Thursday, March 29, 2012

DEADBORN - Mayhem Maniac Machine - Cd / Apostasy Records


Teutastischer Fanatismus ist von Nöten um eine ausgeschriebene Totgeburt nicht als solche im Sinne eines übereifrigen Medizinstudenten auf der Chromplatte zu zerschnippeln, und die Überreste als Hundefutter an einen osteuropäischen Köterekampfzirkus zu verhökern. Eine teutonische Totgeburt sollte etwas ganz spezielles sein, und seinem Namen nur in einer Beziehung Geltung verschaffen, mit brutaler Überzeugungskraft und technischem Antrieb Nacken knacken lassen. Um das wiederrum zu erreichen, haben die Väter der Bestie aus dem beschaulichen Badischen Land eine Maschinerie in Gang gesetzt, die die Gier nach Blast, tricky stuff, heftigen Lautstürmern, vielleicht sogar catchy Stahlbiegern befriedigt. Beinahe hätte ich geglaubt, der Band hätte das Gebiss der Zeit die Eier abgekaut, nachdem sie irgendwann nach 2007 den Erfassungsbereich meines zerebralen Zwischenspeichers verlassen haben. Aber nun stehen sie wieder frisch abgeschmiert und in allen biomechanischen Gelenken beweglich mit neuen Stücken an der Pforte und klopfen mit bleierner Beharrlichkeit Beulen in das Türblatt. Ich hab sie ein Weilchen an der Klingel warten lassen um zu sehen ob mir gefällt, was da auf uns zu kommt und ich muss sagen, dass nicht alles sofort eingeschlagen hat und mir, ganz subjektiv, die schnelleren Stücke besser gefallen, da allein die Riffe so ihre Haken ins Trommelfell schlagen, und einfach andocken um ein bissel zu bleiben (Bionic Abomination) Doch je mehr Tiefe jeder bereit ist zuzulassen, umso interessanter und vor allem variabler gestaltet sich das komplette Album. Ich picke mal „Insane Motor Cortex“ heraus. Das heizt zu Beginn ohne Bremskraftverstärker im Geschwindigkeitsrausch über totmetallische Schnellstraßen und hinterlässt einigen Abrieb, in Folge vorgetäuschter Atemlosigkeit, vielleicht auch Benzinknappheit, rein metaphorisch, geht irgendwann der Fuß vom Gas, etwas Schwere kommt hinzu und plötzlich bekommt das Stück einen Anflug von Groove. Gut, hält vielleicht nicht lange, hat aber verhindert, dass irgendjemand in blastender Monotonie in den Gegenverkehr brettert. Die ganz große Überraschungsparty dürft ihr vielleicht nicht erwarten, Deadborn haben aber immer deutlich zu viel unter der Haube, um in der Provinz nur die Tenne zum wackeln zu bringen. Das ist technisch fit, in Punkto Songwriting geschickt und mit Leichtigkeit an den Stromschnellen namens „Zu Viel“ und Zu Wenig“ vorbei gesteuert und aus orthopädischer bis chirurgischer Sicht ungemein riskant für den anatomisch dafür nicht ausgelegten Bewegungsapparat. Also bitte, Stecker rein, Sprit aufgekippt, Menschenmaterial ins Tretrad, stark anblasen und freie Fahrt für eine perfide geölte Death Metal Maschine mit beutelgermanischer Präzision. Reibungsloses Warmlaufen ist angesagt, ohne starren Tunnelblick, sondern mit der Fähigkeit ausgestattet, Blut in alle Himmelsrichtungen fließen zu lassen. Push the button, start your engines!
8/10

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