Friday, April 27, 2012

NEVER TO ARISE - Hacked To Perfection - Cd / BadGod Music

Florida hat uns in den alten Tagen Death Metal Bands geschickt, die heute noch Bestand haben und für viele wegweisend waren. Bei Never To Arise würde ich jetzt nicht so weit gehen wollen, sie als Propheten zu verkaufen. Aber ein Recht auf Beständigkeit haben sie sich mit ihrem Debüt „Hacked To Perfection“ wohl erarbeitet. Oder werden es, kommt ja erst im Mai. Das Duo traut sich was und kann was, jongliert mit zeitlosen technischen Kloppereien, die Cannibal Corpse Jünger ebenso interessieren werden wie Morbid Angel Fans. Gutes Timing, progressives Standbein und durchdachtes Songwriting, wer das gut beherrscht und weiß wie rum er die Axt halten muss, um die Selbstverletzungsgefahr auf ein erträgliches Maß zu mindern, der hat auch die Fähigkeit, mehr als nur ein paar gute Songs in die Vorratsdose zu packen. Sollten irgendwann mal wieder spacke Zeiten für den Death Metal kommen (ich befürchte ja nicht), und es wird gesiebt, dann haben die beiden amerikanischen Bleigießer bereits alles dafür getan, im Raster hängen zu bleiben und nicht in der Grube der Verdammnis dem Vergessen überlassen zu werden. Ein so verspieltes Pärchen, dass seine Instrumente filigran bis rigoros brutal liebkost und nicht immer berechenbare Musik schreibt, hat sich zumindest einen Strauß Blumen im Knopfloch verdient. Der komplette Zinnober lebt von nachvollziehbaren bis abgefuckten Riffs, echten Nackenbrechern, Breaks und Tempowechsel an Stellen wo sie hingehören und an solchen, die für einen Überraschungsmoment gut sind. Darunter verirren sich auch Thrash Metal Elemente und vielgestaltige Gitarrensolis sowie einiges an verqueeren Melodien. Die strapazieren ihre 6 Saiten manchmal fast bis zur Orientierungslosigkeit, wissen aber auch immer vor dem Kollaps zu stoppen und untermauern das Flitzefingergefiepe mit der Leadgitarre um den Druck immer schön hübsch aufrecht zu erhalten. Vor allem zählen aber massive Einflüsse amerikanischer Klassiker, da wird dann geblastet bis der Sphinkter leckt oder Midtempo schwer aufgelegt. Fakt ist, dass sich eine spärliche Bandbesetzung umso breitbeiniger vor die Sonne schiebt, unbedingt ihren Senf in den Topf kleckern will und kaum etwas verschüttet, so zielsicher entleeren sie ihren brutal, kranken Kreativtrieb. Dass sie dabei so einiges nutzen, das vorher schon mal auf dem kalten Buffet lag, sollte da nicht stören, ich denke die Kombination gibt den Ausschlag ob jemand mit Eiern und Verstand an seiner Musik arbeitet, oder einfach nur seine Lieblingsalben wirken lässt. Never To Arise liefern dahingehend Überzeugungsarbeit, beweisen dass Vielschichtigkeit nicht gleichbedeutend mit überladenem Chaos ist, wenn man auch nur die Spur einer Ahnung hat, wann an welchen Fäden zu ziehen ist um das Gewebe eigener Kreationen kugelsicher zu verdichten. Bietet sich als gute Alternative an, wenn ihr es nicht ständig stumpf und primitiv auf die Rübe haben wollt und trotzdem an der alten Schule hängt.
8/10

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