Saturday, March 24, 2012

DeathCult - Demo 2011


Das antikverliebte Dreiergespann (in relativer Beziehung zur Existenz des Subgenres Death Metal), fühlt sich in der eigenen, etwas unterkühlten Heimat Chicago nur bedingt wohl. Deren Musik tendiert eher gen Florida und seiner wegweisenden Todesanzeige, da geht es ausschließlich um Effizienz ohne Lametta. Gitarren runter, darauf simple Riffs gehackt, die wie lästige Kletten in den Klamotten hängen bleiben, vielleicht noch einen Hauch schwarzer Morbidität dazu und wir haben das komplette Konzept von Death Cult im Ohr. Im Zuge der erdrückenden Old School Schwemme machen die einen ganz annehmlichen Eindruck, selbst wenn das Demo nur 2 Songs enthält. Der erste „Born To Lose“ mag noch pessimistisch den eigenen Erfolg in Frage stellen. Dem nicht zwingend hausgemachten Fabrikat können sie ohne Selbstzweifel Vertrauen schenken. Nur zu gern lass ich mich von der immensen Schwere primitiver Akkorde beeindrucken. Welche von der Sorte, bei der der Musiker nicht schwitzen muss, nicht aus der Puste kommt, die einfach so nebenbei herauszukullern scheinen. Dass auch hinter den einfachen Dingen viel Arbeit stecken mag, sei unbezweifelt, lässt sich auf den ersten Ruck nur nicht vermurten. Das darauf folgende „ Mutant Generation“ punktet noch wesentlich intensiver mit einem absoluten 6 - Saiten Ohrgranaten Thrash Angriff, dem zu entweichen nur schwerlich möglich sein dürfte. Das einmal gehört und der Mist (löblich und positiv zu verstehen) hängt mir am Arsch wie Zecken beim Pilze sammeln und dem begleitenden Zwang, dem Ruf der Natur folgen zu müssen. Im Prinzip wiederholt sich das Basisthema ständig, inklusive Chorus, den mitzugrölen ab einem gewissen Partypegel ebenfalls unausweichlich wird. Das ist aber in keinster Weise als negativer Anheftung verfehlter Kritiksucht zu verstehen. Also, Death Cult ist was für eingefleischte Schlachtenbummler von frühen Obituary, technikfreien Cannibal Corpse und Asphyx mit etwas beschleunigter Reisegeschwindigkeit. Zwei Songs reichen selbstredend nicht, um ein befriedigendes Sättigungsgefühl zu erlangen, da gilt es wohl Wartezeit zu überbrücken, bis ein komplettes Album erscheint. Damit ist es im Sommer via Razorback so weit. Bleibt abzuwarten und auszusitzen, ob sich das Bandgerüst breitbeinig aufstellen wird, treu zu seinen Wurzeln steht und sich vor allem im bleiernen Todesstadtdschungel behaupten kann. Das Fundament ist felsenfest und vor Äonen (in postmoderner Zeitrechnung) von Anderen gegossen worden. Das Haus mit dem kilischeebeladenen Namen Death Cult, haben die Brüder in Eigenarbeit errichtet, und bei der Mühe, die so was kosten mag, würde ich mich freuen, wenn sie dem Wertverfall auf dem metallischen Immobilienmarkt die Stirn bieten. Hier geht’s direkt zur Hörprobe: http://www.reverbnation.com/deathcultchicago
7/10

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