Wednesday, April 4, 2012

SYNAPSES - Expiation - Cd / Deepsend Records


Verdammte italienische Spaghettibowle, da muss an der Rezeptur getrickst worden sein. Aber Synapses sind auch nicht die ersten Stiefelbewohner, die Death Metal gern etwas spannender und vor allem und trotz aller vorhandenen Brutalität, auch gern mal tricky um die Ecke spielen. Dergestalt platziert sich ein progressiv heftiges, mal mehr mal weniger vorausschaubares Album vor der surrealen Zwölf. Zumindest ist es alles andere als nur gewöhnlich und auf keinen Fall direkt. Beeindruckend ist der Drummer, der phasenweise irre Rhythmen in die Felle nadelt, auch wenn sein Arbeitsgerät ruhig mehr Bass hätte vertragen können. SYNAPSES steht wohl für moderne Todbringermusik, die die eigentliche Basis des wilden Treibens nicht aus den Augen verloren hat. Soll bedeuten, auch wenn die es gern kompliziert mögen und zeigen, dass ihre Finger leicht verdrehten Einfallsreichtum umzusetzen wissen, machen sie es uns trotzdem nicht allzu schwer Zugang zu ihrer leicht gewöhnungsbedürftig schmeckenden Küche zu finden. So manche Kreation bietet unerwartete Zusammenstellungen bereits bekannter Ingredienzien, Berührungsängste sind auf Seiten der Schöpfer nicht auszumachen. Die alles andere als virtuellen Konkurrenten zur Mario & Luigi Leichtfertigkeit klempnert ein tatsächlich anspruchsvolles Gerüst zusammen, dessen einzelne Themen sich innerhalb der Stücke nicht allzu oft wiederholen. Das lässt das Album möglicherweise überladen wirken, aber bei progressiven Absichten und der selbst sehr hoch aufgelegten Messlatte, dürfte dieser Effekt kaum ausbleiben. Aber wir werden auch pausenlos mit brutalen Riffs und tiefen, rauen Growls überschüttet, sodass wirklich niemand panisch seinem Fluchtreflex folgen muss. Synapses klingen bei weitem nicht so abgedreht, wie es der erste Anschein vermuten ließe. Die Songstrukturen sind recht flüssig und tauglich noch jede Kopf/Schulter Arretierung zu lösen. Außerdem profitieren die Stücke von diversen Tempowechseln, ohne mit anstrengenden Breaks das große Stolpern zu kriegen. Auf diese Weise hält sich die Balance zwischen Anspruch und Wirklichkeit in angenehmer Horizontalposition. Ihr werdet Songs finden, die euch von Anfang bis Ende fordern, die vorzugsweise durchblasen und andere, die sich etwas zäh um sich selbst drehen und eher auf der Stelle treten als richtig zu meucheln. Vielleicht ist jedoch die variable Herangehensweise an die unterschiedlichsten Stücke erst recht die Sahne in der Suppe, die die Musik wirklich interessant zu machen weiß. Das sollte jeder für sich heraus finden. Synapses bieten Stoff für Fans von Cryptopsy und Kataklysm, die es nicht krumm nehmen, der Alter –Sack – Musik ein vertretbares Peeling in die hässliche Fresse zu kneten.
7/10

No comments:

Post a Comment