Saturday, April 21, 2012

MASS BURIAL - Of Carrion And Pestilence - Cd / Wydawnictwo Muzyczne Psycho

Die spanischen MASS BURIAL sind ein weiterer Plagiatsanwärter schwedischer Elchschlachterei, wie mittlerweile so unüberschaubar viele. Die agieren mit genau dem herzlich morbiden Charme wie ihre Kollegen von überall her, und erzittern aber bestehen unter Odins Hammer. Na klar klingen die wie Entombed, tun sie doch alle. Gitarrensound aus dem 2. Untergeschoss brandgefährdeter Kirchen, Mid - Tempo Stampfer unaufgeregt und authentisch im Wechselspiel mit flotten Abrissbirnen, klagende Solis einer verirrten Gitarre, eine totes Vokalecho aus der Gruft, abgeranztes Outfit (das Bandfoto ist echt gruselig) und ein Cover ganz im Stil schwarz/weißer Leichenfresser. Die 4 Caballeros machen aber auch nicht den kleinen Finger krumm besonders innovativ zu sein oder auch nur einen Faden von der Old School Fährte abzuweichen. Die quetschen ihre Ärsche frech auf die Bank der längst überfüllten Zeitmaschine und weisen musikalisch etwaigen Kritikern ihren ausgestreckten Mittelfinger zu. Also es gibt nichts Neues von der Front zu berichten, außer dass ein weiterer Soldat in die Kompanie vergattert wurde. Die erste Riff auf durchhängenden Seiten gibt die Richtung an und ihr wisst sofort welch betörendes Brachland vor euch liegt. Und trotzdem kann ich ein positives Feedback zurück geben. Mag es an der mittlerweile vielleicht erfolgten subjektiven Gleichschaltung nicht mehr ganz so präzise fließender Hirnströme liegen, oder einfach an der Tatsache, dass die staubige Alte Herren Szene einfach Spaß macht, MASS BURIAL passen einfach in die Abenddämmerung nicht ganz frischer Geschmacksbetroffenheiten. Und so geschieht es, dass sich die Luft auf der iberischen Halbinsel merklich abkühlt und skandinavische Drachenboote gefüllt mit zum Export verdammten Leichen an Land gehen. Der verdammte Virus, den einst nihilistische Grünschnäbel unbewusst streuten, grassiert immer noch und heftiger als je zuvor. „Of Carrion And Pestilence“, deutlicher könnte ein Albumtitel kaum sein, frisst sich die Band doch an fauligem Aas die Bäuche fett. Metaphorisch natürlich, aber unüberhörbar. Das bollert und dröhnt wie Säcke blinder Schädel auf dem Weg in die Gruft, wenn sie jede einzelne Treppenstufe mit stumpfer Härte liebkosen. Da gruselt es aufgrund eisiger Friedhofsmelodien und der Magen komprimiert sich bei jedem Anschlag, da er sich in den Tiefen der Innereien vor den Bässen verstecken will. Das ist die pure Essenz schwedischer Todessehnsucht, nicht mehr und nicht weniger und ich glaube gern, dass so einige inzwischen den Kanal voll haben von all den Trümmerhorden. Nur ist für die so ein Album kaum bestimmt. Das ist für mich und all jene die die alten Scheiben zum abstauben aus dem Regal ziehen und eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Und wenn spanische Bastarde ihren Senf dazugeben müssen, dann begrüße ich das gern, auch wenn der Reiz des Besonderen heute flüchtiger ist als ein feuchter Furz!
7/10

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