Monday, April 30, 2012

BLOOD MORTIZED - The Key Of A Black Heart - Cd / FDA Rekotz

Mit “Bestial” noch so halbwegs im Ohr und „The Key Of A Black Heart” als neue Dröhnung gerade frisch genossen, muss ich mit meinem Review der Ep tatsächlich wieder zurück rudern. Eben noch lax in die Retro Kiste abgelegt und mit etwas halbgarer Hoffnung auf ein besseres Album in den Winter geschickt, donnern die Schweden mit aller Macht zurück in den grünenden Lenz. Diabolical, Paganizer und peripher vielleicht auch etwas Amon Amarth, das sind so die Fixpunkte der Rille. Was gleichbedeutend mit kompromissbereiter schwedischer Härte, räudigen bis ansatzweise epischen Melodien und generell viel Kettenrasseln und Schlachtenlärm aus den Katakomben humanoider Unzucht ist. Es wird selten mal das Rohr freigeblasen, die Songs sind meist eher gesetzt und variabel, nie wirklich roh, wissen die Trademarks der Szene zu nutzen und lassen plakative Oberflächlichkeit einfach außen vor. Das Scheißding ist ganz simpel ein atmosphärischer Midtempo Böller mit Gitarrensound der neue Gräber aushebt und alte zuschüttet, der die Spinnenweben aus den Ruinen fehlgesteuerter Erwartungshaltung abkärchert und trotzdem ganz der Region und Tradition treu bleibt. Solis können klassisch flitzen, oder melodisch dem Lead des Songs den Rücken stärken. Riffs können schreddern und Stahl bersten lassen, oder melancholisch bis düster Tote zum Leben erwecken. Das Haus kann im Feuer brennen, wenn die Aktionsfront Fahrt aufnimmt, fix eins auf den Latz geben. Gleich darauf wird dann die Schwere der eigenen Ansprüche betont, wenn Panzerketten mit Wehmut druckvoll Stein in Staub verwandeln. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass eine Band, die aus so vielen Ex – Schergen anderer guter Acts besteht, funktionieren soll, wo doch so viele Egos aufeinanderprallen. Mit etwas Abstand betrachtet und der Überzeugungsarbeit die sie live und mit der Scheibe an mir Unwissendem getätigt haben, neige ich nicht zwingend ehrfurchtsvoll, wohl aber beeindruckt das Haupt. Vielleicht klingt das jetzt wieder etwas unnett, ist aber nicht so zu verstehen. „The Key…“dürfte sich als kompatibel für die Masse der langzottligen und/oder barttragenden Metsäufer und Bauchträger erweisen, ebenso wie für die Begleitdamen (Wer jetzt über meinen männlichen Chauvinismus stolpert, kriegt auf die Backen!). Einfach weil es kaum Reibungspunkte gibt, die dagegen steuern. Kein dreckiges Punkgebaren, kein stumpfes Poltern, kein primitives Beharren auf die Simplizität der Dinge. Blood Mortized ist Schwedentot in allen Belangen und dabei aber melodiöser als die meisten, mit dem gewissen Kniff sich nicht in schöngeistiger Dudelei zu verstricken und sich immer eine genügend große Schwarte Brutalität zu bewahren. Für mich persönlich stellen sich die Uhren, mit der im Mai nach Friedhofserde und Moderhauch krakelenden Beinahe – Offenbarung, wieder auf null. Wer seine Musik so ernst nimmt, dass die Arbeit spürbar und der Spaß greifbar bleiben, dem folge ich gern mit der Bonbontüte in den finsteren Forst!
9/10

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