Thursday, April 5, 2012

THE GATES OF SLUMBER - Suffer No Guilt / Re – release - Cd / Deepsend Records


Wenn man die Situation aus dem verschleierten Blick reinen Doom – Fanatismus betrachtet, haben THE GATES OF SLUMBER seit ihrer Gründung erschreckend viel veröffentlicht. Dazu gehört auch „Suffer No Guilt“ aus dem Jahre des Herren 2006. Reinste, depressive Dopeverwirrung mit deutlichen Parallelen zu den 70ern, mit ausgestreckten Fäusten zu aufmüpfigen Punks und scheidenden Hippies. Iommi & Co stehen dabei mehr als nur Pate, man könnte bösartig behaupten, die Band aus Indiana versuche sich etwas übermotiviert (in dem Zusammenhang klingt das Wort echt doof) an einer bloßen Kopie der Meister. Ist sicher auch gar nicht so schlimm, zähe Instrumentierung, verheulte Songs auf Leichenackerniveau, einen fast 1 zu 1 übernommenen Sound wegen der Authentizität wahrscheinlich, auf dieser Basis sind schon ganz andere groß und erfolgreich geworden. Ich erinnere nur an die grandiosen Saint Vitus oder meine persönlichen Favoriten Count Raven, die Ozzys Stimme gleich mit geklaut haben und saugeile Alben schreiben. Die Freunde der Morgendämmerung hier nehmen ihre Bandnamen viel zu ernst und verschnarchen zumindest auf dieser Scheibe den Unterschied zwischen Doom und Doom. Da kann man nämlich einfach so 3 Akkorde in einer Minute spielen, oder das gleiche mit Innovation machen und tonnenschwere und prägnante Kunststücke aus dem Hut zaubern. Auch der Sänger klingt als würde er beim vokalen Wimmern Zwiebeln schälen. Die Intonierung ist schon irgendwie passend zum Gesamtkonzept von Leid und Elend, aber auch nicht gerade ein echter Gewinn, denn da fehlt Charisma. Generell dreht sich vieles, was auf dem Album abgelegt wurde im Kreis. Vor purer Verzweiflung oder gar aus trotziger Langeweile läuft man schnell Gefahr sich am eigenen Enddarm an der Dachrinne aufhängen zu wollen. Ich hab so das Gefühl, die haben ihrer favorisierten Musikepoche nicht genau in die Köpfe geschaut und es so nur geschafft bedingt interessante Songs zu komponieren, nicht aber wirklich Große. Einzige Ausnahme macht „Slan The Weak“, das mit stumpfer Härte richtig an den Latz ballert. Das stimmungsvolle (aus Percussions und Orgel bestehende) „The Woe Of Kings“, bei dem man die Sorgen eines imaginären Imperators beinahe spürbar aufs Brot geschmiert kriegt, reißt das Ruder auch nicht mehr rum. Insgesamt zu wenig, wenn auch treu und hingebungsvoll dem Doom gewidmet, resistent gegenüber allen Geistesterritorien in denen Licht brennt. Die hier und da aufblitzenden psychedelischen Ausbrüche, heben den Schleier der Monotonie immer mal etwas, machen aber gleichzeitig auch Angst, dass es noch schlimmer kommen könnte. Letztendlich sind THE GATES OF SLUMBER nicht mehr al seine handwerklich sattelfeste aber uninspirierte Kopie besserer Zeiten. Gerade noch vertretbar, denke ich.
5/10

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