Tuesday, March 13, 2012

EMBRIONAL - Absolutely Anti Human Behaviors - Cd / Old Temple


EMBRIONAL beherrschen das Death Metal Fach hörbar aus dem FF, sollten sie auch nach 10 Jahren und diversen Veröffentlichungen. Die polnischen Nachbarn drehen die Regler beim Sender Gleiwitz wieder auf, provozieren dabei aber niemanden mehr, noch lassen sie sich als Fake zum Sündenbock für unlautere Absichten machen. Selbst das lokale Stigmata (die kommen da nun mal wirklich her) ist bei den postmodernen Geschichtskenntnissen einer neuen Generation keines mehr. So können sie sich auf das konzentrieren, was Death Metal Bands jenseits der Oder nun mal am besten können, mit Niveau drauflos prügeln. Dabei pellt sich das musikalische Frühstück mit akustischer Wildheit aus seiner Schale wie ein frisches, weich gekochtes Ei. Es entfacht nicht unbedingt sofort Freude beim Konsumenten, da es erst mal in Fetzen auf den Teller fällt, weil es regional geschürte Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Oder aber die Band hat alles was Landsgenossen in den letzten 20 Jahren fabriziert haben, zum Anlass genommen, nicht länger im Trüben zu fischen und sich dem frühzeitigem Erbe noch längst nicht verblichener Spießgesellen anzunehmen. Und so geht es recht bunt zu, Blast und Midtempo, Düstersound und melodiöse Solos, mal zu schwarz tendierend, mal blutrot brutal auftretend, mal direkt aber auch gern tricky. Auf generelle Nachvollziehbarkeit legen die Knäblein nicht viel Wert, wohl aber auf einen gehobenen Anspruch an das eigene Können. So klingen sie auch mal ansatzweise modern, oft nach Old School, eigentlich aber nach Technik und kompromissbereiter Härte. Dann geht das Tempo eben auch öfters so weit runter, dass aus seiner Eiseskälte ein melancholisches Instrumental kalbt, oder Solis einen unbedingten Willen zu harmonischer Beliebtheit versprühen. Generell sind die Songs zu voll gepackt um alles auf einmal zu verdauen und wirken damit häufig unnötig überfrachtet. Aber das bleibt die Entscheidung der Musiker. Die Sache mit der primitiven Frontalattacke geht ihnen nicht so von der Hand, daran würden die bestimmt nie einen Gedanken verschwenden, die bleiben eher die nicht immer durchschaubaren Taktiker. Ob das Album ankommt oder an der momentanen Vorliebe für verführerischen primitiven Stumpfsinn abprallt, wird sich zeigen, mit dem was die EU - Osterweiterten da im Handgepäck durch den Zoll tricksen, hätten sie sich aber schon ein paar zusätzliche Lorbeeren verdient. Wer ein Repertoire von Hass versprühend wie eine Jaucheschleuder auf ausgemergeltem Ackerland bis hin zu harmoniebedürftiger Selbstkasteiung besitzt, sollte nicht unbeachtet durch Ruinen schlurfen müssen, der darf laut nach Aufmerksamkeit schreien und so manchen Musikzombie aus der Totenstarre erwecken. Zumindest jene, die hungrig auf abgehangenes, leicht ranziges Fleisch sind und nicht gegen das dezente herum manipulieren an der Marinade haben. EMBRIONAL machen schließlich nichts anders, als das was die Szene vorgegeben hat. Sie packen halt nur 2 oder 3 Ziegel mehr auf die Mauer und verputzen etwas dicker. Und wer die Metaphern nicht verstanden hat, der kauft das Album und beschwert sich hinterher woanders!
7/10

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