Wednesday, April 25, 2012

NEXHYMN - Black Horizon - Mcd / Self Released

Brutal ja, facettenreich, nö, dafür mit einer Mutter hinter dem Sabberfilter, dass es jedem anständigen Hetero nicht im Entferntesten in den Sinn kommt, an Titten zu denken. Schon das Bandfoto lässt jeden Anflug von Sexappeal flüchtiger werden als Methan in einer Turnhalle ohne Dach. Dafür hat die ihre Mucke mit Herz und Seele gefressen, wofür ich einen ganzen Kasten Zoll spendiere. Die growlt dermaßen unschön männlich und unbearbeitet, dass bei der maskulinen Welt die Testikel unbedingt schlaff bleiben müssen. Dafür hat die selbst Eier in ihrer Stimme, die jeden Gartenschlauch platzen lassen. Damit untermalt sie im Picasso - Stil ein feist, schnelles Gemetzel, das den schnöden Death Metal Fan straff am Kragen packt und durchgängig auf die Lampe drischt. Abwechslung geht dabei hörbar verloren, lediglich Tempovariationen lassen verschwommenes Licht durch beschlagene Sonnengläser schimmern. Wir werden mit klischeehaftem aber gern konsumiertem Kriegslärm empfangen und dann steigt das Gerödel kaum noch vom Pedal. Ist handwerklich stabil aber eher Baumarktware als edles Gespinst aus dem Designerstudio. Irgendwie erdig, mit oftmals zu schrill und peripher Black Metal - lastigen Riffs. Insbesondere in den wenigen Momenten, da die Geschwindigkeit kurzzeitig abschwillt wird klar, dass die insgeheim eine schwarze Seele verbergen. Trockener und tiefer hätte meinen subjektiven Horizont mehr berührt, aber das schmeichelt sich bekanntlich ins Ohr des Betrachters wie Kühlschrankbutter auf frisches Bäckerbrot. Aufgepeppt wird dieses marginale Manko durch nett getimte Blastbeats und genereller Atemlosigkeit über 6 nicht unfeine Songs. NEXHYMN ist eine Band, die es ganz gut hinbekommt pure Aggression mit schnittigem Songwriting zu vereinen. Dass ihnen damit aber irgendwann die Luft ausgehen könnte, ist nicht ganz von der verschwitzten Hand zu weisen, denn die Mcd bietet wie erwähnt nicht mehr als bekannte, wenn auch wohlgefällige Schubladenkost, und befasst sich nun nicht unbedingt mit der Absicht einen Pokal auf außergewöhnliche Innovation zu ergattern. Die stehen eher darauf, uns durch den Set zu hetzen, etwas von unserer Zeit zu komprimieren und eben mit schwanzloser Unterstützung uns an unserer eigenen Zeugungsfähigkeit zweifeln zu lassen. Pure Raserei scheint es zu sein, was diesen neuen „Denver – Clan“ abtreibt, da bleibt kein Sekündchen für Intrigen und Machenschaften, das ist reines Blutvergießen, das sowohl unterhält wie strapaziert. Da ich glaube, dass viele von uns (mich eingeschlossen) schon lange nicht mehr nach einem Novum in der Szene suchen, und es auch gar nicht benötigen, bin ich einigermaßen überzeugt, dass Nexhymn sich ihren Weg mittelfristig ebnen werden. Wenn in dieser Spezies Death Metal Raserei und Sauerstoffmangel als Eckpfeiler für pflegeleichte Keilerei gelten, dann werden die Amis mit und hinter ihrer Frontwalküre noch einige Zeit fruchtbares Weideland zu Staub zertreten. Hört selbst!
6/10

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