Sunday, April 1, 2012

AVENGER - Bohemian Dark Metal - Cd / Dark Descent Records


Da können von mir aus tschechische Szeneväter mit grauen Bärten auf der Bühne stehen, und schon hundert Jahre spielen, da mag das Rektum geküsst werden und durch den Staub gedienert, das was Bohemian Dark Metal ausmacht, ist ganz gewöhnlicher Black Metal mit einzelnen Versatzstücken aus anderen Genres. Also überhaupt nichts Besonderes. Sicherlich, handwerklich gibt es kaum was dran zu verbiegen und die Death Metal Parts mögen positiv heraus stechen, aber ein wirklich großartiges Album hat mehr zu bieten. Der Gesang ist nervig, weil viel zu gewöhnlich am Keifen und Knurren, und das Gros der Riffs ist nicht nur produktionsbedingt den ranzigen Ärschen toter Teufel entwichen. Interessante Percussions manchmal, aber das war´s dann schon beinahe. AVENGER bietet nicht mehr als schmale Durchschnittskost, wie sie von Legionen Gleichgearteter ausgeblasen wird. Nicht dass die Musiker nicht wüssten, wie rum der Stecker in die Dose kommt. Der Drummer hat schon was drauf und technisch geht auch einiges. Aber leck mich doch, bei der Fülle an schwarz vernebelten Pseudogehörnten, muss eine Band die so gelobt wird, und schon 1000 Jahre mit dem kalten Ostwind jault, deutlich mehr anbieten. Einfach weil das Niveau der Szene oder des Metal generell in den letzten 10 Jahren immens gestiegen ist. AVENGER sind da nicht schlechter oder besser als andere, werfen dunkle Teppiche auf den böhmischen Nadelwaldboden, würgen nicht ausschließlich aber vornehmlich dicke Mid -Tempo Brocken aus, experimentieren etwas szeneübergreifend mit stilistisch nicht zwingend gängigen Elementen und fallen doch immer wieder mit dem Gesicht in die schwarze Pampe. Wären alle Stücke auf dem Level von „Vstric Dalkam“, hätte das Album etwas reißen können, sind sie aber nicht und so bleibt lediglich solides Kreuze umdrehen und grimmig in den dunklen Forst starren. Die im Infoblatt beschworene Brutalität des Death Metal fehlt gänzlich aber nicht unerwartet. Und die wütenden alten Geister des Black Metal haben auch anderenorts so viel zu blasphemieren und zelebrieren, dass sie bei AVENGER nicht mehr als die übliche Aufwartung gemacht haben. Die Gastauftritte von Root, oder Masters Hammer Ikonen, sind als Marginalien nett, jedoch kaum bestimmend hinsichtlich dessen was auf der Scheibe passiert. 20 Jahre Bandgeschichte und der lichtscheue Spuk hält sich zäh und beharrlich wie ein Mittelklassewagen seine Rostbeulen. Bohemian Dark Metal kann man haben, muss man aber nicht, der künstliche, wahrscheinlich sogar ungewollte Kultstatus und die vertretbare künstlerische Leistung der Band, sind noch keine Kaufverpflichtung. Fies und kurzweilig, mehr nicht.
5/10

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