Saturday, May 26, 2012

CHAOS INCEPTION - The Abrogation - Cd / Lavadome Productions


Sobald sich Chaos Inception aus der Heimanlage befreien, muss keiner von uns ein Großer Weiser im Stahldschungel sein, um sofort zu erkennen, worauf die Band aus Alabama abzielt. Das ist Morbid Angel und Nile in seiner reinsten und ursprünglichsten Form, mit allen songtechnischen Finessen und instrumentaler Überlegenheit. Sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf ihre diabolische Aussagekraft. Blast bis zur Apokalypse, aufgezogen von stürmischen Leads und gummibandartigen, teils klassischen, teils disharmonisch unkontrollierbaren Solis. Die bilden dann allerorts den Klebstoff und die Basis für ein Album, das ohne sie in einer Hochgeschwindigkeitshölle verglühen würde. Das verleiht dem Teil einen besonderen Reiz, denn ein so punktgenauer und unaufdringlicher aber stets beeindruckender 6 Saiten Twist lässt erkennen, dass es der Band längst ernst ist. Keine Zeit für Spielchen und Partygebaren, „The Abrogation“ ist ein mehr als ernsthaftes und erwachsenes Werk. Chaos Inception haben etwas auf die Hufe gebracht, was selbst Bands wie Krisiun oder Hate Eternal mehr als Anerkennung abverlangen sollte und tatsächlich auch irgendwie beängstigend ist. Hier ist Respekt angesagt, bringen sie doch auf eine ganz besonders engagierte Weise Musik zurück, die zum Bleistift die morbiden Engel einst kreierten und deren Spirit sie längst verloren haben. Da wo die einen glauben nichts mehr sagen zu können, schlagen die anderen ein neues Buch auf und schreiben mit allem wünschenswertem Erfolg neue Kapitel. Der Sturm geht in voller Breite über die Theke und hinterlässt in musikalischer Hinsicht eine immense Schneise der Vernichtung im Supermarkt der Eintagsfliegen. 9 Stücke lang werden die Zügel mehr als straff gehalten und scharfe Peitschenschläge gehen über das Gespann aus brutalen Growls in variablen Auslegungen, unglaublichen Doublebass Ausrastern, atemlosen Riffs und pfeifenden Trommelfellspaltern nieder. Wenn sie sich vereinzelt darauf verlegen, langsamer zu werden, wobei das dem Wort im eigentlichen Sinne kaum entsprechen dürfte, setzt sofort eine düstere Note ein, wie wir sie bei den schon erwähnten Nile zu schätzen wissen. Und natürlich ist Chaos Inception kein Klon von irgendwas, die haben einfach zugehört, gelernt und spinnen den Faden weiter. Erfahrung bezieht die Band auch aus ihrer früheren semierfolgreichen Combos Fleshtized und Spinecast, die ich persönlich beide mag, die aber mit dem was sie heute lostreten, nicht konkurrieren können. Denn das was ihr nun zu hören bekommt, ist unglaublich komplex und auf Perfektion getrimmt, es gibt sicher nicht mehr viele, die mit so fixen Fingern über die Gitarrensaiten wirbeln können, ohne dass es irgendwie erzwungen klingt. Butter bei die Fische, „The Abrogation“ ist eine Hammerscheibe, bei der jeder Schlag genau sitzt und bei aller Kreativität bis zum Hals im 90er Amitot steckt, weit weit jenseits von Slam und Groove. Eine Hommage und gleichzeitig ein randvoller Pool mit neuen Ideen. Also unbedingt Silber rüber reichen und den puren Foltergenuss heischen!
9/10

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