Monday, April 9, 2012

THE GROTESQUERY - The Facts And Terrifying Testament Of Mason Hamilton Tsathoggua Tales - Cd / Cyclone Empire


Das unkaputtbare Kreativduo Johansson / Lee spuckt mit THE GROTESQUERY ein weiteres mal erfolgreich in den brodelnden Sud der Todesbleisuppe. Basierend auf dem Lovecraftschen Mythos erschaffen sie eine musikalische wie lyrische Welt aus Wahnsinn, Paranoia, Mystizismus Blut und Zwangsjacken. Im Schatten der „Großen Alten“ erheben sie sich wenig zaghaft, schwingen die Äxte in eine morbide Atmosphäre, punkten mit beträchtlich gewichtigen Riffs, Leads aus der Gänsehautkiste, Arrangements aus der Mid –Tempo - Hölle und einem richtigen Seelenfänger. „Gaze Of Ghatanathoa“, mit einem so kleistrigen und simplen Riff, dass es unbedingt den Verstand einbetoniert. Und dabei hat der Song aufgrund seiner relativen Vielschichtigkeit noch einiges mehr zu bieten, aber dieses Riff, das nur am Anfang und irgendwann in der Mitte einen kurzen Auftritt hat, ist wie das dahingeschiedene Tittenfoto in der Bildzeitung, zum drauf starren und bis zum nächsten nicht vergessen. Die fiktive Story hinter den Songs wird als realistisch verkauft, ebenfalls in der Tradition von Lovecraft und bietet ein mehr als nur interessantes Konzept, das hat Potential für eine echte Story. Nach der Maxime „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“, werden die alten Götter unter der Irrenanstalt erweckt und die Insassen einem musikalischen Gemetzel aus Terror und Verzweiflung preis gegeben. Dabei spinnt sich ein Endlosfaden aus klebrigen Melodien, allzeit verfolgbaren Rhythmen, beinahe kultischen Chorusintonationen und einem durchweg unaufgeregtem Tempo um seine Opfer. Albträume und Psychosen werden fest an die sich verzweifelt windenden Kadaver gezurrt. So macht Death Metal natürlich richtig Spaß, wenn Musiker was auf der Pfanne haben und sich nicht mit überflüssigen Plänkeleien und kompositorischen Halbwahrheiten aufhalten. Im Duett gelingt ihnen ein weiterer Schlag, dessen Echo die beiden selbst gern hören wollen, und so intensiv in der Tradition des 90er Jahre Death Metal schreiben und leben. Der Sound hat schon ein skandinavisches Know How, aber das wäre wahrscheinlich nicht mal zwingend gewesen und wirkt weder aufgesetzt noch übertrieben. Das ist einfach Handwerk mit Seele. So darf eine Gitarre gern schartig klingen, die Bässe ruhig etwas tiefer einfahren und trotzdem haben wir es weder mit Paganizer noch Ribspreader zu tun. Auch Lees Vergangenheit spielt eine Rolle und wahrscheinlich ist es das Zusammenspiel der territorial und in der Entwicklung des Death Metal so weit auseinander liegenden „Koryphäen“ die nach BONE GNAWER auch die 2. THE GROTESQUERY Scheibe zu einem uneingeschränkten Genuss für Fans anspruchsvoller und vor allem unverfälschter Mördersonaten macht. Denn der sonst so begrüßte stumpfe Einschlag des Old School Hauses erhält hier nicht die Aufmerksamkeit, die woanders gern geboten wird. Das wahnwitzige Treiben des Mason Hamilton (Protagonist der Geschichte) ist offensichtlich zu genial um uns in der musikalischen Umsetzung lediglich mit primitiver Gewalt zu drangsalieren. Sehr gutes Album!
9/10

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