Sunday, May 20, 2012

BODYFARM - Malevolence - Cd / Cyclone Empire


Bodyfarm, was für ein Name, warum ist da früher noch keiner drauf gekommen? Na ja, wird wohl, aber die Holländer schlachten den richtig aus, ziehen wie der Farmer über den Leichengarten um die in der Sonne brutzelnden Kadaver mit der Forke zu wenden. Welch ein makaberes Spiel mit exaktem Bezug zur Realität (Anthropological Research Facility – müsst ihr selber rausfinden, bin doch kein unterbezahlter Aushilfspädagoge) und was würde besser zu einer Death Metal Band passen? So wie der Verfallsprozess des Körpers bestimmten Gesetzen und äußeren Umständen unterliegt, aber immer das gleiche Ergebnis zur Folge hat, so steuern auch Bodyfarm dem Unausweichlichen entgegen und dringen mit ihrer Musik zum Kern der Szene durch. Das ist nämlich das, was wir uns einst unter Death Metal vorstellten, als der Planet noch jung und grün und wir unerfahren und naiv waren. Da gab es noch Riffs, die ohne viel Zinnober etwas auslösten, was sich heute gern hinter zu viel Technik und Überproduktion versteckt. Da waren Solis noch klassisch, weil es nichts anderes gab, und schwebten über einem dreckigen 6 Saiten Teppich. Da war „morbide“ noch wahrhaftiger Bestandteil der Bleiweste und nicht Retro. Auf durchgelatschtes Pedal und verbeultes Bodenblech legen die Totenbauern keinen allzu großen Wert, eher auf komplette Transparenz , die finster spaßige Nachvollziehbarkeit eines klar strukturierten Songwritings. Die verlangen nicht mehr von ihren Hörern, als lediglich die gleiche Leidenschaft zu teilen. Ich denke die haben was Unleashed und stehen generell auf den Sound der frühen 90er. Mit dem gewissen Quäntchen an Selbstüberzeugung und den dazugehörigen haarigen Eiern kotzt das Quartett (fast) immer direkt aus, was seit langem verdaut ist. Dafür werden dicke Wände aus schartigen Gitarren genutzt, genauso wie ein überraschend klarer Bass und unauffälliges aber stets präsentes Schlagzeug. Wichtig ist scheinbar auch primitives Zutrauen in einfache Strukturen, gepaart mit der Überzeugung, mehr als nur eine gammlige Leiche in der Karre zu transportieren. Also ihr bekommt das direkte Nagelbrett vor den Schädel, müsst trotzdem nicht auf einen gewissen Anspruch und genügend Abwechslung verzichten. „I´m The War“ zum Beispiel ist ein Stück, dass ich nach all dem Instantnummern so nicht erwartet hätte. Das ist nämlich ein düsteres Atmosphäregespinst mit doomigen Anteilen und melodiöser Überraschung. Zudem länger als alles voran gegangene, und mit unverkennbar schwarzer Färbung. Ihrer wahren Bestimmung folgend, covern sie als „Wiedergutmachung“ schlussendlich noch Massacres´ “Cryptic Realms“ mit Kam Lee am Mikro, wo der sonst ja nichts zu tun hat. Ist ein unglaublich druckvolles Honorat geworden. Und außerdem kommt das dem, was Bodyfarm mit ihrer Musik beabsichtigen verdammt nah. Da die Holländer ihr Gras nun nicht mehr an bekiffte Germanen verkaufen wollen, suchen die einen anderen Weg in unsere Köpfe, und Death Metal vom Tulpenacker des Todes scheint da bei einem Teil der Zielpersonen ein mehr als probates Mittel. Also seht euch vor, wenn die erst mal die Säge in euren Nacken angesetzt haben …
8/10

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