Wednesday, May 23, 2012

DEHUMAN - Black Throne Of All Creation - Cd / Kaotoxin Records


Anno 2006 in den Untergrunddienst eingetreten, bezieht das belgische Quartett erstmals Stellung mit „Black Throne Of All Creation“. Bezugnehmend auf die alte Schule schwarzer bis ketzerischer Hymnen, orientiert sich die Band an God Dethroned und Morbid Angel, reitet auf den Schwingen gefallener Engel und versucht sich an der Kreation brutaler und epischer Songs, die den alten Bands zu Ehre gereichen sollen. Dass sie dabei nur einen Teilerfolg erzielen, liegt vielleicht an der etwas verwaschenen Produktion, hauptsächlich aber daran, dass das Werk in seiner Gesamtheit mit all dem Blast und Radau zu eintönig sein könnte. Denn was sie bei allen Songs, selbst wenn sie einige markante Riffs vorschicken, verpasst haben, ist dem Trott der Neunziger zu entschlüpfen. Sicher, das wollen sie bestimmt gar nicht, ist es doch der Dreh und Angelpunkt des Bandkonzepts. Aber auch in so einem Rahmen muss Kreativität eine Rolle spielen. Das Album zündet bei aller Präsenz nicht wirklich, wird seinem teuflischen Auftrag nicht gerecht, schafft qualitativ nicht den Schulterschluss mit den angestrebten Heroen. Es ist kaum was dabei, was wir nicht in irgendeiner Form schon mal besser gehört hätten. Nun macht es wenig Sinn, und wäre auch unfair, der Band ans Bein zu pissen. Die wissen schon woher sie ihre Energie beziehen, können sie vielleicht noch nicht genau kanalisieren, sind aber mehr als nur halbherzig dabei, etwas Authentisches in ihre Musik zu packen. In technischer Hinsicht gelingt ein lockerer Spielfluss auf dem zahlreiche fixe Soli disharmonisch auf der Bugwelle der Vernichtung reiten. Dass die Riffs abgegriffen sind, versuchen sie ständig mit progressiven Einschlägen wett zu machen. Die Richtung stimmt, der Steuermann muss nur noch die Karte unterm Sitz vorkramen. Um absolute Eingängigkeit geht es dabei scheinbar nicht, eher um den Versuch etwas Komplexes zu schaffen, das Anspruch mit primitiver Old School Kloppe vereint. Das qualitativ hochwertige Songwriting, das ihnen ihr Label werbeträchtig unterschmuggelt, ist wahrscheinlich gar nicht so weit weg von den Statuten einer verstaubten Realität, da steckt viel Arbeit drin. Diese hört man raus, verschafft akustisch aber den Eindruck sich ordentlich verkrampft in die Abenddämmerung geschleppt zu haben. Billig ist was anderes, wer sich aber gleich beim ersten Ritt vornimmt, dem Fuchs im vollen Lauf am Schwanz zu packen, braucht mehr unter den von Hämorrhoiden geplagten 4 Buchstaben als einen schnellen Gaul. Zu viel Gleichschritt und zu wenig Identität machen ein in aller Hinsicht bemühtes Album zu einem Fall für die Ablage in irgendeiner morschen Schublade. Mit dem was die 4 Musiker eigentlich drauf zu haben scheinen, hätte ein wesentlich stärkeres Debüt drin sein sollen. Hätte, sollte … am Arsch, sie erreichen einen belanglosen Platz im überfüllten Mittelfeld, das sie bald zerquetschen wird, wenn sie nicht endlich die Ellenbogen ausfahren.
5/10

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