Wednesday, May 9, 2012

HAEMORRHAGE - Loathesongs Re - Issue - Cd / Every Day Hate


Der Creep zappelt wieder durch den Keller des Bestattungsinstituts, flitzt durch die Kühlkammmer, und zerrt eine 12 Jahre alte Leiche von der stählernen Bahre. „Loathsongs“ erlebt seine Auferstehung. Aufgepeppt mit noch mehr neuen, alten Songs covern Haemorrhage sich durch alles, was sie beeinflusst hat, was sie mögen oder wahrscheinlich auch einfach nur mal zerhacken wollten. Dazu gekommen sind Impetigo‘s “Staph Terrorist”, das schon mal auf dem Razorback Sampler „Wizards Of Gore“ Friedhofsluft schnupperte, „Police Bastard“ von Doom und „Unlock The Morgue“ von Grinder aus dem schönen Hessenland. Zudem noch 2 zusätzliche Haemorrhage Tracks. Und es ist natürlich wieder schön zu erleben, welche persönliche Vorstellung die Spanier von, na zum Beispiel Suicidal Tendencies oder gar Ufo haben, wie sie deren Stücke liebevoll pervertieren und in Eiter, Blut und Leichensaft baden. Dass Carcass, Impetigo oder Regurgitate auf der Liste stehen, verwundert dann weniger, müssen sie sich nicht so viel Mühe geben, die Auswahl begründen zu müssen. Bei Entombeds´ Left Hand Path Klassiker „ Premature Autopsy“ hingegen muss man schon genau aufpassen. Natürlich bleibt er zu erkennen, die Leads sind dafür einfach zu prägnant, aber hier wird die Nummer glatt um 3 Minuten gekürzt und somit aufs wesentliche komprimiert. Bei Doom bleiben sie da schon näher am Original, die Vocals sind natürlich anders, der Versuch crustiges Hardcoregebell zu imitieren bleibt wohlweislich aus. Der Song selbst verströmt jedoch die gleiche anarchistische Rotzigkeit. Um Cryptic Slaughters´ „M.A.D.“ gleich zu erkennen, braucht es dann wieder viel Fantasie, denn die Geschichte wird herrlich danieder gegrindet und mit dem Gorehammer zu Brei geschlagen, so dass von dem eher dünnbrüstigen Original nur noch ein blutiger Fleck auf dem Tanzboden übrig bleibt. Besonders unschön wird es aber erst, wenn Ufo und „Doctor, Doctor“ verballhornt oder verehrt werden. Ich bin mir da nicht sicher, denn von der eigentlichen Idee des Songs ist kaum was über. Mit allergrößter Sicherheit würde der Herr Schenker vom Glauben abfallen, sollte er jemals mitkriegen, wie sein harmoniesüchtiges Trauerstück zerfetzt und willkürlich wieder zusammen gesetzt wird. Ist ne absolute Lecke und die reinste Form von Blasphemie! Ich weiß nicht, ob jede Interpretation der ausgewählten Rülps bis Rocknummern immer gelungen ist, der Spaßfaktor, sollte ich den als zentralen Antrieb betrachten, legitimiert jedoch alles. Im Nachklapp betrachtet und an der Auswahl der verwursteten Bands, haben Haemorrhage mindestens genau so viel Einfluss von Entombed gesaugt, wie von Carcass, was ja nun keine Überraschung ist. Eher doch der Part des rohen, klassischen Schwedenmörtels, Haemorrhage intoniert das anders, aber so weit weg sind sie gar nicht. Die morbide Aussage und das grimmige Umherschlurfen auf geplünderten Friedhöfen haben beide definitiv gemeinsam. Mit der Handvoll an Erweiterungen lohnt es sich durchaus, die Scheibe zu kaufen, neues Cover bekommt ihr auch noch. So will ich den Creep für seine erbrachte Fleißarbeit mal loben, hat er uns doch so was Schönes ans Licht gezottelt.
8/10

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