Monday, May 7, 2012

DEPHOSPHORUS / WAKE - Spilt Ep - 7 Degrees Records


Meinem subjektiven Empfinden nach ist es noch gar nicht so lange her, dass beide Bands frische Rinden im Toaster hatten, jetzt legen sie ihre neusten Blutergüsse als versteuertes Zollprodukt in den heimischen Medizinschrank. Die Griechen Dephosphorus überraschen mich dabei doch wirklich, lassen sie scheinbar ihren spacigen Experimentierwahn in der Besenkammer ihres Raumfrachters und prügeln einfach nur darauf los. So erlebe ich harschen Grindcore mit Fleischwolfvocals und teilweisem Sprechgesang, Geschepper im Sinne immer noch etwas getragener Musik aber rigoroser Brutalität. Wake hingegen tun was sie können um ganz im Interesse ihrer letztjährigen Scheibe das Krumme aus den Gehörgängen zu blasen. Dicht gestampft und hektisch getreten wie ein unkontrollierbares Fußballspiel in der Verbandsliga. Da wo es nicht so auf Regeln ankommt und die Fans das Regime innehaben. Das ist eigentlich schon das Wesentliche, was ihr über diese Ep wissen müsst, wenn ihr Grindcore ohne Aussetzer mögt, und mit dem Bewusstsein aus einer unerschöpflichen Quelle brutalen 3 Akkorde Wahnsinns bis zur Besinnungslosigkeit zu saufen, aufgewachsen seid. Ja gut, beide Bands haben auch mehr drauf und verrennen sich nicht einfach in wilder Raserei und dem Bedürfnis einfach nur am Stammbaum zu rütteln. Die gehen auch vom Tempo und kreieren einen etwas verfilzten Teppich aus psychedelischer Pseudorealität. Der Fokus ist aber Riffgewitter, in unharmonischer, chaotischer Liaison mit hektischen Simmgewitter und polternden Schlagwerkuntaten. Musikalisch liegen beide Acts ziemlich dicht beisammen, würde der Sound nicht deine gewisse Differenz erzeugen, hätte ich den Unterschied zwischen Griechenland und Kanada nur an der Landeswährung erkannt. Späterhin und nach einigen schädelspaltenden Durchläufen kristallisieren sich einige Feinheiten heraus, die aber grober ausfallen als Sternenstaub. Dieses mal bin ich sogar bereit Dephosphorus den Vortritt zu lassen und sie nach meinem eigenen Empfinden zum „Leader Of The Pack“ zu küren. Nicht nur dass ihr Sound dichter und erdrückender ist, auch ihre Musik hat was Fesselndes. Wo Wake ihrem Stil die Stange halten und niemandem an den Masten pissen, zeigen sich Dephosphorus irgendwie spielfreudiger, mit den besseren Stücken auf der Habenseite. Das sah ich letztes Jahr noch anders herum. Das soll keinesfalls den Wert des kanadischer Holzfällerumtriebigkeit schmälern, und zwar ganz einfach deshalb weil die nichts mehr beweisen müssen. Beide haben die gleichen Wurzeln und passen besser zusammen als Maria zu Josef. Schade eigentlich, dass der Krawall von so verflixt kurzer Dauer ist. Die Kippe im Aschenbecher ist noch nicht mal runter gequalmt, da fängt der Terror schon wieder von vorn an. Kein Grund zum Heulen, eine derartig heftige Miniausgabe zweier wackerer Grindcorebands kann man gern ein paar Umrundungen länger dulden. Mir gefällt´s!
7/10

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