Saturday, May 12, 2012

CARDIAC ARREST - Vortex Of Violence - Cd / Ibex Moon


Da sind sie wieder, Chicagos unverwüstliche und außerhalb ihrer Heimat häufig immer noch ungehörte Death Metal Kavallerie Cardiac Arrest. Rumpelnd und krachend, mit bassgetränkten Rifftonagen, räudigen Vocals, pfeifenden, disharmonischen Quietscheriffs und allen wünschenswerten Zutaten, die wir von rostfreien und authentischen alten amerikanischen Eisen so erhoffen. Cardiac Arrest verfügen über ein äußerst düsteres und morbides Melodieverständnis, abseits jeglicher filigranen Neigung. Die gehen einfach auf alles los, was im Bereich der Kette liegt und sie mit festem, geifernden Fängen schnappen können. Nicht unbedingt primitiv, aber dicht gepackt und erfreulich überschaubar gestrickt rammelt beinahe jeder Song mit in der Regel mehr als flottem Tempo und donnerndem Sound, dick wie Bunkerwände kettenreaktionsartig von der Rampe. Bei so massiver Böllerei durch zwerchfellkontrahierende, tiefer gelegte Instrumentenfront, bleibt schon nach dem ersten kompletten Durchlauf für ca. 1 Stunde ein sonores Brummen im Kopf stehen, stur wie ein hungriger Esel auf der überfüllten Bundesstraße. Ich konnte beobachten, wie die Fensterscheiben vibrierten und zwei Fliegen von der Druckwelle aus der Flugbahn katapultiert wurden. Das alles ist nur möglich, weil sich die Band ein ausgeprägtes Old School Verständnis bewahrt hat, und sich nicht in die Suppe pinkelnd lässt. Da ist es egal, dass der Sound nicht wirklich bis ins Detail gebügelt ist, natürlich klingt das dann nach leicht verwaschenem und untersteuertem Tobsuchtsanfällen, natürlich ist nicht alles messerscharf produziert, aber brutal ist der Dreck, dass die Späne auch ohne Hobel in alle Richtungen fliegen. Schartige und ranzige Gitarren kleben sich zäh und fett in die Muschel, tragen den Spirit eines städtischen Todesackers mit sich und verwüsten ganze Plantagen mit jungen Notenbepflanzungen. Cardiac Arrest sind nicht die erste Generation bleiverliebter Todessüchtler, aber ganz in deren Sinne bewohnen sie ein marodes Gebäude das sie mit nicht einzigartigem sondern wahrem Death Metal am einstürzen hindern. Da ist es erlaubt, dass sich eine Sologitarre mit allerhöchster Leidensfähigkeit in einen Song quetscht, die Leads nicht den Versuch wagen angegammelte Ware als frische Produkte feilzubieten, sondern ihre Wurzeln vehement verteidigen. Es ist doch nur ehrlich, wenn der Hammer stumpfe Schläge verteilt und mehr als Kopfschmerzen verursacht. Cardiac Arrest haben mit ihrer 4. Rille wahrscheinlich nichts künstlerisch Wertvolles aus dem löchrigen Hut gehext, aber sie werden ihrer Rolle als Streiter für die alte Schule mehr als gerecht. Unangepasst und im Zeitstrahl gefangen gehalten, das trifft es wohl am ehesten. Revolutionär wie der Elefant im Porzellanladen, lasst scheppern Jungs!
7/10

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