Thursday, April 19, 2012

JEHACKTET - Ehec (tet) - Mcd / Morbid Generation

Jehacktet ist Bulettenhumor, ein virulenter Ausflug ins Umland des „Nicht alles auf die Goldwaage legen“, Hauptsache Axt und Alkohol im Rucksack. Was gibt es erstrebenswerteres als brutale Musik zu verbreiten, dabei den Humor nicht zu verlieren und trotzdem den eigenen Ansprüchen zu genügen. Unter dieser Maxime erwarten euch einige Death/Grind/Gore Songs die gegenseitig im geradlinigen „Um die Ecke denken“ konkurrieren. So dürft ihr bei Slam und Uffta Gore Nummern die Hose auf Halbmast hängen lassen und aufgepeppten Polkarhythmus als höchstes Gut menschlicher Unterhaltungskunst anhimmeln, aber irgendwie müsst ihr auch mit Breaks und Twisttänzen der Leadgitarre klar kommen. Auf oraler Ebene ist ebenfalls einiges drin, außer gängigen rektalen Hilfeschreien nach Frischluft entringen sich den Ösophagiden auch Töne die an den Muppets Chefkoch erinnern, wenn er unter der ablaufenden Dusche mit Hilfe der Achselhöhlen rückwärts nach schwedischem Butterbrot bettelt… oder es gerade wieder auskotzt. Dafür bedarf es viel Fantasie, schon klar, aber die braucht ihr ohnehin, wenn ihr euch mit Jehacktet anlegen wollt. Da geht es eben nicht immer nur einfach gerade aus, wie es der erste Durchlauf vielleicht noch semierfolgreich vermitteln will. Das Songwriting mit seiner lockeren Präsenz ist um einiges vielschichtiger als es gemeinhin von einem Rülps und Knüppel Kommando zu erwarten wäre. Und außerdem ist es eben spaßig, wenn mit Hilfe von Utta Utta Grind die Philosophie der Axt erklärt, und Haggis gekocht wird. Wenn Viren blöde und einiges mehr machen, die grauen Zellen sich mittels Grooves und Progs im eigenen Gedankensallat verlieren. Schön zu wissen, wenn Anspruch auf Nonsense trifft und die Musik das Gleichgewicht halten kann. Es ist nun noch nicht hinlänglich geklärt, was diese zerebralen Krämpfe und unkontrollierbaren Fieberschübe ausgelöst hat, vom Irrsinn befallenen Gurken aus der iberischer Fremdarbeitersklaverei oder Sprossen mit nordafrikanischem Revolutionsabsichten. Fest steht, dass davon in der Hauptstadt zu viel über den Tresen gegangen ist, und dass es für uns gut ist, dass die ins Schweinemett gelangt sind. Das Ergebnis wahrscheinlich unbeabsichtigter Feldversuche sind 20 Minuten Groove und Krach, Blut und Clownschminke, Gaspedal und Zick Zack Kurs, Unterhaltung und Kopfschmerzen. Ich hab die vor Jahren mal in Berlin in der Amnesie vor Rompeprop gesehen und ärgere mich jetzt, mich nur darauf konzentriert zu haben, schnellstmöglich den Boden des Glases zu erblicken. Sollte euch nicht passieren, wenn ihr die Mcd abgreift. Also biddäää, (mit ausgestreckten Armen im Kreis tanzen), das ist eine reine Weltidee! Macht hinne! 8/10

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