Wednesday, March 14, 2012

CENTURION - Serve No One - Cd / Psycho Records


CENTURION verfügen über einen omnipotenten Schlagwerker, der das Heft dermaßen selbstbewusst an sich reißt, dass der Rest der Band nur noch die Splitter zusammen fegen darf, die er bei seinem Zerstörungswerk fallen lässt. Der Kerl ist für Dauerblast geboren und hat wahrscheinlich schon im Kindergarten allein am Tisch sitzen müssen, da die anderen Knirpse Angst vor seinem Radius während vieler unkontrollierter Ausbrüche hatten. Und auch heute hat der das nicht wirklich im Griff. Eine Band sollte homogen funktionieren, wenn ein Part dermaßen dominant ist, leidet die gesamte Familie. Das hat natürlich auch soundtechnische Ursachen, da gehören einfach mehr Druck und ein viel sensibleres Mastering dazu. Weniger verwunderlich erscheint das Problem durch den Fakt, dass der Mixer selbst Drummer. Betriebsblindheit! Aber gut, krallen wir uns mal an der Musik selbst fest. Wie schon erwähnt, Blast! Atemloses Geschredder .mit diabolischen Vocals, manchmal zweistimmig und wenig abwechslungsreichen, blechernen Gitarren. Dafür aber mit hohem Aggressionspotential, das durch die wenigen mit Geschwindigkeit zurück gefahrenen Momente zusätzlich Masse zu gewinnen weiß. CENTURION orientieren sich durchaus angemessen an Bands wie Nile und Angel Corpse. Dumm nur, dass bei dieser blinden Raserei, selbst mit vielleicht ambitionierter (wenn auch nicht durchweg hörbar) Gitarrenarbeit, auch Langeweile das Licht verdunkeln kann wie ein hämorrhoidenverseuchter Sitzsack den Sonnenschein in der keramischen Abteilung. Irgendwann ist einfach mal Aufnahmestopp! So wird dieses Polenungetüm nur bei ausgesprochenen Lichtgeschwindigkeitsjunkies fruchten. Und dafür dass die so auf die Tube drücken, haben die ein Produktionstempo wie ein übergewichtiger Pilgerzug gen Canossa! 2 verdammte Jahre hat es gedauert bis die Band uns mit „Sacrilege“, „Total Terror“ und ihren anderen Schmuckstücken bewerfen konnten. Irgendwie konträr das Ganze, oder? Lange Schwangerschaften müssen anstrengend sein! Mit all der Qual und Freude in einem Ritt ist „Serve No One“ sicher nett aber kaum ein Aufreger. Und welche Band will schön hören, sie hätte nette Arbeit geleistet. Nett ist schließlich der kleine Bruder von Scheiße! So weit gehe ich natürlich nicht, Timing und all die Sachen stimmen schon, die haben einfach vergessen richtige Knaller zu komponieren und das Denken dem Bleifuß überlassen, der dann mit verkrampftem Huf in den Sonnenuntergang gerast ist. Ganz ohne Romantik. Na ja und die erwähnte Produktion, die ist dann doch zu schmalbrüstig. CENTURION verteilen auf der ganzen Länge Geschenke, die sie mal lieber für sich einbehalten hätten. Mit mehr Bums in allen Belangen hätte das wirklich was werden können. So dreht sich das Album in Endlosschleife und leicht abgegriffen um die wahren Blastkapellen, denen CENTURION leider etwas hinterher hechelt. Da bleiben nur der Querdaumen und die Hoffnung.
6/10

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