Monday, March 26, 2012

FISTHAMMER - Devour All You See - Cd / HPGD Prod.


FISTHAMMER versuchen ihrem Death Metal einen modernen Anstrich zu verpassen, indem sie Melodien mit wechselnden Vokalhöhen und einer aufgepeppten Nähmaschine als Schlagzeug verwenden und diverse Core – Elemente dazu dichten. Handwerklich stabil, na sicher, aber genau betrachtet auch nicht mehr als ein durchaus stimmiger Ableger von Arch Enemy und späten Carcass. Wer´s denn mag und vor allem mit beinahe schöngeistigen Harmonien und etwas zu grellen Riffs auf medialen Schmusekurs gehen möchte, für den schlüpft die Band aus Philadelphia mit Geschmeidigkeit in die richtige Spalte. Timing scheint das Zauberwort zu sein, denn das Album hört sich nicht so an, als wäre irgendetwas leichtfertig übersehen worden. Das flitzen zackige Solis im Wettstreit miteinander über die blank geputzte Piste, verlieren bei aller technischer Spielerei aber nie den Kontakt zum Bestreben die Übersicht zu behalten. Perfekt dazu nadelt die erwähnte Nähmaschine ihren Takt in den Background und sorgt für durchgehenden und vor allem rhythmisch gelichmäßigen Schwung. Progressiv darf es gern werden, in hemmungslose Frickelei verliert sich die Musik aber niemals. Lieber geht „ Devour All You See“ auch mal epische Wege und nimmt das Geplänkel, sollte es doch zu überzogen werden, wieder zurück. Die tiefen Vokale sind wohl das einzige, was unauffällig bleibt, denn dafür und bei allen Versuchen Variablen einzubauen, bleiben sie doch zu gewöhnlich. Denn selbst der Bass hat etwas über normal zu bieten, treibt er doch hintergründig ein etwas frei – stilistisches Eigenleben, mit leicht verstörenden Jazzanleihen. Also haben sich FISTHAMMER auf den zweiten Blick doch nicht nur als trendy wirken wollende Kopie aufgestellt. Sondern mithilfe der eigenen Fähigkeiten ein anständiges und leicht überladenes Album eingetrommelt. Und ganz bestimmt war es auch hilfreich, den Songs Tiefgang und Vielschichtigkeit überzuwerfen. Allein der Opener „Razorwaves“ dreht und windet sich wie der Wurm am Haken, in der absoluten Gewissheit doch von einem fetten Fisch geschluckt zu werden. Aggressives, sich immer wieder anders darstellendes Riffing, Tempowechsel und Melodien die sich übereinander legen wie paarungsbereite Wanderkröten. Bei all der Wehrhaftigkeit, ist das oberste Ziel trotzdem, dass der auf Interesse gepolte Fisch (also ihr) anbeißt. Dieses Gebaren zieht sich über die ganze Rille, wird aufgrund des immensen Ideenüberschusses, hier und da etwas zu fett um den Speckäquator, generell betrachtet sollte die technische und musikalische Absicht aber belohnt werden. Was wahrscheinlich fehlt, ist etwas Hemmungslosigkeit und die Fähigkeit von selbstgerechter Perfektion wenigstens etwas abzulassen. Denn „Devour all You see“ ist schon beinahe zu clean, zu steril. Aber trotzdem, gut geangelt da hinterm Teich. Für Melodicdrosseln mit Todestrieb!
7/10

No comments:

Post a Comment