Thursday, May 17, 2012

ENTHRALLMENT - People From The Lands Of Vit - Cd / United Guttural


Aller Jahre wieder … irgendwie, da tauchen die Bulgaren aus der osteuropäischen Vergesslichkeit auf, angeln sich mithilfe der Negierung eigener Vergänglichkeit und passendem Gespür für die ausschlaggebenden Noten sowie der Unterstützung niemals zweitklassiger oder gar kurzatmiger Label, für einige Monate etwas mediale Aufmerksamkeit. Dann zeigen sie, dass sie prinzipiell fähig sind, den Hammer auch außerhalb der Heimat kreisen zu lassen, dann wenden sie sich auch mal zu Konzerten vom vertrauten Balkan ab und auf feindliches Territorium. Dann glühen temporäre Eroberungspläne zu einem brennenden Fanal aus, bevor die ganze Batterie für die nächsten Jahre wieder kleinere, lokale Süppchen kocht. Diesmal hat es ganze 4 Jahre gedauert, bis der Nachfolger zu dem international doch sehr beachteten „ Immerse Into Bloody Bliss“ auf dem Tisch liegt. Was mir sofort auffällt, ist, dass der Versuch unternommen wurde die Drums bis zur Perfektion zu trimmen, und sie dabei alles Erdige eingebüßt haben. Der finale Sound ist verdammt synthetisch, so wie ich es eigentlich nur von japanischer Chipkonkurrenz gewöhnt bin. Das gibt dem sonst so brutalen Massaker eine seltsam unglaubwürdige Note. Auch gehen den Songschreibern immer mal wieder die Riffs aus, weshalb mancher Song verlandet, wie ein Wadi in der Wüste. Generell aber ist das technische Niveau doch recht ansprechend und der Band gelingen wie gewohnt einige amtliche Knochenbrecher. Nur der wirkliche Ausschlag in Richtung kompromisslosen Eigenbestrebens, das wirkliche Händchen für den gewissen Kniff, der ein ganzes Album brennen lässt, den haben sie immer noch nicht getätigt. Dafür orientieren sie sich lieber an Blastgöttern wie Krisiun oder Metzellegenden a la Cannibal Corpse. So wie sie es schon immer für das einzige und bandintern richtige Dogma gehalten haben. Diese Einstellung bremst die Band immer wieder aus, hemmt die eigenen Talente und verschleiert den inneren Blick für Größeres, das zu erreichen sie durchaus in der Lage wären. Da würde bei weiten mehr gehen, als uns lediglich Riffs aus Second Hand Regalen um die Ohren zu wickeln, oder mit passablen Solis schwindelerregende Kopfschmerzreize zu setzen. Da würde ein Schlagzeuger keine überbewertete Hochglanzpolitur über sein Kit legen müssen und Growls nicht einfach nur rülpsen, weil es so erwartet wird. Mit dazugehörigem Weitblick und dem Mut das eigen Geschick straff an den Zügeln zu packen, könnte genauso gut ein gewaltiger Feldzug losgetreten werden und ein Album vor uns stehen, dessen Front und Flanken bis ins Mark einschüchternd sein könnten, dessen Konfrontation ein jeder mit Ehrfurcht in den weichen Knien meiden wollte. Leider kommt es auch auf dem neusten Sägewerk von Enthrallment nicht so weit, wieder schrammen sie nur an dem, was eigentlich hätte möglich sein sollen. Warten wir mal ab, was sie mit Rückendeckung ihres aktuellen Labels möglicherweise noch auf die Beine stellen, ich befürchte ja dass sie zu viel selbst stemmen müssen. Gutes Album, leider aber auch nicht gänzlich überzeugend.
6/10

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