Friday, March 2, 2012

GUTFED - Promo 2012


3, wenn auch kleine Veröffentlichungen innerhalb des ersten Jahres nachdem die Musiker in Istanbul aus dem Gully geschlüpft sind, könnte man als beachtliche Leistung honorieren, oder ad absurdum führen. Wenn dann ganz schnell klar wird, dass es sich um Brutal – Slam - Death Metal handelt, liegt es auf der Hand wie die ihre Ergüsse so schnell raus hauen konnten. Die Genremöglichkeiten sind nun mal stark eingeschränkt, beinahe jedes Kautschukriff ist anderswo schon ein Dutzend Mal strapaziert worden, die gewohnten Beatdowns lassen die Boxen einen Schlaftablettentanz über das Laminat vollführen und der Sänger knurrt wie ein altersschwacher Berglöwe auf Methadon. Der Schlagzeuger macht natürlich auch irgendwas, er scheint aber selbst noch zu überlegen, was es ist. Für Genrefans dürften Gutfed souveräne Kost sein, die auch gut ankommen wird, für alle anderen klingt das eher als wären die Burschen schon tot und wüssten das auch ganz genau, haben nur beschlossen ihren Verwesungsprozess auf Eis zu legen, um die Welt mit der nächsten über die Maßen brutalen und schnell langweiligen Band zu malträtieren. Diverse Tempowechsel mit erbaulicher Geschwindigkeitsanhebung sind nur von kurzer Dauer und schmerzhafte Obertöne pfeifen auch immer mal wieder vom 6 – Saiter. Viel mehr gibt es nicht her, der Kreativität sind genrespezifisch straffe Fußfesseln angelegt. Wer braucht auch Melodie, Technik oder geschickte Finger im Allgemeinen. Hauptsache der Rhythmus kommt einem Vollrausch mit Gleichgewichtsstörung und Verlust der Muttersprache gleich. Bestimmt lässt es sich dazu prima im Kreis herum stapfen wie ein apathischer Zirkusbär im Käfig und mit genug Tanklast im persönlichen Turm wird das auch irgendwann Spaß machen. Für den schnöden Gebrauch an normalen Tagen, an denen wir uns mit unserem Leben herum schlagen müssen, ist das schnell fade und vergessenswert. Ob das dann wirklich ein Verlust wäre, kann ich so nicht sagen, der künstlerische Anspruch jedenfalls befindet sich irgendwo unterhalb der Wasserkante des Bosporus. Gutfed lassen uns nichts Neues entdecken, das Devourment nicht schon publiziert hätten, und jetzt kommt´s – das wahrscheinlich besser oder wenigstens überzeugender. Es besteht, um fair zu bleiben, aber auch kein Grund, die 3 Stücke weiter schlecht zu reden, denn die Band steht hoffentlich zu ihren Untaten und hat es damit genau auf solche Töne abgesehen. Also sollte allen freien Lauf gelassen werden, die sich gern schwankend, rudernd und trampelnd einigermaßen rhythmisch im Kreis bewegen können. Euch wünsche ich bei solch sportlichen Aktivitäten viel Vergnügen, verkippt euer Bier nicht und alle anderen halten einfach durch, schlimmer geht’s immer. Hier klicken und selbst beurteilen: FACEBOOK
5/10

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