Saturday, March 17, 2012

UNSU - The Filthy - Mcd / Kaotoxin Records


Das französische Grindquartett steht einer Band näher als der eigenen Unterhose, Nasum. So wird das hektische Treiben auf dieser Mini anspruchsvoller, … irgendwie. In erster Linie wird so was von auf die Tube gedrückt, dass man glauben mag, die Apokalypse käme tatsächlich und es bliebe keine Zeit mehr, die zu verschwenden wir uns erlauben könnten. Leider ist der uneingeschränkte Spaß am musikalischen Gewaltakt von recht kurzer Dauer, denn nach 5 Songs ist erst mal Sense mit Akt eins. Akt zwei folgt sogleich, der konstruiert sich aus über einer ¼ Stunde Livekrach, mit bedauerlichen Abstrichen in Sound und Überzeugungskraft. Es mag richtig gewesen sein, die 5 voran gegangenen, exzellenten Brutalonummern nicht versauern zu lassen, bis der rostige Sägezahn des Vergessens die Band womöglich auseinander genommen, oder der Weltuntergang den Faden wirklich abgeschnitten hat. Aber dann hätte es mehr Sinn gemacht, die eigenen knappen 10 guten Minuten mit einem potenten Splitpartner zu teilen, als sie mit Ausschnitten aus einer Liveshow zu strecken. Wer will denn das schon noch hören, das geht nur bei puristischen Fans, die an dem Abend mit dem Musikern in irgend einem rauchfreien Keller Blut vergossen haben. Auf die vorliegende Weise aber bleibt die Cd ein Wagnis, das vielleicht nicht ganz durchdacht ist, oder aber aus welchen Gründen auch immer, genau so konzipiert ist. Wenigstens der Anfang überzeugt mit grindiger Allmacht und klugem Songwriting. Aufgrund der zumeist höllischen Viehtreiberei, bei der nicht mal Zeit zum Schwitzen bleibt, sind die Stücke verhältnismäßig kurz. Aber natürlich lassen sie es sich auch nicht nehmen, zwischendrin immer mal mit Groves zu arbeiten und den Hörer mit präsenten Bässen zu überrollen. Da ist es irgendwie aufbauend, wenn der Morgen mit einer Portion Napalm beginnt, ein komplettes Album, das wäre was gewesen. So muss ich mich und ihr euch mit einem etwas halbgaren Werk zufrieden geben, das über mehr als nur nette Musik verfügt, aber mit dem Livemist zu viel Boden verschenkt. Es ist ja nicht so, dass die folgenden Stücke irgendwie schlechter wären, beileibe nicht, die schaffen es einfach akustisch nicht, an das anzuknüpfen, was uns anfänglich schmackhaft auf den Latz gekleckert wird. Das ist wie ein Hodenbruch, wenn der Sack plötzlich die Größe eines Basketballs annimmt und das plötzliche Opfer nicht weiß wie es sich verhalten soll. Das ist meist nicht mit einem unverfänglichen „Hoppla“ abgetan. Das ist fies und schmutzig! Schlussendlich würde ich mich trotzdem gern dazu hinreißen lassen, Unsu weiter zu empfehlen, da die 4 Brüder es wirklich verstehen, gute und harsche Musik mit gewisser Traditionsverbundenheit zu schreiben. Es gilt, einen überaus agilen und engagierten Vierer im Holzauge zu behalten. Grindcore ist und bleibt eine Macht! Deshalb ->
7/10

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