Friday, April 6, 2012

EBOLA - Hell's Death Metal - Cd / Old Temple


Die ersten Anschläge und Rhythmen ließen mich fürchten auf eine Amon Amarth Kopie zu stoßen, denn der Auftakt von „Death Approaching“ ist eine Variable von „The Pursuit Of Vikings“. Das jedoch relativiert sich schnell, mit epischen Melodien und verklärten Heldengeschichten hat das polnische Trio nichts an der Mütze. Die stehen eher auf stumpfen und primitiven Death Metal mit schnoddrig, räudigen Gitarren und rauen bellenden Gesangsversuchen, das sie dann alles dem Teufel unter den Huf schieben können, wenn es schief gehen sollte. Ebola sind also eher was für Leute, die den unaufgeregten und effizienten Master Stil bevorzugen. Keine Zeit lange zu fackeln, lieber das Ruder mit Gewalt arretiert und das Ziel ohne Umwege aufs Korn genommen. Nach dieser Devise funktioniert der Versuch sich lautstark das Gehör eines überladenen Publikums zu sichern relativ gut. Da von einer derartigen Direktsteuerung kaum Variablen zu erwarten sind, ist es durchaus auch möglich, dass es manch einem irgendwann zu langweilig wird, vielleicht auch deshalb, weil einige Songs deutliche Parallelen zu bereits bekannten Genossen aufweisen könnte. Und trotzdem, oder gerade weil alle namhaften polnischen Trümmerbands einen erfolgreich auf technischen Perfektionismus machen, ist so ein eher primitiver Ableger mit seinem kantig, dreckigen Charme irgendwie angenehm. Also bitte, sollen sie mit dem was sie haben, ihre blasphemischen Tiraden unters Volk bringen. Und zwar mit einfach gestrickten und prima funktionierenden Rhythmen, mit diversen Tempowechsel, mehr als nur unterstützenden Drums und der festen Überzeugung an den Grundfesten der Hölle zu rütteln. Im Strom der zahllosen Metallerseelen die unter dem Antlitz des Gehörnten schwitzen, ist das vielleicht nur ein warmes Lüftchen, wenn man aber jemandem die Ideale raubt und die Überzeugung nimmt, geht die Flamme ganz fix aus. Ebola steht für Death Metal der die morbiden Freuden des Lebens auslotet, auf allzu große Innovationen verzichtet, vielleicht gar nicht auf die Idee kommt, nach ebenjenen zu suchen, und lieber funktional als anspruchsvoll sein will. Das zumindest könnte der Grundgedanke sein, um den sich „Hell´s Death Metal“ wickelt wie die Spaghetti um die Gabel. Einen echten Ohrenspanner zu schreiben ist ihnen dabei genau so wenig in den Sinn gekommen wie der Gedanke überhaupt einen gebrauchen zu können. So dürfte das einzige Problem das sich nicht weg reden lässt, die zu monotone Gleichförmigkeit des Albums sein, wenn du 2 oder 3 Nummern im Nacken hast, weißt du bereits, was dich für den Rest erwartet. Da ich aber der vollsten Überzeugung bin, dass es immer noch genügend Bekloppte gibt, die sich leidenschaftlich gern mit stumpfer Gewalt die Schädel einschlagen lassen, haben Ebola absolut ihre Berechtigung auf dem Fleischmarkt.
6/10

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