Tuesday, April 24, 2012

EMPTINESS - Error - Cd / Dark Descent Records

So leer wie s die Band hinter ihrem Krawallpseudonym tut, sind sich sicher nicht. Ob der Albumtitel der aktuellen Rille der Belgier (unter anderem mit Enthroned Leuten) jedoch maßgebend für die Zukunft sein wird, lässt sich sicher bald rausfinden. Fest steht, dass ihr als Konsumenten schon Nerven wie Stahlseile, Durchhaltevermögen oder eine in Todesstarre gefangene Depression braucht, um durchweg an diesem Geschwür an schwarzem, teils doomigen, teils rüpelhaft ratterndem Todmetall Gefallen zu finden. Ich würde der Band ja psychedelische Ausschweifungen nachsagen, aber vielleicht liegt es auch an dem Kraut, dass man in diesem Beinahe – Zwergenstaat frisst, inhaliert oder säuft. Das was nach dem Verdauungsprozess hinten raus fällt ist zum einen anspruchsvoll und definitiv keine Massenware. Aber somit natürlich auch kein zu erwartender Hit in punkto erfolgreichen Brieftaschenausstopfens. Zum anderen ist es aber auch absolut anstrengend, sich gegen endlos fortsetzende, tieftraurige und eher zähe und heulende Gitarren zu stemmen und dabei den Grundtenor einer Black Metal Band nicht aus dem Augenwinkel zu verlieren. Denn jener ist ein monoton und relativ vertraut klingender Stampfrhythmus mit etwas schriller Instrumentierung. Das was darum wabert und ihn immer wieder unterbricht, das ist vielleicht als innovativ zu bezeichnen, vielleicht auch als nervigen Scheiß. Pink Floyd hätten so etwas einst vielleicht auch hinbekommen, in ihren antiken Ruinen und mit anderem Equipment, und wären damit jämmerlich auf die Schnauze gefallen. Aber ich muss Emptiness auch zugestehen, dass sie keine Berührungsängste haben, das Genre zu verlassen und dem Hörer Dinge abzuverlangen, die eben nicht jeden Tag auf dem Tisch zum verschlingen serviert werden. Dinge die völlig unharmonische in scheinbarer Kakophonie verdampfen, oder wie ein experimenteller Bausatz ohne Konstruktionsanleitung freihändig zusammen gesetzt werden. Da bekommt ihr es mit Arrangements zu tun, bei denen das Tempo immer wieder in unerwartete Richtungen davon eilt und progressive Elemente eher aus der klassischen Musik, viel Verständnis erfordern. Oder aber auch mit unverständlichen Lines, bei denen der rote Faden im Nirgendwo verschwindet. Wer denn genug Mutes ist, sich dem Album auszusetzen, dem wird unter Umständen das Hirn unter metallischer Hypnose zu den Ohren raus kleckern. Eine Band wie diesen belgischen Vierer kann man nicht mal so zwischendurch hören, dafür bedrückt er mit zu viel inhaltlicher Schwere und einem stilübergreifenden Prinzip. Wahrscheinlich gibt es viele Bands, die Death, Black, Doom und Thrash irgendwie zusammen friemeln. Aber mit Garantie nur eine stark limitierte Stückzahl an Irren, die daraus einen so schwer zu schluckenden Bastard machen, der Anspruch und Metal miteinander vereint. Irgendwas muss da in der Seelenwelt der Musiker ziemlich randwärts driften um so was zu komponieren. Einigen wenigen wird es auf Anhieb gefallen, dem Gros wird der Scheiß einfach nur auf die Eier gehen, denn dafür benötigt man viel Verständnis, oder ordentlich was zu püffeln!
5/10

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