Monday, March 19, 2012

IMPIETY - Ravage & Conquer - Cd / Pulverised Records


22 Jahre dem Teufel den Schwanz lutschen und dabei 8 Alben abfordern, das hat schon beinahe satanische Beharrlichkeit. Der Erguss des Leibhaftigen verspritzt immer noch mehr als genug Samen um einer Band wie Impiety einen weiteren höllisch kreativen Frühling an die bleiche Backe zu pinnen. Bei Impiety handelt es sich aber genau genommen um einen Alleingang von Gründerpapa Shyaithan, der in all den Jahren unzählige Werggefährten den Feuern seines Protegé überlassen hat, um konsequent, stur und rücksichtslos schwarzen Hass von den Philippinen über die Welt zu verbreiten. Welchen anderen Ort könnte man sich besser als Quelle allen diabolischen Übels vorstellen. Und das ausgemachte Ziel ist auch, zumindest partiell, erreicht, Impiety ist bekannt wie der Zerberus. Und bei all den blasphemischen Botschaften, die von den interkontinentalen Bühnen der vergangenen 2 Jahrzehnte schallten, konnten sicher nicht wenige Ungläubige bekehrt werden. Bekehrt dazu, dass man sich bei der Musik gut und gern noch ein paar Pülken Hopfensprudel mehr anvertrauen kann. Aber ich will das nun gar nicht verballhornen, denn was auf dem aktuellen Album auf uns losgelassen wird, sind auch 22 Jahre Erfahrung und Zielstrebigkeit. Anfänglich habe ich aufgrund des dominanten, sonoren und irgendwie zu schnellem Schlagzeug noch gestutzt. Aber das war wohl mehr Introplänkelei, denn die Symbiose aus allem was eben zu aggressiver Feuerspuckerei dazu gehört, klingt, ich trau es mich kaum zu sagen, angenehm. Die Riffs heften manchem Stück einige Hooks an und die Solis weisen klassische Konsistenz auf, ideenreich, kurz und überraschend gut Natürlich steht Impiety immer unter der Flagge von Bands wie Celtic Frost, Venom oder ganz frühen Bathory, aber das ist auch Absicht. Dafür ist der Sound viel dicker als die großen Alten das seinerzeit hätten stemmen können. Und vor allem angstfreier Bleifuß, gepaart mit kreativem Songwriting, machen immer noch den Reiz einer im Kern unkaputtbaren Band aus. Einer Band die für orientierungslose Neueinsteiger genau so taugt wie für jene, die ohnehin schon alle Alben und diverse andere Releases ordentlich im Spind stapeln. „Ravage & Conquer“ leistet sich keine Ausfälle, das ist die pure Essenz thrashigen, tiefschwarzen, Death Metals´. Der Audioangriff staubt die Kutte ab, wirkt schweißtreibend unter langen Loden, saugt den Sauerstoff aus verqualmten Clubs und wirkt wegen seiner schier endlosen Raserei wenig freundlich. Das komplette Album lässt bis zum abschließenden Bathory – Cover kaum Nuancen zu, die einzige Regel lautet ordentlich durchblasen und lästige Hindernisse im weitesten musikalischen Sinne wegspülen wie die heimischen Tsunamis. Hier und da werden zwar mal etwas angegraute Effekte benutzt, so wie das Wah Wah beim Titeltrack, aber das bleibt doch die Ausnahme, die man mit der Lupe suchen muss wie den Dreck unter den Fingernägeln des Chirurgen. Denn sogar der erwähnte Rausschmeißer „Sacrifice“ von Bathory wird wesentlich druckvoller oder einfach unterhaltsamer in den Bierschwamm gedrückt als es dem Herrn Quorton damals wohl überhaupt in den Sinn gekommen wäre. Was bleibt mir da noch zu sagen, außer: dreckig und souverän das Ding! Für Traditionalisten empfehlenswert.
8/10

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