt einem Vollrausch mit Gleichgewichtsstörung und Verlust der Muttersprache gleich. Bestimmt lässt es sich dazu prima im Kreis herum stapfen wie ein apathischer Zirkusbär im Käfig und mit genug Tanklast im persönlichen Turm wird das auch irgendwann Spaß machen. Für den schnöden Gebrauch an normalen Tagen, an denen wir uns mit unserem Leben herum schlagen müssen, ist das schnell fade und vergessenswert. Ob das dann wirklich ein Verlust wäre, kann ich so nicht sagen, der künstlerische Anspruch jedenfalls befindet sich irgendwo unterhalb der Wasserkante des Bosporus. Gutfed lassen uns nichts Neues entdecken, das Devourment nicht schon publiziert hätten, und jetzt kommt´s – das wahrscheinlich besser oder wenigstens überzeugender. Es besteht, um fair zu bleiben, aber auch kein Grund, die 3 Stücke weiter schlecht zu reden, denn die Band steht hoffentlich zu ihren Untaten und hat es damit genau auf solche Töne abgesehen. Also sollte allen freien Lauf gelassen werden, die sich gern schwankend, rudernd und trampelnd einigermaßen rhythmisch im Kreis bewegen können. Euch wünsche ich bei solch sportlichen Aktivitäten viel Vergnügen, verkippt euer Bier nicht und alle anderen halten einfach durch, schlimmer geht’s immer. Hier klicken und selbst beurteilen: FACEBOOK
5/10

Thursday, March 1, 2012

REVEL IN FLESH - Deathevokation - Cd / FDA Rekotz


Liebes Veranstaltungsteam, im Namen unserer Selbsthilfegruppe “Aggressionstherapie in der Midlifecrisis” möchte ich mich für den gelungenen Folkloreabend bedanken. Einige von uns waren schon immer (andere mussten) an der Geschichte und Gestalt volkstümlicher schwedischer Musik interessiert. Und so sind wir ihrer Einladung gern nachgekommen, um gleich 2 Fliegen mit der sprichwörtlichen Klappe zu schlagen. Zum einen durften wir ihre wunderbare Musik genießen und in den Erinnerungen einer vernebelten Jugend schwelgen. Und zum anderen war ihre Darbietung überaus geeignet die Erfolge unserer Gruppe auf die Probe zu stellen. Lediglich der Peter hat aufs Maul gekriegt, weil er in das Büfett gekotzt hat. Alle anderen haben ihren Aggressionen mit wutverzerrten Minen freien Lauf gelassen ohne sich gegenseitig ernsthaft zu verletzen, wir haben quasi alles in den Tanzboden gestampft. Selbst dass sie den melodischen Aspekt der Musik zu schätzen wissen, war der beängstigenden Präsenz ihrer Darbietung niemals abträglich. Der Gunnar, eigentlich sonst ein eher zurückhaltender (er hält andere zurück um selbst als erster eine landen zu können) will sich nächste Woche ein Schlagzeug kaufen, da er von der Leistung ihres Mitarbeiters an der Trommel so beeindruckt war. Außerdem kann er so auf irgendwas immer feste einprügeln ohne fremdes Blut zu vergießen. Die Bezeichnung für diese extravagante Art von lauter Kleinkunst, alias Old School Death Metal, wurde von allen als zutreffend betrachtet, viele von uns waren auf ähnlichen Happenings, aber das ihre würden wir immer wieder besuchen. Der Henning wollte sie auch der Frauengruppe vom Männerschutzbund empfehlen, aber das haben wir ihm ausgeredet. Wir mussten ihn sogar knebeln und im Kartoffelkeller wegschließen. Auch Überzeugungsarbeit ist ein Bestandteil unserer bisher gemachten Fortschritte. Das ist etwas, das wir gemein haben. Auch sie wollen andere überzeugen, ihre Produkte zu erwerben, sich für ihre Kunst zu begeistern und vor ihrer Bühne die Dielen zu verbiegen. Vielleicht sind es die Gemeinsamkeiten die sie und ihre Anhänger verbinden, vielleicht sind es auch andere Dinge, wer weiß das schon. Malte hat während des ganzen Abends von weit hinten an der Bar Dismember gebrüllt, das habe ich aber nicht verstanden. Er wurde dann auch im gemeinschaftlichen Konsens vor den nächsten Bus geworfen, aufgrund unpassender Interruptionen. Und sollte irgendwer den Vorwurf einer Retrotrendeintagsfliege anbringen wollen, wenden sie sich vertrauensvoll an uns, wir kümmern uns darum, das sind wir ihnen nach diesem grandiosen Album schuldig. Mit freundlichen Grüßen ,Jörg und die (imaginären) Kumpels aus Camp Blood.
9/10