Wednesday, April 11, 2012

PIGHEAD - Rotten Body Reanimation - Cd / Morbid Genaration


Was so ein echter ostgermanischer Schweinekopp alles auskotzt, bringt die grauen Innereien der Hoffnung ans schummrige Tageslicht. Es wird immer besser in Sachen Präzisionsvermögen teutonischer Todeskeulen. Pigheads´ offensichtlich plakatives und übermächtig brutales Auftreten verbirgt einige Feinheiten, die der Band Charakter geben. Zum einen verlanget das Quartett dem vorrangig gemeuchelten Slam – Tod mehr ab, als das Genre üblicherweise bereit ist, anzubieten. Die Leadgitarre hat nämlich wesentlich mehr zu tun, als lediglich mit stumpfer Gewalt und Gummibändern an den Füßen durch Leichenberge zu schlurfen. Da gelingt die Symbiose aus entwurzelter Raserei, vertrauten und liebgewonnenen Schleppkähnen und der Umsetzung eigener, nicht zu hoch gestapelter Ansprüche. Das Konglomerat als interessant zu bezeichnen, wäre beinahe beleidigend. Tatsache ist, wenn die Lawine einmal vom Hang bricht, ist die Rübe schnell im Ausguss. Und der Drummer kloppt noch so lange hinterher, bis der letzte Knochensplitter durch den Siphon gequetscht ist. Auch lyrisch könnte mehr unter der schimmligen Oberfläche schlummern, als nur lose aneinandergereihte Schädelspalterserienfoltermordsgeschichtengutenachtküsse. Zumindest dient das atomare Chaos der Japaner, das von Schlagzeilen über niedliche Tierparkbabys verständlicherweise verdrängt wurde, als Vorlage für einen netten Nackenknacker. Ob es wirklich um mehr geht als einen Aufhänger für einen mörderischen Song, bleibt rein hypothetisch. Schön gegurgelt, gequiekt und gegrunzt wird jedenfalls, und solch vokalen Verrenkungen fällt sowieso jeder Text zum Opfer und verblasst in den hinteren Reihen. In musikalischer Hinsicht ist es der Band aber mit absoluter Sicherheit gelungen, den Kopf weit über der Waser zu halten und dem Sumpf aus megabrutalen, Tanzbärkapellen weit mehr Frischluft abzuringen, als es vielen Musikern allgemeinhin gelingt. Resultat ist ein tolles Album, das von einigen Kompromissen lebt und so innerhalb der Szene bestens funktionieren sollte. Also ein Hoch auf intelligent musizierende Schweineköppe, die sich nicht den Gesetzen der einschläfernden Coolness ergeben haben und immer kreativ am werkeln geblieben sind. Mit Leidenschaft und der Erkenntnis, nicht ganz klar in der Birne zu sein. Ansonsten wäre dieses Album bei weitem nicht so gut geworden, wie es nun tatsächlich über den Tresen gereicht wird. Ein Hoch auf Slam – Death mit der Fähigkeit um die Ecke und hinter den Horizont zu gucken. Ein Hoch auf die Lust den Metal immer noch ein bisschen mehr auf die Spitze zu treiben und uns den Spaß zu vermitteln, den diese Musik bei alle der finsteren Härte hinter grimmigen Blicken versteckt. „Rotten Body Reanimation“ ist vielleicht keine Offenbarung, wer braucht die schon, aber offenbar ein erfreulich geschmackloser Bastard aus Death / Grind und purer Unterhaltungslust!
9/10

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