Saturday, April 28, 2012

LAGO - Maranias - Mcd / Pale Horse Recordings

Hmpf, ich weiß nicht so recht. Lago ist schon gut gemachter Death Metal, irgendwie Morbid Angel, aber auch nicht unbedingt prickelnd und tanzdielenverdächtig. Technik ja, Riffs unspektakulär, nihilistisches Melodiegebaren, kurze harmonische nachvollziehbare und griffige Gitarrensolos, brutale tiefe Growls, anständiges Schlagzeug mit holprigen Tom-, und Snaresound, das ist die Quintessenz aus der sich die Band aus Phoenix aus der Asche erheben will. Dazu gesellen sich überflüssigerweise noch grottig, kreischende Backingvocals. Diese Black Metal Spinnerei hätten sie gleich wieder tilgen sollen, das ist so unpassend wie Senf zu Erdbeeren. Irgendwie ist die Mini auch schon 2010 erschienen, als legaler Fee Download beim Netlabel Torn Flesh abgreifbar. Da sehe ich nicht so recht durch. Ist aber auch egal, denn Lago werden nicht eine der Bands sein, die ich auf dem inneren Cortex abspeichere. Dafür ist es bei allen angestrebten Qualitäten doch zu belanglos und allenfalls sicherer Durchschnitt. Wer weiß wo die nun 2 Jahre später stehen, aber bei so viel lahmer Einfallslosigkeit, zumindest über weite Strecken, stehen die noch hinter dem Horizont in der Schlange nach halbwegs verwertbaren Einflüssen an. Das mag unfair klingen, aber wer so im Windschatten von Leuten steht, die diese Art Death Metal aus den Titten der Wolfsmutter gesaugt haben und dabei nichts weiter gelernt hat als in eigener Selbstüberzeugung zu verharren, der kann seine Instrumente beherrschen ohne den wirklich großen Wurf zu vollbringen. Das selbstgesteckte ironische Ziel nach dieser Mini ist die Weltherrschaft. Das Schwert der angehenden Eroberer ist aber noch viel zu stumpf, um sich auch nur ein bröckliges Stückchen vom Kuchen abzusäbeln. Ich sehe es ja durchaus nicht so eng, wenn die auf das Pedal treten und mit fixen Fingern anständige Solis zaubern bin ich voll dabei. Auch wenn das nicht die Innovation des Eierweichkochens ist, habe ich Verständnis für das subjektive Spaßempfinden. Die gedrosselten Momente die da immer hinten dran hängen oder sich dazwischen quetschen, meißeln aber umgehend das große Luftschnappen in verständnislose Schlafäuglein. Das ist einfach nur langweilig und vor allem verdammt gewöhnlich. Die angestrebte Symbiose von Death und Black Metal will nicht so recht gelingen und so bricht die Nahtstelle immer wieder entzwei. Lago sind bei aller arroganter Rücksicht eine jener Bands, bei denen ich an der Bar rumlungern würde. Talent und Leidenschaft sind doch da verdammt, die Initialzündung auf dem etwas vergeigten Erstling ist nur noch nicht übergesprungen. Um meine harsche Verachtung etwas zu revidieren, die Hoffnung ist noch nicht luftdicht vertütet, da geht mit der richtigen Einstellung und genug Fructose im Blut bestimmt noch mehr. Halten wir mal die Augen offen, ob sich denn hinterm Horizont noch was über den Durchschnitt erhebt.
5/10

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